
by Kaptain Kobold
Das Kind ist um zwanzig nach sechs wach, ich nicht.
Nichtsdestotrotz stehe ich verschlafen im Badezimmer und versuche unter Zuhilfenahme von kaltem Wasser einen halbwegs aufnahmefähigen Zustand zu erreichen.
Ich greife zum Handtuch und nähere es meinem Gesicht.
(An dieser Stelle bitte den Soundtrack von „Der weiße Hai“ hinzudenken)
„Oh“, denke ich träge, „ein Fleck. Wo kommt…?!“
Der Fleck lässt sich fallen und rennt auf acht Beinen davon.
Der sich anschließende frühmorgendliche Ausnahmezustand sieht so aus:
Ich schreie und lasse das Handtuch fallen. Gleichzeitig springe ich nach hinten und bringe dabei den Wäscheständer zu Fall. Die Tochter erscheint im Türrahmen und schreit solidarisch mit. Die Wäsche begräbt die Monster-Spinne. Die Tochter versucht zu mir auf den Klodeckel zu steigen.
Ich entsinne mich meines pädagogischen Auftrags und bringe meine nackten Füße wieder in die Gefahrenzone. Mit Todesverachtung stelle ich den Wäscheständer wieder in seine ursprüngliche Position zurück und sehe am Boden keine Spinne. Der Gedanke, dass die es sich gerade in einem meiner T-Shirts gemütlich macht, bringt mich um. Zu allem Überfluss hängt heute auch noch die dunkle Wäsche an der Leine.
Was tun, was tun?
Mit meinem besten Pokerface rüttele ich zaghaft am Wäscheständer.
Nix passiert.
Ich rüttele stärker.
Nathalie deutet auf den galoppierenden Achtbeiner zu meinen Füßen.
Diesmal schreie ich nicht, hüpfe aber dennoch ziemlich weit.
Minuten später sitzt das Tier draußen und ich mit aufgestelltem Haar zusammen mit der Tochter am Frühstückstisch.
Notiere: Spinnen-Phobie leider immer noch nicht überwunden.




März 19, 2008 um 10:56
Verehrteste,
die Lösung: einfach nicht mehr lüften. Kommen Gäste, werden die VOR der Haustür abgebürstet. Dann noch ein kleines Schild „off Limits“ mit so einem ausgeXten Chitinmonster drauf ans untere Ende der Haustür geklebt und die Wohnung ist wieder das vertrauenswürdige Heim, das Du Dir wünschst.
Den gemeinsamen Mutter-Tochter-Schrei hätte ich gern als Klingelton. Kann man da was machen?
März 19, 2008 um 11:20
Deine Spinnenphobie in allen Ehren, was MICH und wie ich erfahren habe auch Madame Klutze zudem ausserordentlich anwidert, sind die dringend einer Pediküre bedürfenden Fussnägel Deines Foto – Models!!! Brrrrrrrr
März 19, 2008 um 9:24
Dafür warst Du nachher definitiv wach. Eine bessere und schnellere Weckmethode musst Du erst noch erfinden
.
Aber ich kann Dir sehr gut nachfühlen. Ich mag die achtbeinigen Dinger auch nicht sehr gerne.
März 19, 2008 um 10:11
Doktor Vogl,
ich fürchte, dieser ganz besondere, den Umständen geschuldete Schrei ist leider nicht wiederholbar.
ichbinimmerich & Madame Klutze,
entschuldigt.
Ich verspreche zukünftig weitere 700 Bilder zu durchforsten, um „über einem Fliesenboden schwebende Füße mit pedikürten Nägeln“ aufzutreiben.
alcam,
schnell – ja. Aber spontan würden mir doch so einige Weckmethoden einfallen – inklusive „versehentlich aus dem Hochbett stürzen“ und „Kind übergibt sich ins Bett“ – die ich besser finden würde, als sich um ein Haar eine Spinne auf die Nase zu setzen.
März 20, 2008 um 12:49
Vielen Dank, sehr entgegenkommend von Ihnen
März 21, 2008 um 11:35
„Minuten später sitzt das Tier draußen“ – bitte, wie?!?
Ich bewundere Dich grenzenlos. Nach so einem Drama hast Du noch die Nerven, das Vieh einzufangen und lebendig vor die Tür zu setzen? Niemals!!! Die könnten mich, fürchte ich immer, noch durch dicke Kataloge hindurch angreifen, wenn ich draufstehe und sie drunter liegen. *schüttel*
März 22, 2008 um 7:05
Weißt Du, ich würde ja auch auf keinen Fall ausschließen, dass das funktioniert.
So wie ich früher auch nie ausschließen konnte, dass sie den 3-Kilo-Wälzer nicht vielleicht doch überlebt haben und mir nach Anheben desselben wütend ins Gesicht springen.
Aber was tut man nicht alles für das Kind.
(Obwohl – nach dieser letzten Aktion ist’s vermutlich auch egal)
März 25, 2008 um 1:11
Da hat das Tierchen ja nochmal Glück gehabt, dass ich nicht in der Nähe war: Ich werde bei deren Anblick zum Mörder!