Countdown

Juni 27, 2014

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by Leo Reynolds

In 80 Tagen erscheint mein eBook.
Wollte ich nur mal so angemerkt haben.

Nachdem ich hier schon ein kleines Weilchen schreibe, schiebe, sortiere, überarbeite und zusammenwerfe, dachte ich mir, ich könnte das ja jetzt mal so kundtun.
Äußerer Druck und so, ihr wisst schon.

Ich denke, ich bin mittlerweile so weit, dass ich nicht nach besagten 80 Tagen mein bestes Wowereit-Lächeln herauskramen muss.
Zumindest wird nix monatlich 35-40 Millionen Euro teurer werden, sollte mir bis dahin immer noch kein prägnanter Titel eingefallen sein.

Eigentlich muss ich auch nur noch mit der verflixten Formatierung klarkommen, das Inhaltsverzeichnis mit dem Inhalt verknüpfen und einen Preis festlegen.
Und die Bilder-Frage klären.
Und den ein oder anderen Übergang glätten.
Vielleicht noch zwei, drei Texte mehr neu dazu nehmen.
UND einen Titel finden, wie gesagt.

Wenn das alles erledigt ist, werde ich mit dem Zeigefinger der rechten Hand irgendwann die Enter-Taste betätigen, mich langsam zurücklehnen und unmittelbar darauf einen hysterischen Anfall kriegen, weil mir auffallen wird, dass ich etwas Wichtiges vergessen habe.

So wie damals, als ich zusammen mit einem Freund die erste Ausgabe meines Musikmagazins von der Druckerei abholte. Ehrfürchtig zog ich vorsichtig ein niegelnagelneues, glänzendes Heft aus einer der Kisten und betrachtete voller Stolz und Wärme und Glück das Titelbild.
Dann fiel mir auf, dass ich vergessen hatte, den Preis abzudrucken.
Mein Schrei hallt den Druckerei-Mitarbeitern bestimmt noch heute in den Ohren.

Ich hoffe allerdings fest darauf, dass ich im digitalen Zeitalter eine Möglichkeit finden werde, Versäumtes und Fehlerhaftes dezent zu korrigieren.
(Mit dem Edding überall “3,- DM” draufschreiben, scheidet jedenfalls aus.)


Eat, Pray, Love

Juni 27, 2014

Achtung, amüsant:

Juni 11, 2014

(Genaugenommen musste ich mich gerade fast übergeben vor Lachen.)


Ich. Bin. Ganz. Ruhig.

Juni 7, 2014

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by HckySo

Auf der Suche nach mehr Entspannung und Gelassenheit versuche ich mich derzeit in der Meditation.
Da gibt es ja tausendundeine Variante, sitzend, liegend, stehend, gehend, visualisierend, loslassend, tiefenreinigend und fünf Zentimeter über dem Boden schwebend.

Nachdem ich mich nun in den letzten Tagen durch das Angebot gewühlt habe, werde ich ab Oktober an einem achtwöchigen Kurs in “Mindfulness based stress reduction”, kurz MBSR teilnehmen, und ich bin schon ziemlich vorfreudig – nur noch vier Monate, und ich werde der gelassenste, heiterste und natürlich tiefenentspannteste Mensch in einem hoffentlich weiteren Umkreis sein.

Bis dahin, so dachte ich, könnte ich mich ja mal mit einer Art Basis-Meditation auf das Ganze einstimmen.
Praktischerweise fand ich dazu in all den Ratgebern und Anleitungen diesen Satz:

“Wenn Sie von diesem Angebot ein bisschen erschlagen sind, dann setzen Sie sich einfach in bequemer Kleidung an einen ruhigen, ungestörten Platz. Schließen Sie die Augen. Versuchen Sie, Ihre Aufmerksamkeit auf den eigenen Atem zu richten. Jeden Tag eine Viertelstunde.”

“Einfach”, dachte ich, “das mach’ ich doch mal eben.”

Ich setzte mich entspannt hin, die Hände ruhten locker auf den Oberschenkeln, und während ich mich intensiv auf das Ein- und wieder Ausatmen konzentrierte und noch um einiges intensiver versuchte, meine volle Aufmerksamkeit einzig und allein darauf zu richten, dachte ich unter anderem folgendes:

Na, wenn jetzt die Kinder reinkommen.
Ich hätte vielleicht die Vorhänge zuziehen sollen.
Boah, bei Nachbars werden aber mal wieder Klaviere verrückt.
Was machen die da oben eigentlich immer?
Wie viel Zeit wohl schon vergangen ist?
Mein Ohr juckt.
Ob man beim Meditieren wohl kratzen darf?
Komisch, ich glaube, irgendwie atme ich mehr ein als wieder aus.
Ich werde der erste Mensch auf Erden sein, der vom Meditieren Seitenstechen bekommt.
Wann bin ich im Kindergarten eigentlich wieder mit Kochen dran?
Wie soll ich denn wissen, wann diese Viertelstunde vorbei ist, wenn ich die Augen geschlossen halten soll?!
Ob man sich wohl einen Wecker stellen darf?
Ob ich mal gucken soll?
Nee, nee, das war bestimmt noch keine Viertelstunde.
Hat da eben was im Flur geknackt?
Ist schon langweilig, so rumzusitzen.
Ich glaub’ jetzt guck ich doch mal.
Hab’ ich mich eigentlich überhaupt schon auf’s Atmen konzentriert?
Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen.
Einaaaatmeeeen, ausaaaatmeeen.
Jetzt guck ich.
Wie jetzt, erst elf Minuten?

(Die werden in diesem Kurs mit mir ihre helle Freude haben.)


Abends, gegen 22.00 Uhr…

Juni 3, 2014

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by blvesboy

… kommt der Sohn aus seinem Bett geschlüpft:

“Mama?”
“Liam, was machst Du denn hier?! Ab ins Bett!”
“Mama, ich muss dich aber noch etwas fragen!”
“Was denn?”
“Mama…?”
“Jaaa…?”
“Wann besucht mich mal wieder jemand?”
“Morgen. Und jetzt zurück ins Bett!”
“Aber Mammaaaa…?”
“Liam, was ist?”
“Mamaaa….?”
“Jaahaa?”
“Wann ist Weihnachten?”
“… ! In sechs Monaten! Liam, geh jetzt bitte zurück in dein Bett! Es ist echt schon spät!”
“Ja, aber, Mamaaa…?”
“Liam…!”
“Ich hab’ noch eine Frage!”
“Welche? Und dann ist aber Schluss!”
“Ja. Mama…”
“?”
“Also, Mamaaaa….”
“?”
“Also… hm… irgendwie lässt mein Kopf jetzt leider die Fragen nicht raus.”
“Dann überleg’s dir in Ruhe und frag mich morgen früh. Ab ins Bett!”
“Darf ich noch etwas essen?”
“Nein.”
“Auf deinen Schoß?”
“Nein!”
“… Bringst du mich noch mal ins Bett?”
“… Na gut.”

Abgang.
(Streng gucken und zeitgleich denken “Entzückend” trifft meine Haltung in solchen Momenten recht gut.)


Erstens kommt es anders…

Mai 28, 2014

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by Rita Crane Photography

Also, eigentlich war das heute ja so geplant:
Die Lieblingstochter übernachtet in ihrer Mittagsbetreuung in der Schule, und der kleine Bruder übernachtet zusammen mit seiner Freundin Amelie bei den Zwillingen Leonie und Annie. Beide Kinder jubeln seit Tagen ob dieser Events, und heute morgen waren sämtliche Rucksäcke gepackt und Liam und Nathalie im Vorfreudefieber.

Just in der Sekunde, in der ich Liam samt Riesenrucksack zur Tür hinausschob, klingelte jedoch mein Telefon: Amelie ist krank, und da Amelie leider, leider bereits die letzte Vierertruppen-Übernachtung nicht mitmachen konnte, wollte die Mutter der Zwillinge die Übernachtung gerne verschieben.

Liam, der Minuten vorher Nathalie verabschiedet hatte, die fröhlich mit Schlafsack und Pack zur Schule marschiert war, gönnte sich drei Sekunden Schockstarre, bevor seine Unterlippe sich nach vorne schob und dunkle Wolken ihn umwölkten. Direkt nach: “Ich hab’ mich aber SO gefreut…” kam mir glücklicherweise ein Geistesblitz:
“Du, vielleicht hat ja Leonie Lust, hier zu übernachten? Das letzte Mal war ja Annie dran, da könnte ja jetzt spontan Leonie…?”

Große Freude am anderen Ende der Leitung (zumindest bei Leonie), und mein Sohn fuhr den kompletten Weg laut singend zum Kindergarten. Milde lächelnd fuhr ich hinterher, einen hell leuchtenden “Gute-Mutter”-Heiligenschein über dem Kopf balancierend.

Zu Hause informierte ich dann mal eben schnell den Gatten über diese kleine Programmänderung.

“Oh”, sagte der, “schade. Ich hatte nämlich bereits seit Wochen einen Tisch in einem Super-Restaurant reserviert.”

Ungefähr dreißig Sekunden lang überlegte ich intensiv, wie ich diese Situation jetzt noch umbiegen könnte, landete aber letztlich bei: Aaaaaargh – Mist.

(Jetzt geh’ ich mal eben den Kühlschrank auffüllen, damit wir wenigstens nicht zusammen mit Leonie und Liam Gnocchi mit Tomatensoße essen müssen.)


Herr Ober! Können wir Ihnen vielleicht etwas bringen?

Mai 26, 2014

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by garryknight

Die Tage war ich mit einer Freundin unterwegs, und es war ein sehr netter Abend.
Einzig die Tatsache, dass es uns über gefühlte Stunden hinweg nicht gelang, eine Kellnerin an unseren Tisch zu rufen, um zahlen zu dürfen, war ein klitzekleines bisschen öde – je länger wir allerdings hoffnungsfroh guckten und mit den Armen wedelten und “Hallo” riefen, desto interessanter wurde es, da besagte Kellnerin entschlossen schien, nicht nur uns, sondern den kompletten Westflügel des Lokals zu ignorieren.
Vermutlich hatte sie eine Wette mit einer Kollegin laufen oder so etwas – “Wie lange kann ich so tun, als wäre ich hier nicht angestellt, bevor ein aufgebrachter Lynchmob mich ins Spülbecken befördert?” (in unserem höflichen Stadtteil ziemlich lange).
Irgendwann standen etwa fünfzehn Leute gleichzeitig auf und griffen nach Jacken und Taschen, was die Gute dann zusammen mit einer weiteren Kollegin dann doch veranlasste, zu den Tischen zu stürzen.

Im Nachhinein fiel mir in diesem Zusammenhang ein anderer Abend ein, bei dem ich ganz ähnliches erlebte.
Er endete allerdings ein bisschen effektvoller.

Auch hier saßen ich und einige Freunde schon eine ganze Weile vor den leeren Gläsern und hatten bereits durch Winken und Hälse recken zu signalisieren versucht, dass wir bereit zum Aufbruch wären.
Vermutlich erwartete die Bedienung kein allzu großes Trinkgeld von einem Tisch voller langhaariger Typen (und einem langhaarigen Mädchen dazwischen), denn besondere Eile legte sie nicht an den Tag.
Verkniffen lächelnd gestikulierte sie uns ein ums andere Mal, dass sie so-fort zu uns kommen würde, sobald sie gerade noch dies erledigt und jenes getan habe.

Mir gegenüber am Tischende saß der zurückhaltende Jens, sein Bierglas locker mit einer Hand umfassend, und derweil sehnsüchtig zur Kellnerin blickend, direkt daneben Guido, der mit einem nicht ganz so zurückhaltenden Temperament gesegnet war. Ohne jede Vorwarnung versetzte er Jens’ Hand plötzlich einen heftigen Stoß, wodurch Jens seinem leeren Glas so viel Schwung verpasste, dass es über den Tischrand hinausschoss und am Boden zerschellte.

Fassungslos starrte Jens erst auf sein zerschmettertes Glas, dann auf Guido, der sich mit einem zufriedenen Lächeln zurücklehnte:
“Jetzt wird sie dann wohl kommen”, erklärte er seelenruhig.
Und das tat sie dann auch.

(Damals fand ich das derart lustig, dass ich fast von der Bank gerutscht wäre.)
(Das wäre heute wohl immer noch so.)


Unerwartet.

Mai 20, 2014

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by shesimmers.com

Gerade eben hab’ ich den ersten “Grünen Smoothie” meines Lebens gezaubert.

Vermutlich hätte ich jedoch für dieses Experiment zur Premiere nicht ausgerechnet Löwenzahn nehmen sollen.
Mittlerweile hab’ ich dem ursprünglichen Rezept, bestehend aus einer Handvoll Löwenzahn, einer Banane und ein paar Erdbeeren, noch zwei zusätzliche Bananen, noch mehr Erdbeeren und außerdem zwei große Löffel Honig hinzugefügt, leider, leider jedoch wird das Ganze zwar mehr und mehr, es schmeckt aber immer noch genauso bitter, wie beim ersten euphorischen Probier-Schlückchen (bei dem sich mir spontan die Lippen einrollten).

Aber drei Bananen, sehr viele Erdbeeren UND dieser verflixte Löwenzahn – ich bring’s nicht über’s Herz, das Ganze in den Ausguss zu kippen.

Im Moment trinke ich daher immer mal wieder zwei, drei sehr große Schlucke und kompensiere anschließend mit einem winzigkleinen Stückchen Zartbitterschokolade.

(Gesund geht vermutlich anders.)


Augenblick.

Mai 17, 2014

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by Greencolander

Gerade hab’ ich die Lieblingstochter zu einem Kindergeburtstag verabschiedet.
“Ich hab’ dich lieb!”, kommt es wie gewohnt von ihr, als sie zur Tür hinaustritt.
“Ich hab’ dich auch lieb!”, erwidere ich und stelle mich in Wink-Positur.

Doch statt die Treppen hinunterzueilen, schaut sie mich lächelnd an:
“Weißt du, Mama, warum ich immer noch einmal sage “Ich hab’ dich lieb”, bevor ich gehe? Und beim Ins-Bett-Gehen auch? Weil, wenn einem von uns plötzlich etwas passiert, wenn du zum Beispiel nachts auf einmal stirbst – dann soll dass das letzte sein, was du von mir gehört hast.”

(Jetzt. Nicht. Heulen.)


Warum ich Matt Mulholland liebe:

Mai 15, 2014

Darum:

Und darum (SO SEHR darum!):

Darum:

Und darum:

Sowieso darum:

Und nicht zuletzt darum:


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