Also:

Februar 9, 2010


by Môsieur J. [version 3.0b]

Ich finde jegliche Variante von “Verlinkst du mich, verlink ich dich” albern.

Und entsprechend finde ich Menschen, die sich mit derlei Ansinnen per Mail an mich wenden, ein bisschen… unreif.

So.

Geklärt.

(Aus der Reihe: Das Vergrätzen mehrerer Leute gleichzeitig in nur zwei Sätzen.)


Was es alles gibt.

Februar 8, 2010


by AdamSelwood

“Heng hang hung heng hing yin hin yeng hin – weißt du, welche Sprache ich rede, Papa?”

“Nein?”

“Ich rede schutzenglisch.”


Aha.

Februar 6, 2010


by Horia Varlan

“Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.”

Sagt Nietzsche.
Und bringt mich damit kurz zum Innehalten.

Eigentlich scheint ein derart gewichtiger Satz für mein Leben zu hochtrabend. Denn eigentlich gilt es hier nichts zu ertragen.
Ich habe eine Familie, Freunde und lebe in einem ganz eindeutig wohlhabend zu nennenden Umfeld. Und ich muss nicht einmal ein Hungerland bemühen, um festzustellen: Dir geht’s gut. Alles prima. Existentielle Nöte sind nicht vorhanden.

So eigentlich.

Die Tage bin ich aber noch auf einen anderen Gedanken gestoßen.
“Gleichnishaft könnte man sagen, das Leid des Menschen sei so wie Dinge von gasförmigen Aggregatzustand: so wie eine bestimmte Gasmenge einen Hohlraum, in den sie gepumpt wird, auf jeden Fall gleichmäßig und vollständig ausfüllt, genau so füllt das Leid die Seele des Menschen, das menschliche Bewußtsein, auf jeden Fall aus, ob dieses Leid nun groß oder gering ist.”

Dies nun stammt von Viktor E. Frankl, und angesichts dieses Namens sollte ich gleich noch ein bisschen weiter schrumpfen und mich mit meinen banalen Kümmernissen ans Ende der Schlange begeben – hätte Viktor E. Frankl nicht gerade in Worte gefasst, was ich bisher immer nur etwas unbeholfen mit “Menschliches Leid ist relativ” zu erklären versucht habe. Und zwar immer dann, wenn ich vor jemanden saß, der meine vorsichtig einleitenden Sätze mit einer resoluten Variante von “Dir geht’s doch gut!” hinwegfegte, sobald sich die Richtung – Sorgen & Nöte – herauskristallisierte.

“Ja”, dachte ich dann immer beschämt, “mir geht’s doch gut.”
Dann fühlte ich mich eine Weile noch etwas mieser als vorher, da obendrein undankbar, selbstsüchtig und oberflächlich, nur um eine gewisse Zeit später wieder mit meinen eigenen Kümmernissen so ausgefüllt zu sein, dass ich abermals den Versuch starte, diese auf den Tisch zu bringen, um sie damit zum Be- und Verarbeiten freizugeben.

In dieses mittlerweile vertraute Hin und Her hinein sagt also Nietzsche:
“Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.”

Womit es ihm gelingt, mein Augenmerk weg von dem Wie, dem derzeit ungeliebten, hin auf das Warum zu lenken.
Und nach dem Warum habe ich tatsächlich schon lange nicht mehr gefragt.
Irgendwie ging das unter in den letzten Monaten, die zuallererst darauf ausgelegt waren, weiter zu funktionieren. Trotz Dauerschlafdefizit, trotz intellektueller Leere, trotz sich immer mehr im Leben manifestierender Ängste muss ja alles immer weiter und weiter gehen. Wäre ich allein, so wäre ich vielleicht an dem ein oder anderen Tag erst gar nicht aufgestanden. Wäre ich aber allein, so wäre ich ausgeschlafen und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit beruflich unterwegs, weshalb ich dann wiederum sehr wahrscheinlich erst gar nicht solcherlei Bedürfnisse entwickeln würde.

Ist auch egal.
Ich muss ja nun nicht über ALLES genauer nachdenken, wohl.

Um auf das Warum zurück zu kommen.

Warum stehe ich also morgens auf?
Stehe ich auf, um das hunderttausendste Mal die Küche zu kehren, den Sohn zu windeln und die Tochter zur Eile anzutreiben?
Nein.
Auch wenn es derzeit stark danach aussieht.

Ich stehe auf, in der unerschütterlichen Hoffnung, dass ich ab heute eine gute Mutter sein werde, Erfolgserlebnisse im beruflichen Alltag habe, mich sinnvoll betätige und geistig weiterentwickele.
Das ist, so mal eben aus der Hüfte geschossen, mein Warum.

Darauf warte ich.
Und dieses Warten ist der Knackpunkt.
Während ich nämlich darauf warte, dass dieses Leben endlich (wieder) so gelebt werden kann, tue ich nichts dafür. Ich befinde mich sozusagen im Ertragens-Modus.

Und nachdem mir das in den letzten Tagen durch Nietzsche und Frankl etwas bewusster geworden ist, kratze ich nun ein bisschen am eingefahrenen Alltag herum, zumindest sehr fest entschlossen, daran etwas zu verändern.

Irgendwo fängt man ja an.
Fortsetzung folgt.


Für den Gatten.

Februar 4, 2010

(Und du armer Wicht hast Dir so’n völlig überholtes iPhone zugelegt.)


Wimmer.

Februar 2, 2010


by emarquetti

Viele, viele interessante, witzige und unterhaltsame Dinge könnte ich schreiben, wäre mein Hirn nicht seit Wochen von einem einzigen Gedanken erfüllt:

Ich. Will. Bitte. Bitte. Bitte. Mal. Wieder. Wenigstens. Drei. Stunden. Am. Stück. Schlafen. Dürfen.

Bitte.


Erkläre mir das jemand.

Januar 30, 2010


by toadstool ring

Ich hab’ in sehr jungen Jahren ganz gerne Horrorfilme gesehen bzw. mir eingebildet, ich müsse sie gerne sehen. Es war mehr ein “Ich versteck mich hinter Kissen und schreie ab und an”-Event mit Freunden. Gruselig-eklige Monster wankten durch die Gegend, der Todesarten gab es viele, und das Böse stand immer noch mindestens einmal auf.

Ganz wesentlich waren spannungsgeladene Momente, in denen man WUSSTE, dass irgendwo Irgendetwas lauerte, aber nicht vorherzusagen vermochte, wann der Irre/die Kreatur/der Alptraum vor die Kamera springen würde. Die Protagonisten wussten dies ebenfalls nicht, und oft ging dieses Unwissen mit einem weiteren Ableben einher. Selbiges fand dann in der Regel schmerzhaft, doch kurz statt. Ein abbrechender Schrei war ein hinreichender Beweis für “erledigt”. Oft sah man psycho-like in irgendwelche Ecken, in die ein paar Blutströpfchen hinspritzen, mitunter waren es auch übertriebene Fontänen.

Doch selbst die ausuferndsten Blutbäder der Horrorfilme meiner Zeit nehmen sich im Vergleich zu dem, was man heute so unter “Horror” finden kann, eher süß aus.
Das stelle ich fest, wenn ich mir aufgrund von Filmempfehlungen die Inhalte von “Hostel” oder “Martyrs” auf wikipedia durchlese. Kann man so etwas eigentlich gucken und dabei noch Chips essen?

Warum guckt man so etwas überhaupt?
Hätte mich früher jemand gefragt, warum ich unbedingt ein Freddy-Krueger-Sequel sehen muss, hätte ich vermutlich etwas von Gruseln und Effekten erzählt (heute würde ich sagen “Keine Ahnung. Ich war doof.”).

Effekte spielen ganz sicher noch eine tragende Rolle, aber das Gegrusel ist doch ziemlich stark zum Ekel avanciert.
Warum will man minutenlang zusehen, wie jemand bei lebendigem Leib gehäutet wird?
Warum? Also, ich meine – warum?

Das ist grauenvoll, widerlich, quälend und verstörend, das verfolgt einen doch, bis man achtzig ist, oder?
Ich will das wirklich wissen, das ist keine sich selbst beantwortende “Wie kann man nur!”-Frage.
Was reizt daran? Was “gefällt”?

Das gucken ja wohl nicht nur psychische Wracks und emotionsfreie Sadisten.
Ganz normale Menschen legen eine DVD ein, auf der jemand seinem Gegenüber mit einem Bunsenbrenner ein Auge herauskohlt – alleine beim Aufschreiben fühl’ ich mich krank. Bin ich jetzt zartbesaitet, oder was?
Warum will man so etwas sehen?

(Das Foto zeigt übrigens den niedlichsten kleinen Geist, den ich finden konnte. Ich musste ein Gegengewicht setzen.)


Versagt.

Januar 29, 2010


by River

Ha. Ha. Ha.

Ab morgen: neuer Versuch.


Nun ist es raus.

Januar 27, 2010


by pedrosimoes7

Irgendwann im Sommer traf ich mit dem Mini im Tuch auf eine missmutige, ältere Frau. Sie starrte mich feindselig an, schüttelte angewidert den Kopf und zischte im Vorübergehen: “Armes Kind!”

Nun bin ich ja ein Mensch, den so etwas lange beschäftigen kann. Je sprachloser mich so ein Verbalangriff macht, desto länger grübele ich daran herum.
Im Nachhinein hätte ich für diese Dame die perfekte Antwort gehabt. Sie lautet folgendermaßen:

“Dieses Kind hat die ersten zwei Monate seines Lebens in einem Brutkasten verbracht. Armes Kind. Es JETZT zu bemitleiden, wo es gerade den Körperkontakt erhält, der ihm damals gefehlt hat, ist aber völlig unnötig.”

Gestern nun traf ich auf eine andere Frau, mit ganz ähnlichem Widerwillen im Gesicht, und musste mir exakt den gleichen Vorwurf noch einmal anhören.
In dieser Sekunde funkten zwei Synapsen, und dreimal darf man raten, was besagte Frau von mir zu hören bekam.

So.
Jetzt schlaf’ ich vielleicht besser.


Huch.

Januar 25, 2010


by See-ming Lee 李思明 SML

Heute stand ich mit Liam im Tuch an der Ampel. Auf der anderen Straßenseite befand sich eine kleine Gruppe asiatischer Frauen, die sich gar nicht mehr darüber einzukriegen vermochten, wie albern?/verrückt?/interessant?/doof? diese sehr große Frau mit dem sehr kleinen Kind vor dem Bauch aussieht.

Während alle lachten, gestikulierten und mit dem Finger auf mich zeigten, versuchte ich unbeteiligt auszusehen.
Das war ohnehin nicht sehr leicht, richtig schwierig wurde es dann, als einige von ihnen ihre Kameras heraus holten.

Ich kam mir vor wie ein Alien mit zwei Köpfen und auf irgendeine Art stimmte das natürlich auch.
Jetzt weiß ich ziemlich genau, wie sie sich gefühlt hat.


Muss ich nicht verstehen.

Januar 22, 2010


by aymlis

Samstag:
Oh, ich liebe Pastinake, ich liebe Pastinake, ich LIEBE Pastinake!

Sonntag:
Ja, ja, ja! Gib mir mehr Pastinake! Noch mehr Pastinake! Pastinake! Pastinake!

Montag:
Was ist das? Pastinake? Uärgh! Pastinake! Weg! Weg, weg, weg damit!

Dienstag:
Schon wieder Pastinake?! Ich HASSE Pastinake! Du wagst es und kommst mit Pastinake? Argh, argh, arh!

Mittwoch:
Oh! Pastinake! Wie schön! Delikat! Wunderbar! Noch ein Löffelchen und noch ein Löffelchen! Ah! Oh!

Donnerstag:
AAAAAAAAARRRRGGGCHCHCHCH…. Pastinake! (Tobsuchtsanfall)

Und jetzt alle:
Heute so und morgen so und übermorgen anders!
(Im Kanon, bitte.)