Archiv für Dezember, 2007

Das halbe 2007 - (Tusch)

Dezember 31, 2007

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by CopperGecko

Nach einem guten halben Jahr stelle ich für meine Blogeinträge mal folgendes fest:

Die meisten Kommentare erhielt der Eintrag
“Ih.”,
dicht gefolgt von
“Ich hasse Mehlmotten”.
Offenbar treffen Schauder-Themen doch irgendwie immer einen Nerv.
Dazu kann ich vermelden, dass ich mich zwar immer noch genötigt sehe, hin und wieder eine Spinne mit Todesverachtung aus dem Fenster zu schütteln, jedoch seit mindestens drei Wochen keine Mehlmotte mehr gesichtet habe.
Meine Wünsche für 2008: erstere kommen zukünftig gefälligst mal öfter bei den Nachbarn unter, zweitere rotten sich in einer spontanen Aktion aus Versehen weltweit von selbst aus.

Am häufigsten angeklickt wurden in aufsteigender Reihenfolge
“Busgeplauder”,
“Musikanlage vs. Tochter, Tochter gewinnt”
und
“Düsseldorf - New York”.
Ginge das Jahr noch etwas weiter, hätte allerdings
“Für Judith”
reelle Chancen, es ganz an die Spitze zu schaffen (und das nicht, weil ich mich zweimal täglich am F.A.O. Schwarz Piano erfreue) (was ich tue) (aber meine Hits zählen ja nicht).
Mein Wunsch für 2008: Ein neuer Quinny und ein schöneres Weihnachtsfest für Judith.

Mit der Suchanfrage “lackierte Zehennägel” wurde mein Blog am häufigsten aufgerufen. Der neugierige User wurde daraufhin zum Eintrag
“Dresscode”
geführt und nahm seine Suche im Anschluss daran vermutlich etwas enttäuscht wieder auf.
Immerhin lag er aber nicht ganz so weit daneben, wie die Schlüssellochgucker die es mit der zweithäufigsten Suchanfrage “Mädchen im Bikini” auf dieselbe Seite schafften.
Die dritthäufigste Suchanfrage, nämlich “Workout Gisele Bündchen”, findet mit dem Blogeintrag
“Workout!”
zumindest ansatzweise ihr Ziel, schließlich wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis ich einen ähnlich wohlgeformten Körper vorzuweisen gehabt hätte, wie das Supermodel, wenn ich nur bei der Stange geblieben wäre.
Erlebnisse, wie in “Cardio Dance Blast” nur bedingt verarbeitet, wirkten dann aber doch leider gar zu demotivierend.
Mein Wunsch für 2008: einen Privat-Pool, um mich in Form zu bringen, ohne mich gleichzeitig zum Affen zu machen.

Und zum Schluss - meine beiden persönlichen Favoriten aus den zarten Anfangszeiten dieses Blogs:
“Technik”
und
“Deutsch - Englisch”.
Mein Wunsch für 2008: weiterbloggen.

Bestandsaufnahme - Ende.

Der letzte Wunsch für 2008:
Ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr euch allen da draußen.
Ich hoffe, man liest sich.

Für Judith

Dezember 29, 2007

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by kira (wie alle weiteren auch)

Eine gute Freundin von mir hat dieses Jahr einen spektakulären Heiligabend erlebt. Aus der Reihe “Was man Heiligabend so gar nicht brauchen kann” war so ziemlich alles vertreten, und auf mein schockiertes “Kann man Dir was Gutes tun?!” erklang es von ihr virtuell über den Ozean:

“kira, ja, tu mir was gutes, bitte! vielleicht gehst du für ne stunde als getarnte judith durch nyc und trällerst vor dich hin, tanzt über die straße, sagst allen leuten hallo und dass ihr “all insane” seid und lachst dann komisch dazu, aber mach ein foto davon, damit ich auch weiß, was ich dort so gemacht hab die stunde über, und wo ich mich nicht mehr blicken lassen kann, zumindest nicht als getarnte judith alias kira.”

Nun denn.
Im Übereifer bin ich sogar durch halb Manhattan gerannt, wobei ich doch an mich halten konnte, was die Selbstentblödung betrifft. Mir passiert das unbeabsichtigt schon häufig genug, das muss ich daher nicht auch noch forcieren, wohl.

Also, Judith, bitte schön - für Dich:

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Hier siehst Du - wie auch schon fotographisch sehr professionell auf dem Bild festgehalten - die diesjährige Modelleisenbahn im City Corp Building. Ich hab’ mir mental eher unprofessionell so gar nichts gemerkt dazu, außer “Tausende von Büschen und Bäumen” sowie “Zwei eislaufende Hunde”.
Lass Dir also nur sagen, dass das Ganze wirklich sehr, sehr groß ist. So groß, dass die Besucher wiederum professionell um das Geschehen herum geschleust werden (was wiederum in erster Linie einen wichtigen Gesichtsausdruck und das Beherrschen des Textes “Please fill the gaps!” voraussetzt).
Hat vor allem dem Töchterlein sehr gut gefallen.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Central Park, und an der Ampel neben dem Apple Store hielt ich dieses besinnliche Bild fest:

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Ich möchte nicht unerwähnt lassen, liebe Judith, dass ich mir nicht sooo sicher war, ob die beiden Easy Rider mit Totenkopfgesichtern mir nicht einen vor den Latz knallen würden, wenn ich sie auf Bild festhalte, aber für Dich hab’ ich’s gewagt.
Stolzgeschwellt ob dieser mutigen Tat ging’s dann anschließend weiter in den Central Park hinein.

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Mich hätte der Hunger ja glatt durch den gesamten Park hindurch getrieben, Kind und Gatte jedoch klebten leider vor dieser schönen Szenerie fest:

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Hier siehst Du die leere Eisbahn im Wolman Rink. Leer ist sie deshalb, da die Eisfläche gerade erneuert wurde. Und spannend ist das genau so sehr, wie sich das anhört. Der Gatte jedoch schwadronierte eine halbe Stunde lang über “diesen coolen Job” des Eiserneuerers, und wie “genial” es doch sei, so “genau sehen zu können, was man schon geschafft” habe.
Nathalie fasste sich kürzer, stellte mit “Ich will das sehen!” jedoch auch ganz unmißverständlich klar, dass ich die schlechteren Karten habe, was das Weiterziehen betrifft.

Nach etwa einer Dreiviertelstunde wurden wir für die doofe Warterei mit diesem Anblick belohnt:

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Und dann konnten wir endlich essen gehen.

Und zwar das:

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“Dosa” nennt sich dieses leckere Gebilde. Meines ist gefüllt mit roter Beete, Kürbis und Ziegenkäse, und ich bin die erste, die zugeben würde, dass dieses Foto es vermutlich nicht ins Werk “Ästhetische Kochkunst” geschafft hätte.
Man erspare sich daher jeden Kommentar und folge mir ins Museum of National History:

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Darin siehst Du unter anderem das:

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(vorne)

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(hinten)

Dieser Wal ist so gigantisch, dass mir weitere Worte völlig unnötig erscheinen.
Wann auch immer ich im Museum of Natural History bin, muss ich mich jedes Mal unter diesen Wal stellen und mir vorstellen, er fiele jetzt gerade herunter.

Tribute to Christmas im Museum of National History:

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Man kann sich nun darüber streiten, ob trotz des Origami-Themes die lindwurmartige Papierschlange nicht doch ein bißchen nach Endlos-Druckerpapier aussieht, wirklich nett anzusehen waren aber diese niedlichen Tierchen hier:

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Diesmal wieder fotographisch brillant kann man sicher das Einhorn-Grüppchen erkennen - passend zur Ausstellung “Mythic Creatures”, die hier noch bis zum 8. Januar zu sehen sein wird.

Wieder draußen ist es bereits dunkel. Und obwohl Weihnachten ja bereits vorbei ist, blinkt New York noch in froher Festbeleuchtung vor sich hin.
Sowohl im Kleinen…

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… als auch im Großen:

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Auf dem letzten Bild ist der Baum vor der Metropolitan Opera zu sehen und zwar gerade in blau.
Steht man länger, sieht man ihn auch noch in grün, gelb und pink.

Mit diesem Bild endet der Tag und dieser Blogeintrag.


(Dies als Zugabe - ich erlaube mir mal einfach, die zu geben, ohne explizit dazu aufgerufen zu sein. Life zu sehen bei F.A.O. Schwarz, und immer wieder schön)

Weihnachtsstöckchen die II.

Dezember 28, 2007

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by krisdecurtis

Noch ein Weihnachtsstöckchen vom liebsten ichbinimmerich

1. Liebstes Weihnachtslied?
“Fröhliche Weihnacht überall”. Und “Jingle Bells”. “We wish you a merry Christmas”. Und, äh, “Kommet ihr Hirten”. Und “Stille Nacht”.
Ich könnte noch eine Weile weiterschreiben, verbiete meinem Hirn aber jetzt, weiter darüber nachzudenken.

2. Outing: Wann fängst Du an mit Weihnachtsdeko?
Normalerweise halte ich mich bis zum Samstag vor dem 1. Advent zurück. Dieses Jahr hab’ ich mich nicht so beherrschen können und bereits eine Woche vorher damit begonnen.

3. Kaufst Du Dir einen eigenen Adventskalender?
Nö. Ich freu’ mich aber immer sehr, wenn ich einen geschenkt bekomme.

4. Weihnachtsbaum?
UNBEDINGT.

5. Weihnachtsgans?
Ih.

6. Drei Nüsse für Aschenbrödel?
Mag ich sehr, ist aber kein Ritual. Stünde hier “Die Muppets Weihnachtsgeschichte”, würde die Antwort anders aussehen.

7. Heiligabend-Ritual?
Feudales Frühstück, dieses Jahr NEU: Kind darf den Baum mitschmücken, Weihnachtsspaziergang Vater + Tochter, Mutter erledigt in dieser Zeit das “Geschenke-unter-den-Baum-Drappieren” und andere essentielle Notwendigkeiten. Das Christkind hinterläßt auf der Treppe einen Beweis seiner Anwesenheit (dieses Jahr einen Baumanhänger an der Türklinke). Alle werfen sich in Festagsgewänder. Tochter muss hibbelig vor der Tür zum Weihnachtszimmer warten, bis ich ungefähr fünfzig Kerzen (einschließlich der echten Christbaumkerzen) entzündet habe, Musik, und dann - öffnet die Tür!

8. Weihnachtstage-Ritual?
Essen bei/mit Freunden.

9. Hast Du Geschenkwünsche geäußert und berechtigte Hoffnung auf Erfüllung?
Ich äußere seeehr subtil und freu’ mich über nahezu alles (sogar über ein Paket Tütenklipse von Ikea) (mehr aber noch über die Kette von Katinka Neuner)

10. Größter persönlicher Weihnachtswunsch (abgesehen von Gesundheit, Weltfrieden etc. ;o)?
Die Familie findet wieder zusammen.

11. Welchen Musiker/Schauspieler/berühmten Menschen würdest Du gerne zur Weihnachtsfeier einladen?
Terry Pratchett.

12. Würdest Du Weihnachten lieber in der Karibik feiern?
NEIN.

13. Weihnachten mit Großfamilie (Oma, Opa, Onke, Tante..alle) oder Kleinfamilie (Mama, Papa, Kind)?
Heiligabend in klein, Feiertage in groß.

14. Lieblings-Plätzchen?
Nougatknöpfe, Vanillekipferl, Zimtsterne, Orangen-Schoko-Taler, Spekulatius, Caramel-Cookies in ungefähr dieser Reihenfolge.

15. Schon Geschenke gekauft?
Ich hatte bis zum 24. alle beisammen. Bin eher der Kurz-vor-knapp-Erlediger.

16. Würdest Du Weihnachten lieber abschaffen, ersetzen?
Auf gar keinen Fall! Ich würde auch jeden verklagen, der dies versucht.

Kann man ein Weihnachtsstöckchen am 28. Dezember noch weiterwerfen?
Hmhmhm… Frau Antonmann, ich weiß ja, Sie sind eigentlich damit durch - aber mögen Sie’s vielleicht dennoch fangen?

Wissenswert

Dezember 27, 2007

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by Sidereal

Wenn man sechs Dollar in einen Crab Cake investiert, der nicht sonderlich gut schmeckt, einen aber dann zwischen vier und sechs Uhr morgens im Bad festhält, dann handelt es sich um eine Fehlinvestition.

Weihnachtsgrüße

Dezember 26, 2007

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by Fenchurch!

Mir fremde New Yorker riefen mir gestern folgendes zu:

“Merry Christmas!” - die Frau an der Kasse bei Fairway, wo ich Muffins, Baguette, Wasser und Meerrettich besorgt habe (essentiell wichtige Dinge für ein Lachsfrühstück, bei dem nur der Lachs vorhanden ist).

“God bless you and your child” - eine alte Frau mit nackten Beinen und herunterrutschenden roten Socken unter einem abgewetzten Mantel.

“Merry Christmas!” - der Doorman im Haus unserer Freunde, bei denen wir gestern zum Essen eingeladen waren.

“Merry Christmas!” - ein junger Mann mit Dogge, beide im Mantel.

“Merry Christmas!” - ein Busfahrer.

“Where is your child? Where is your CHILD?!” - eine alte Frau mit nackten Beinen, weißen Söckchen, blauem Mantel und rotem Kopftuch, die an einer Hauswand gelehnt am Broadway stand.

“Thankyouthankyouverymuchmerrychristmasthankyou” - ein Mann undefinierbaren Alters in mehreren Schichten Kleidung, dem ich etwas Geld in die Hand drückte.

“Merry Christmas!” - die Frau an der Kasse in einem Deli, bei dem wir Häagen Dasz Mint Chocolate für’s Dessert erstanden.

Euch fremden Lesern - und auch all den mir bekannten:
Merry Christmas.
Frohe Weihnachten.

O Tannenbaum

Dezember 23, 2007

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by brandon king

Die meisten New Yorker haben ja bereits einen Christbaum.
Der steht in der Regel vor irgend einem schönen, hohen Fenster und verbreitet festliche Stimmung bis auf die Straße hinaus.
Und obwohl ich seit Jahrzehnten überzeugte “Ich kaufe meinen Tannenbaum erst am 24. Dezember”-Verfechterin bin, hat mich das zugegebenermaßen etwas unter Druck gesetzt. Ich meine, was, wenn am 24. Dezember keine Tannenbäume mehr zu haben sind? Was, wenn die New Yorker denken “Ach, am 24. Dezember, da kauft doch keiner mehr einen Baum” und einen Tag vorher sämtliche noch vorhandenen Tannenbäume zu Elefantenfutter verarbeiten?
Oder wenn’s dann nur noch winzige und abgenadelte Schrägbäumchen gibt?
Dieses Risiko konnte ich unmöglich eingehen, und deswegen trieb ich Mann und Kind bereits am 22. Dezember auf den Broadway, um unseren diesjährigen Weihnachtsbaum zu sichern.

Meine bevorzugte Christbaumgröße bewegt sich etwa um die zwei Meter zwanzig herum. Ich scharwenzelte relativ lange in diesem Segment, bis ich endlich den perfekten Baum am Stamm gepackt hielt: gerade, dicht gewachsen, gleichmäßig und weichnadelig. Mein Baum.

“140,- Dollar”, sagt der Verkäufer.
“Kreisch”, sage ich.

Die nächsten zwanzig Minuten war ich bei den 1,70-Bäumchen zu finden, wo ich den Verkäufer für ein etwas zu dicht gewachsenes Exemplar mit Kahlspitze und Loch an der Seite von 80,- auf 60,- Dollar herunterhandelte.

Das Loch wird zur Wand gedreht, die Glatze mit einem goldenen Stern kaschiert, und eine mit Geschenkpapier umwickelte Kiste verleiht ihm die notwendigen Zentimeter, um mit den Zwei-Zwanzig-Bäumen der letzten Jahre mithalten zu können.

All dies ist natürlich mehr für mich - das Töchterlein hat ihn bereits geliebt, als er ihr mit “Das ist unser Weihnachtsbaum” vorgestellt wurde.

Düsseldorf - New York

Dezember 21, 2007

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by Bruno D Rodrigues

Es wäre wohl mal an der Zeit, mich zu entschuldigen, und zwar bei all denen, die mit mir zusammen im gleichen Flugzeug fliegen müssen.
Denn in dem Moment, in dem ich mich einchecke, scheint das Schicksal jedes Fliegers fest zu stehen: er startet zu spät.
Immer.
Immer und überall. Und sei es ein gänzlich banaler Flug von München nach Düsseldorf, der normalerweise völlig unaufgeregt und problemlos jeden Tag seine Runden dreht.
Wenn ich dabei bin, fliegt er nicht um 9.55 Uhr, wie geplant, sondern um zehn nach zwölf.

Das ist klasse, wenn man sich mit müdem Kind um 6.50 Uhr aus dem Haus zum Flughafen begeben hat, um gegen acht dort aufzutreten und dann vier Stunden doof herumsitzt und bereits sämtliche Bücher vorlesen muss, die eigentlich für den sich anschließenden Langstreckenflug geplant waren.
Zumindest hatte ich dadurch genug Zeit, um mich von dem Schock zu erholen, der mich ereilte, als der Check-In-Mitarbeiter nach einem Blick in seinem Computer feststellte:
“Sie fliegen nach Washington. Schön.”
Zehn lange Sekunden entsetzte ich mich über eine mögliche Fehlbuchung meinerseits, bis sich glücklicherweise herausstellte, dass der gute Mann den Flughafen JFK nicht in New York vermutet hatte.
Schön immerhin, dass der Co-Pilot für den Anschlussflug mit mir im Flugzeug saß - so musste die LTU nämlich nicht nur auf ihn, sondern auch auf mich warten.

Das… interessanteste an diesem Flug war das Verhalten der Flugbegleiterinnen. Ich lege selbiges normalerweise unter “zuvorkommend, aufmerksam und freundlich” ab, werde aber extra für die LTU-Mitarbeiterinnen des gestrigen Fluges noch eine Schublade “Flugbegleitung - skurril” eröffnen.
Wunderbar beispielsweise die Situation, als der jungen Frau neben mir in Reihe 25 mit den Worten “Das muss doch wohl nicht ausgerechnet jetzt sein!” untersagt wurde, die Bordtoilette aufzusuchen. Man gedachte das Mittagessen auszuteilen, und um das zu verdeutlichen, parkte die Dame der Flugbegleitung ihren überdimensionierten Metallwagen genau vor Reihe 25. Das Mädchen ließ sich dadurch nicht schrecken und kletterte über zwei Passagiere hinweg zur anderen Seite hinaus - musste sich für diesen Faux Pas allerdings auch ihr Essen selbst holen. Die Bestellung ihres Freundes “Einmal Nudeln, einmal Rindergulasch” wurde nämlich mit dem Satz “Ich kann ihnen nicht zwei Essen austeilen, wenn sie alleine sind” beantwortet, und auch der Nachsatz “Aber meine Freundin kommt doch gleich zurück!” erhielt nur ein schnödes: “Dann soll sie sich selbst etwas aussuchen, wenn sie wieder da ist”.

Das ist allerdings nichts gegen den erstaunlichen Moment, als eine Stewardess sich mit Kaffee und Tee der Reihe 27 näherte. In freudiger Erwartung hob ein Mann in Reihe 26 seine Tasse. Als Reihe 27 abgefüllt war, orderte er höflich einen Kaffee und bekam zu hören: “Das ist nicht mehr meine Reihe. Warten sie auf die Kollegin.”
Sprach’s und trat mit der vollen Kaffeekanne den Rückzug an. Es gelang ihr dann sogar noch, den fassungslos geöffneten Kiefer des Fluggastes zwei weitere Zentimeter nach unten zu bewegen, indem sie sich noch einmal zu ihm umwandte und streng fragte:
“Sie hatten doch auch schon, oder?”

Abgesehen von derlei Vorfällen las ich sämtliche Bücher drei- bis viermal vor, wanderte mit der Tochter Kilometer um Kilometer die engen Gänge zwischen den Sitzen ab und teilte mein Selbst stundenlang mit Johnny-Bär und den Puppen Lisbeth und Fiona, mit denen Nathalie sich offenbar um einiges lieber unterhielt, als mit mir.

Der eigentliche Schock aber erwartete mich, nachdem bereits alles überstanden schien. Ich hatte Nathalie, die wie üblich eine halbe Stunde vor der Landung in den Tiefschlaf sank, quer über den JFK getragen, um letztlich eine gute Stunde vor der Passkontrolle herumzutrödeln, wobei das Kind von Minute zu Minute an Gewicht zuzulegen schien. Jacken und Lisbeth hatte ich unter den anderen Arm geklemmt und mit der freien Hand zog ich den büchergefüllten Trolley hinter uns her.
Schwitzend hatte ich einhändig unsere Koffer auf einen Gepäckwagen gewuchtet und hätte Nathalie dabei einmal beinahe auf das Förderband fallenlassen.
Entsprechend beglänzt sichtete ich dann endlich nach zwanzigminütiger Suche unseren Quinny.
Gleich, gleich würde ich das 114 Kilo schwere Kind dort hinein sinken lassen, ein Sonnenaufgang schien sich an der kahlen Flughafenwand abzuzeichnen, als ich unsicheren Schrittes mit Gepäckwagen und Mini-Mädchen auf unser zusammengeklapptes Gefährt zusteuerte.
Leider war es der Fluggesellschaft gelungen, es während des Transportes irreparabel zu zerstören.

Statt Quinny liegt hier also nur die Bestätigung des Flughafenbeamten, dass der Kinderwagen nicht mehr zu gebrauchen ist.

Ruhe in Frieden, Quinny - wir werden Dich sehr vermissen.

Darf man Postbeamte schütteln?

Dezember 17, 2007

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by k.tommy now

Vorhin wollte ich bei der Post etwa zwanzig Briefmarken für meine Weihnachtsbriefe kaufen.
Außerdem hatte ich einen Großbrief dabei, und als ich den aus der Tasche zog, rutschten zwei, drei Umschläge der Weihnachtspost hinterher.
“Die Briefmarken sind aber nicht dafür gedacht, oder?”, fragte mich der ungewohnt aufmerksame Postbeamte.
“Doch.”
“Die kosten aber 1,45 Euro.”
“Wieso das denn?!”
“Weil sie quadratisch sind.”

Stimmt.
Meine Weihnachtspost ist dieses Jahr quadratisch.
Und weil dem so ist, muss ich jetzt gleich etwa zwanzig quadratische Umschläge aufreißen und die quadratischen Karten in rechteckige Umschläge stecken. Dann etwa zwanzig Adressen neu schreiben und noch einmal zum nächsten Briefkasten wandern.
Irgend ein begütigender und vernünftiger Teil in mir sagt:
“Ja, das können dann bestimmt die Maschinen nicht richtig lesen, oder so”.
Mein gesunder Menschenverstand jedoch grölt von hinten: “Häää!?”

Bleib’ ich gleich mal bei der Post.
Vor Wochen klingelte es bei mir an der Tür. Draußen stand der Paketbote und überreichte ein Paket. Prinzipiell ist das sicher sehr schön und auch spannend. Nun war das Paket aber leider beschädigt.
Ich benötigte etwa eine Sekunde, um dies mental zu erfassen und weitere zwei Sekunden, um dem Paketboten meine Beobachtung mitzuteilen: “Das Paket ist ja kaputt!”

Die Deutsche Post benötigte dann vier Wochen, um diese Beobachtung zu bestätigen.
Ich wurde genötigt, mit dem beschädigten Paket zu einer Postfiliale zu gehen. Dort wurde dann eine “Schadensfeststellung” aufgenommen, wobei - ich zitiere - “der äußere Zustand, die Außen- und Innenverpackung sowie die Verschlussart der Sendung schriftlich festgehalten” wurde. Weiterhin wurde der Inhalt der Sendung dokumentiert. ANSCHLIESSEND wurde das Paket zur Verpackungsprüfung eingeschickt.
Und nur besagte vier Wochen später erhielt ich einen freundlichen Brief mit der Erkenntnis: Ja, ihr Paket war kaputt.

Aufgrund dieser Feststellung erhielt ich vom Absender nach weiteren zwei Wochen den Inhalt des Paketes noch einmal.
Ob der dann von der Post eine Entschädigung erhalten hat, kann ich nicht beurteilen; keine Ahnung, ob er beweisen konnte, dass er das Paket nicht grob fahrlässig mit sich selbst auflösendem Packpapier umwickelt hatte.

Ähnlich obskur war der Vorfall mit der Wii.
Die hatte ich über ein großes Online-Auktionshaus letztes Jahr versteigert und dem Käufer das gute Stück dann liebevoll verpackt und als Paket versichert zugesandt.
Das Paket ging verloren.
Die Post benötigte ein gutes halbes Jahr, um es letztlich wieder zum Vorschein zu bringen - vermutlich hatte irgend jemand mittlerweile Muskelkater im rechten Arm und war daher bereit, die Wii wieder herauszurücken.
In diesem halben Jahr mussten sowohl der Käufer als auch ich diverse Formulare ausfüllen, uns beide bezüglich einer PostIdent-Prozedur zur nächsten Filiale begeben, unzählige Telefongespräche im Gegenwert der Wii führen und um ein Haar unsere Vollzeitjobs aufgeben, um die Zeit für all dies aufzubringen.
Für den Käufer war das besonders ärgerlich, denn statt einer der ersten zu sein, der die neue Wii ausprobieren durfte, war er dann doch eher einer der Nachzügler - und hätte das Gerät, falls er es zu dem Zeitpunkt gekauft hätte, zu dem er es schließlich erhielt, ungleich günstiger erwerben können.

Bürokratie ist doch was Feines.

Denkfehler

Dezember 14, 2007

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by tony newell

Wieso glaube ich eigentlich, dass ich heute ruhig mal bis in die Puppen aufbleiben kann, weil morgen ja Wochenende ist, wenn ich doch genau weiß, dass das Lieblingskind um genau die gleiche Uhrzeit wach werden wird, als wäre es ein ganz gewöhnlicher, schnöder Dienstag?

Am sinnlosesten.

Dezember 11, 2007

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by vinduhl

Die Tür des Bäckers schwingt hinter mir zu, und während mir der Eiswind den Schneeregen ins Gesicht pustet wäge ich ab, ob ich noch schnell 500 Meter weiter fahre, um Milch einzukaufen.
Dagegen sprechen meine völlig durchnässten und langsam gefrierenden Hosen und das dringende Bedürfnis ins Warme zu kommen, dafür spricht die Stimme des Töchterleins, die mittags nach dem Kindergarten auf ein Schüsselchen Cornflakes mit Milch besteht. Gute Mutter die ich bin, lenke ich mein Rad zum Supermarkt.

Ich hätte schon wieder nach Hause fahren sollen, als die ältere Dame mit vergrätztem Gesichtsausdruck darauf bestand, ihren Mopsdackel exakt an dem Eisenring anzuleinen, vor dem mein Hinterrad sich befand. Ich bin aber in begütigender Stimmung und schiebe mein Fahrrad einen halben Meter weiter, statt auf die fünf freien Eisenringe direkt neben ihr zu verweisen.
Mit knirschenden Hosen betrete ich den Laden und stelle eine Minute später fest, dass es keine Milch mehr gibt.
Um nicht völlig umsonst gekommen zu sein, greife ich mir ein Netz Äpfel und einen Joghurt, überschlage kurz und stelle fest, dass mir am Gesamtbetrag exakt zwei Cent fehlen.
Vorausdenkend hatte ich mir morgens fünf Euro in die Hosentasche gesteckt, um auf dem Rückweg vom Kindergarten schnell ein Brot zu kaufen.
Für Milch hätte es wohl auch noch gereicht, für Äpfel UND Joghurt dagegen nicht.
Joghurt also wieder weg, Schritt Richtung Kasse.

Im Vorbeigehen sehe ich, dass nach wochenlanger Abstinenz endlich wieder Biobutter im Regal liegt.
Ich eile die Äpfel zurückzutragen, überschlage noch einmal und wende mich mit zwei Päckchen Butter zur Kasse hin.
Eine Sekunde zu langsam muss ich dann leider zehn Minuten warten, bis mein Vorgänger seinen meterhoch gefüllten Einkaufswagen auf’s Band geleert und - nach einem Versuch mit einer nicht funktionierenden Karte - bar bezahlt hat.
Außer uns beiden und der Kassiererin scheint der Laden vollkommen leer zu sein.

Die Kassiererin greift sich die Butterpäckchen und nennt mir in genau dem Moment den Betrag, als drei gehetzt aussehende Menschen sich mit Einzelteilen bewehrt hinter mich stellen.
Die Butter ist teurer geworden, und peinlicherweise fehlen mir dreizehn Cent, um beide Päckchen zu bezahlen.
Unkompliziert eines zurückzulegen ist jedoch nicht drin, da der Kassiererin kein Stornoschlüssel zur Verfügung steht.
Also warten wir geschlagene fünf (lange) Minuten, bis die Stornoschlüsselinhaberin aus dem Pausenraum geschlurft kommt, während ich fühle, wie meine drei Hintermänner mir mit vorwurfsvollem Blick Löcher in den Rücken brennen.

Endlich draußen wartet das Wetter mit eigroßen Schneebomben auf, die Ampel schaltet fünf Meter vor meiner Ankunft auf Rot, und ein Polizist ranzt mich an, als ich die letzten zehn Meter zur Hofeinfahrt mit dem Fahrrad im Schritttempo auf den Bürgersteig zurücklege.

Also manchmal…