
by levistone
Wenn das Kind zum Händewaschen ins Bad verschwindet, Minuten später aber plötzlich ruft: “Fühl doch mal meine Haare, Mama!”, dann möchte man besser gar nicht so genau wissen, was in den letzten fünf Minuten geschehen ist.
Wenn es ein guter Tag ist, dann hat Nathalie lediglich beschlossen, ihre Haare mal eben unter den Wasserhahn zu halten. An schlechteren Tagen hat sie ihrem Schopf eine Zahnpastakur gegönnt.
Phasenweise beschleicht mich das Gefühl, ich könnte ihr Namensschild von ihrer Kinderzimmertür entfernen und es an die Badezimmertür heften.
Ein beliebtes Spiel ist es beispielsweise, Klopapier in winzige Fetzen zu reißen, diese zu Keksen zu deklarieren und sie unter dem Badezimmerschrank zu verteilen, zum Backen. Über die Diskussion darüber, warum ich ihre Kekse in den Mülleimer warf, obwohl sie noch nicht einmal fertig gebacken waren, schweige ich an dieser Stelle.
Aus unerfindlichem Grunde baut Nathalie auch am liebsten im Bad mit ihren Bausteinen. In der Regel wird dann eine etwa zwei Quadratmeter große Stadt kreiert, was ich prinzipiell immer sehr beachtlich finde und eigentlich sogar für förderungswürdig halten würde, wenn nicht nur leider ihr Wutpegel ohne nennenswerte Umwege in den roten Bereich schnellt, sobald auch nur ein Klötzchen beim Versuch, das Klo zu erreichen, in Schräglage gerät.
Im Bad frönt Nathalie auch ihrer Putzleidenschaft.
Es ist ein Foto wert, wenn man das Bad betritt und feststellt, dass der Deckel des Mülleimers gerade hingebungsvoll mit einer Zahnbürste (meiner) geschrubbt wird.
Auf den ersten Blick harmlos scheint dagegen ein mit Flüssigseife geputztes Waschbecken zu sein. Spätestens beim Versuch, das klebrige Zeug mit Wasser zu entfernen, wird leider sehr schnell klar, dass es weit weniger Zeit in Anspruch nimmt, eine Zahnbürste auszutauschen, als geschätzte 500 Milliliter Seife aufzuwischen.
Immerhin habe ich mit all dem Seifenüberfluss dann auch gleich den Fußboden gefeudelt, und der hatte es ohnehin mal wieder nötig.
Die Toilette dagegen schrie nicht unbedingt nach einer Rundumpflege. Aber was soll man tun, wenn das Kind stolz auf das tropfnasse Klo zeigt und verkündet, es habe selbiges gerade ganz alleine geputzt? Und als einziges Hilfsmittel die Klobürste noch in den Händen hält?
Wirklich schade bei alldem ist, dass Nathalie garantiert ihrer Putzliebe entwachsen sein wird, wenn sie altersmäßig in der Lage wäre, einen Lappen fachgerecht zu schwingen. Wenn sie aber bis dahin hier so weiterwischt, werde ich zumindest routiniert genug sein, die Wohnung in wenigen Minuten in eine wahre Glanz-Oase zu verwandeln.









Januar 29, 2008 um 7:59
ganz klar, kira, hier lebt eine seelenverwandte von nathalie. ein paar jahre älter, aber die leidensachaft hat sich gehalten. vom verteilen der zahnpasta bis hin zur flüssigseifenreinigung – nicht neues.
falls du mal ruhe brauchst: wir haben sehr gute erfahrungen mit der ausgabe von rasierschaum gemacht. verschafft einem locker einen kinderfreien nachmittag. *breitgrins*