Allerliebst.

April 8, 2014

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by @Doug88888

Anders als von mir hier mitunter gerne mal dargestellt, besitzt Liam neben seinem Mr. Hyde einen nicht unbeträchtlichen Anteil von Dr. Jekyll, was aktuell beispielsweise dazu führt, dass im Kindergarten gleich drei Mädchen mehr oder minder heimlich ein bisschen verliebt in ihn sind.

Sehr, sehr heimlich bedeutet, dass Liam sein Freundebuch ziemlich lange nicht zurückbekommt, weil, wie die Mutter mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut, die Tochter besagtes Buch abends unter ihr Kopfkissen legt.

Eher offiziell dagegen sieht so aus, dass eine andere Kindergartenfreundin sich von ihrer Mutter ein T-Shirt wünscht, auf dem „ein Herz sein soll und auf der einen Seite steht Leonie und auf der anderen Seite steht Liam, damit jeder weiß, dass ich den Liam am liebsten hab’!“

Gestern bekam Liam noch bevor er Schuhe und Mütze ausgezogen hatte, ein siebzehnmal mit Tesa umwickeltes Präsent überreicht, welches er aber auf jeden Fall erst zu Hause auspacken sollte.
Nachdem wir es nachmittags mit einer Schere und viel Fingerspitzengefühl ausgewickelt hatten, stellte es sich als ein selbstgemaltes Bild mit einem liebevoll hinein geklebten Kaubonbon heraus, womit die Schenkerin haargenau ins Schwarze getroffen hatte.

„Warum schenkt mir die Amelie das, Mama?“, erkundigte sich Liam kauend.
„Na, ich denke, weil sie dich gerne mag, oder?“, antwortete ich.
„Stimmt“, stellte der Sohn sachlich fest.

Und an dieser Stelle ging ein bisschen die Neugier mit mir durch, und ich hakte beiläufig nach:
„Die Leonie mag dich ja auch gerne.“
„Mhm.“
„Und die Annie auch.“
„Mhm.“
„Und wen magst du am liebsten?“
„Dich, Mama.“

(Gutes Kind.)


Das versteht jetzt vermutlich nicht jeder.

April 4, 2014

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by You, Me & Nikon

Gestern auf dem Heimweg vom Kindergarten hatte ich neben Liam auch noch seine Freundin Leonie im Schlepptau.
Wir plauderten so vor uns hin, und irgendwann fragte ich die beiden:
“Wisst ihr schon, was ihr gleich spielen wollt?”

“Ja”, erklärte Leonie, “ich bin auf alle Fälle Pietsch.”
“Pietsch?”
“Ja.”

Grübelnd fahre ich weiter.
‘Pietsch’, denke ich, ‘wer oder was ist Pietsch?’
Gedanklich gehe ich sämtliche mir geläufigen Lego Chima Namen durch, die mir in den Sinn kommen, aber keiner hat auch nur die entfernteste Ähnlichkeit mit “Pietsch”. Und nachdem es für Liam außer Dinos und Lego Chima derzeit nichts anderes zu geben scheint, kann und kann ich mir einfach keinen Reim darauf machen.

“Ist Pietsch ein Frosch?”, versuche ich es vorsichtig.
“Nein!”, brüllen beide Kinder, “Pietsch ist doch kein Frosch!”

Na gut. Egal.
Spielen sie halt “Pietsch”.

Zu Hause angekommen stürzen beide Kinder in den Garten. Ich organisiere Getränke und Kekse und geselle mich dazu.

Und jetzt – die Auflösung:

Leonie steht im Sandkasten auf dem Tisch, Liam hat vor sich eine Reihe von Eimern und Dosen stehen und ist gerade mit Drüberhüpfen beschäftigt.
“Hilfe, Hilfe!”, schreit Leonie, “rette mich, Mario!”
“Jetzt doch noch nicht!”, ruft Liam zurück und springt über einen Eimer, “ich bin doch gerade erst im ersten Level!”


Wütend, wütender, Liam.

April 3, 2014

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by lreyesnavarro

Liam gehört zu den Menschen, die es nicht wirklich gut ertragen können, wenn ihnen ein Missgeschick geschieht.
Hat man zudem das Pech, dieses Missgeschick beobachtet zu haben, dann entlädt sich über einen der komplette Zorn, der vom Mini Besitz ergriffen hat.

Das sieht dann in etwa so aus:

Liam kriegt die Kurve nicht und fällt mit dem Fahrrad um.

Papa:
“Komm Liam, steh wieder auf.”
Liam:
“ICH STEH NICHT AUF! NIMM DU DOCH DAS BLÖDE FAHRRAD! ICH GEH JETZT ZU FUSS! MIR DOCH EGAL! ICH FAHR NIE WIEDER MIT DEM FAHRRAD!”

Papa:
“Liam, du schnappst dir jetzt das Fahrrad!”
Liam:
“DU KANNST DAS BLÖDE FAHRRAD SCHIEBEN! BLÖDES FAHRRAD! ICH ZIEH AUS! ICH WOHN JETZT HIER VOR’M SPIELPLATZ! DA BLEIB ICH FÜR IMMER!”

Papa:
“Liam, du setzt dich jetzt auf’s Fahrrad, sonst kriegst du hier echt ganz großen Ärger!”
Liam (schwingt sich wutschnaubend auf sein Fahrrad und braust davon):
“DU BRAUCHST MICH GAR NICHT MEHR VOM KINDERGARTEN ABHOLEN! ICH GEH NIE WIEDER NACH HAUSE! ICH WOHN JETZT IM KINDERGARTEN! KACKA!”

Im Kindergarten angekommen trifft dann glücklicherweise nach einigen “DU SOLLST MIR NICHT HELFEN!” und “ICH ZIEH DEN HELM NICHT AUS, MIR DOCH EGAL” und “DU SOLLST MICH NICHT ANSCHAUEN!” seine Lieblingsfreundin ein, weshalb Liam seinen Mr. Hyde endlich in die Ecke packt und den charmanten Dr. Jekyll rausholt.

Das Ganze dauert in der Regel nur wenige Minuten, aber ist man derjenige, über dessen Kopf der Zornausbruch hinweggefegt ist, dann fühlt man sich, als habe man eine nicht unbeträchtliche Zeit in einer Tonne gesessen, die von Cozy Powell zur Doublebass umfunktioniert wurde.

In minikleinen Ansätzen kenne ich das ja auch schon von seiner großen Schwester, und ja, es war schon irgendwie auch abzusehen, nichtsdestotrotz finde ich diese vulkanartigen Entladungen doch immer wieder höchst beeindruckend. Seine grob geschätzten 109 Zentimeter ignorierend, plustert sich sein Ego ob des emporschnellendes Wutlevels auf mindestens zwei Meter zehn auf, und auch wenn er den Kopf mitunter sehr weit nach hinten legen muss, um sein Gegenüber ergrimmt anzustarren, scheint der Gedanke, dass sein Gegner ihn im Zweifelsfall auch einfach unter den Arm klemmen könnte, nicht so richtig Zugang zu den vernunftbetonten Hirnarealen zu finden.

Bisher trifft diese frustrierte Entrüstung ja ausschließlich mich oder den Gatten, und wir sind Eltern genug, um ihn auch noch während des Tobsuchtsanfalls in seiner ganzen übellaunigen Hilflosigkeit schon auch noch irgendwie sehr süß zu finden (zugegebenermaßen hin und wieder erst NACH dem Ausbruch). Sollte er den Derwisch aber mal gegenüber einer etwas weniger emotional mit ihm verknüpften Person herauslassen, dann hoffe ich für ihn, dass die vernunftbetonten Hirnareale ihre Türen öffnen, bevor er eins auf die Nase kriegt.


Nach acht Monaten so:

März 26, 2014

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by humanwrights

Erinnert sich eigentlich noch jemand an diesen Vorfall?
Also, außer mir, die ich quasi jeden Tag daran denke und zwangsläufig der Sohn, der nämlich eindeutig öfter als nötig von mir darauf hingewiesen wird, dass er doch bitte beim Hüpfen und Rennen und Springen und Leben aufpassen solle?

Nach all dem Augenrollen und Kopfwackeln und bedenklich gucken und Sätzen wie: “Es muss ja nicht zwangsläufig was Onkologisches sein”, wissen wir seit gestern:
Das verflixte Organ hat endlich wieder seine normale Größe.

Gut.
Jetzt also wieder so:
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(by streamingmeemee (Tim Carter))


Ja, bitte?

März 24, 2014

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by Please save me from this boring tale

Heute morgen unterhielt mich mit dem Gatten in der Küche. Liam wuselte zwei Zimmer weiter im Wohnzimmer herum.
Das Gespräch kam auf Liams Geburtstag, und mein Mann zog die Augenbrauen hoch und wackelte mit dem Kopf bedeutungsvoll in Richtung Tür.

“Das kriegt der doch gar nicht mit”, beschwichtigte ich.
“Der kriegt alles mit!”, erklärte mein Mann.

Als nächstes sagte ich dann folgendes in gänzlich normaler Gesprächslautstärke:
“Gut, dann fahr’ ich später noch zum Markt – Liam? – und kaufe noch was für’s Abendessen ein.”

Zwei Sekunden verstrichen.
“Ja?”, tönte aus aus dem Wohnzimmer.

Okay.
Der Gatte hat also Recht, und dieses Kind hört alles.
‘Diese Kinder’, sollte ich wohl sagen, denn ich erinnere mich an ein anderes Gespräch, das ich mit einer Freundin führte, derweil sich die Tochter am Ende unseres langen Flures hinter der geschlossenen Tür ihres Zimmers befand.

“Wenn das für dich in Ordnung ist, dann kann ich Nathalie ja zum Frühlingsfest mitnehmen”, meinte die Freundin.
Noch bevor ich zu einer Antwort ansetzen konnte, wurde die Tür von Nathalies Zimmer aufgerissen:
“BITTE, Mama! Darf ich!?”

Auch intensives Spielen schaltet lauschende Kinderohren nicht aus, wie ich bereits feststellen durfte.

Es stellt sich die Frage:
Wieso hören mich meine Kinder dann nicht, wenn ich direkt hinter ihnen: “Kommt ihr jetzt ENDLICH zum Essen!?” rufe, und das in einer Lautstärke, bei der man sich nur darüber wundert, warum nicht auch die Nachbarskinder von oben noch angeeilt kommen?

(Rhetorische Frage, natürlich.)


Heute ein bisschen melodramatisch.

März 23, 2014

Vor einigen Stunden saß ich mit der Lieblingstochter in der Olympiahalle und bewunderte Riverdance.
Ich hätte es vermutlich ein klitzekleines bisschen mehr genießen können, wenn ich derzeit nicht ein wenig vor mich hin schwächeln würde, aber auch mit einem Kopf, der sich anfühlt, als sei er in Watte gepackt, kann man beim Zuschauen der steppenden Großmeister schon etwas euphorisch werden, doch.
(Und bei DEN Ticketpreisen hätte ich schon mindestens ohne Kopf sein müssen, um die Karten verfallen zu lassen.)

Während ich nun so da saß und den Tänzern beim punktgenauen Absatzlanden zusah, derweil ich – man kann es vor diesem Hintergrund gar nicht anders sagen – unbeholfen mit den Füßen im Takt wippte, kam mir das in den Sinn, was mir in solchen Momenten immer in den Sinn kommt:
Wo wäre ich heute, wer wäre ich heute, wenn ich als Kind bereits mit irgendeiner Sportart, einem Instrument, einer Tanzform, mit was auch immer begonnen hätte?

Wie würde es sich anfühlen, in irgendetwas zu den Guten zu gehören, zu den Herausragenden, zu den Allerbesten?
Wie wäre es wohl, etwas, was man liebt, immer wieder ein bisschen mehr für sich zu entdecken, es immer weiter zu vervollkommnen?

Ja, ja, ja, keiner braucht mir jetzt mit all den zähen Stunden des Übens kommen und wie viel lieber man als Kind Fußball gespielt hätte und was weiß ich – mir schwebt bei diesen Gedanken weniger der Tiger-Mom-Drill vor, als das Ausprobieren der eigenen Fähigkeiten, das Entdecken verschiedener Talente, vielleicht sogar das Finden und Bewahren der einen Fähigkeit, die einen mit Freude und Glück und Begeisterung erfüllt.

Trotz fortwährenden Übens.

Als Kind fehlte es immer an Geld, an Zeit, an Menschen, die an meine Ideen geglaubt hätten.

(Ja, ja, JA. Schon gut. Das ist sehr dicht an der Grenze zum weinerlichen Selbstmitleid, aber ich lasse es mir gerade noch so als “Zurückblicken mit einem leisen Unterton von Wehmut” durchgehen.)

Zu Hause schlage ich etwas verhalten die Klaviertasten an, schubse unwillig ein paar kleine “Das ist doch auch schön”-Gedanken beiseite und nehme mir noch einmal vor, meinen Kindern mehr zu zeigen, mehr zuzutrauen, sie mehr ausprobieren zu lassen. Sollen sie doch tanzen und schreiben und fotografieren und malen und kochen und singen und mit Instrumenten jonglieren und eine Kampfsportart lernen.
Oder nichts von alledem, sondern etwas ganz anderes.
Sie sollen jedoch erleben, welche Möglichkeiten es gibt auf der Welt, Künstler sehen und hören und bestaunen, eigene Erfahrungen sammeln und hoffentlich, vielleicht, es wäre zu schön – auf das stoßen, was sie erfüllt, was sie glücklich macht, was sie wirklich wollen und brauchen und lieben.

(Schubs mich eine, sollte ich dabei versehentlich zur Tiger-Mom mutieren.)


Jede Menge Happy Birthdays.

März 18, 2014

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Der März ist hier bei uns ein ziemlich vollgepackter Geburtstagsmonat.
Bisher feierte Liam mit seinen Freunden Jan und Filip, sowie mit seiner Freundin Mathilde, und Nathalie feierte mit ihrer Freundin Annie und ihrem Freund Nico.
Außerdem haben alle meine Kinder auch höchstselbst in diesem Monat Geburtstag, und das erklärt ein klitzeklein wenig meine Nichtanwesenheit der letzten Tage.

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Die Lieblingstochter beging am Sonntag ihren zehnten Geburtstag, und nachdem man ja morgens im Kreise der Familie, Nachmittags mit allen Freunden und am nächsten Tag sowohl in der Schule als auch in der Mittagsbetreuung noch einmal ein bisschen feiern muss, gibt’s da eine Menge Kuchen zu backen.

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Dieses Jahr wurde es ein Pferde-Geburtstag, und ich würde ihn ganz knapp unter “rundum gelungen” einstufen.

Ganz knapp deshalb, weil ich mich durch das Wetter etwas persönlich angesprungen fühlte. Hatte es nämlich bis einschließlich Freitag seit Wochen Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad bei strahlendem Sonnenschein, so begann es Samstag zu regnen und zu stürmen, weshalb die Kinder am Sonntag nicht, wie geplant, im Englischen Garten reiten konnten, sondern sich mit dem Zirkel in Nathalies Reitschule zufriedengeben mussten.
Und ich übertreibe kein kleines bisschen, wenn ich dazu sage, dass die Sonne wieder hervortrat, nachdem die Kinder hier bei uns zu Hause antanzten, mit Hufeisen in den Händen und nach Pferdemist riechend.
Montag hatte es dann auch schon wieder Sonne und 19 Grad, aber gut, ich will mich NICHT BEKLAGEN!
*räusper*

Außer mir hat’s keinen allzusehr gestört.
Wenn interessiert schon das Wetter, wenn er Hufe auskratzen darf?

Liam wird dann Ende des Monats einen Dinosaurier-Geburtstag feiern, natürlich.
Sein Kuchenwunsch ist klar (“Ich will einen Kuchen, mit einem T-Rex drauf. Einem echten!), die Deko auch (Kannst du auf ALLE Wände GROSSE Dinosaurierbilder kleben, Mama?) und auch die Aktivitäten sind bereits gesetzt (Fahren wir mit allen Kindern in den Dinopark?).

Nachdem sich der anvisierte Dinopark in Stralsund befindet, echte Tyrannosaurier schwer zu bekommen sind und ich auch was die großen Dinobilder an allen Wänden betrifft ein paar Abstriche machen werde, fällt das Ganze ein bisschen unter das Motto: “Du feierst mit dem, was du kriegst”.
Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass das klassische “Kuchen, Kerzen & Geschenke”-Potpourri es ziemlich herausreißen wird.

Zumal ich Dino-Kerzen, Dino-Gummigetier und Dino-Pappteller aufgetrieben habe, gar nicht zu reden von den Dino-Schlüsselanhängern und Dino-Bleistiften, die in der Schatzkiste zu finden sein werden.
Ich hab’ ja nicht einmal im Ansatz geahnt, was für ein erschlagend riesiges Dino-Sortiment es auf Erden gibt.

Dann kommt der April, und die Feierei hat ein Ende.
Der Gatte legt auf ein spektakuläres Geburtstagsbrimborium nicht ganz so großen Wert, was ich fast ein bisschen schade finde.

Ich tröste mich mit Ostern.

(Und wenn’s danach bis Anfang November konstante Temperaturen zwischen 25 und 32 Grad hat, dann halte ich auch die Durststrecke bis Weihnachten durch.)


Man kann’s auch übertreiben.

März 11, 2014

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by MaiShaka

Die Tochter ist ihren bisherigen Inlineskates entwachsen.
“Kein Problem”, dachte ich und stöberte ein wenig durch die einschlägigen Seiten.

Wenn ich nun aber davon ausging, dass ich lediglich mal eben zwischen diversen Designs und Größen auszuwählen hätte, dann sah ich mich getäuscht:
Ein Inlineskate ist kein Inlineskate, sondern eine Wissenschaft für sich.

Allerdings frage ich mich schon, ob die Werbetexter sich nicht mitunter gackernd auf die Schenkel schlugen, wenn sie sich gegenseitig ihre selbstverfassten Ergüsse vorlasen.

Nehmen wir beispielsweise mal so einen Satz:

“F.B.I Schiene: Durch die Verschmelzung der Schiene mit der Basis entsteht eine Recreational-Composite-Schiene, die mehr Erschütterungen absorbiert als jede andere K2-Schiene.”

Was – also, ich meine WAS – will uns das sagen?
Mal ehrlich: Könnte da nicht genauso gut stehen:

“C.I.A. Schiene: Durch die Verschmelzung des Strukturträgers mit der Stabilitätskomponente entsteht eine Relaxing-Syncrisis-Struktur, die mehr Erschütterungen absorbiert, als jedes andere K2-Strukturelement.”

Oder warum nicht gleich:
“Aurora-Schiene: Durch die Verschmelzung von Harmonie und Stabilität entsteht eine Magical-Cooperation-Composition-Blue Velvet, die mehr schlechte Energien auffängt als alles was es so gibt auf der großen, weiten, unglaublichen Welt! Juppheidi.”

Oder hier: Da besitzt das Rollenteil einen “Stability Plus Cuff”.
Aha.
WAS um alles in der Welt ist ein “Stability Plus Cuff”?!
Weiter findet sich da nur:
“Dieser Cuff setzt den Standard für das, was Freizeit- und Fitness-Skater brauchen. Er hat die perfekte Mischung aus Stützkraft und Komfort und reduziert das Gesamtwicht des Inlineskates.”

Wie kann denn ein “Cuff”, was auch immer das sein mag, das Gesamtgewicht des Inlineskates reduzieren? Also, so durch seine bloße Anwesenheit?
Handelt es sich hierbei um eine mit Helium gefüllte Manschette oder was?
Hebe ich ab, wenn ich noch drei bis sechs Cuffs dazukaufe?

Oder das da:
“Schlagsicheres PP-High-Impact Chassis mit Nylon verstärkt mit einem Stopper.”

Bedeutet das übersetzt:
Selbst wenn ihr Kind beim Skaten mit einem Elefanten kollidiert – der Inlineskate wird’s überleben?

Außerdem irritiert mich das Wort “Stopper”.
Ich meine: “Stopper” – wie profan ist das denn?
Wo bleibt denn da die Satzharmonie?
Da hätte doch wenigstens etwas in Richtung: “Schlagsicheres PP-High-Impact Chassis mit Nylon verstärkt mit einem shape-retaining-spring-System” stehen müssen.

Oder warum nicht gleich: “”Schlagsicheres PP-High-Impact Chassis mit Nylon komplett geboostet mit einem shape-retaining-spring-System.”

“Stopper” – pfff.

Gekriegt hat sie übrigens weiß-rote.


Spieglein, Spiegelein an der Wand…

März 9, 2014

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by yess!e

Mit der Mülltüte unter’m Arm marschiere ich zur Haustür und werfe auf dem Weg dorthin noch einen Blick in den großen Spiegel, der in unserem Flur hängt.
Ich halte kurz inne und schiebe ein paar Haarsträhnen hinter’s Ohr.

Was mir folgenden Kommentar der Tochter einbringt, die mich mit skeptischem Blick von der Haustür aus beobachtet:
“Das musst du doch nicht machen, Mama. Du hast doch schon einen Mann.”

(Ab morgen: Erste Lektion in “Was Frauen wollen und sollen und warum das nicht unbedingt immer etwas mit Männern zu tun haben muss.”)


Manche Tage…

März 3, 2014

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by shikhee

Ich: “Heute gibt’s Risotto.”
Kinder: “Äääääääh! Risottooooo.”

Ich: “Ihr mögt doch Reis mit Gemüse!?”
Kinder: “Aber kein Risotto. Risotto ist blöd! Wir wollen lieber Gemüsereis!”

Ich: “Risotto ist auch Reis…”
Kinder: “Wir wollen kein Risotto!”
Ich: “… und ich mach’ dazu genau das gleiche Gemüse, das ihr immer dazu esst.”

Kinder: “Wir wollen lieber Gemüsereis!”
Ich: “Wo ist denn da der Unterschied!?”

Kinder: “Wir wollen kein Risotto. Biiiiitte, Mama, mach’ uns doch Gemüsereis.”
Ich: “Hmpf.”

Kinder: “Biiiiitte, Mama, biiiiitte!”
Ich: “Na gut, was soll’s, meinetwegen.”

Zwanzig Minuten später.

Ich: “Kommt ihr zum Essen, bitte?”
Kinder kommen angesaust:
“Och nööööö, wir wollten Nudeln mit Tomatensoße.”

(Mit ein bisschen Schwung fliegen Kinder ziemlich weit.)


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