Ich rühre gerade rein um des Rührens willen in meiner Teetasse herum, als mich ein langgezogener Quietschton innerhalb weniger Sekunden in eine Art Miniaturwerwolf verwandelt: meine Tochter spaziert, ihre neue Blockflöte malträtierend, in die Küche, und mir steht jedes einzelne Haar zu Berge.
Wäre sie die Hauptfigur in einem Comicstrip, dann würden um ihren Kopf gerade wackelig-verzerrte Noten tanzen, aber ich könnte glücklicherweise überhaupt nichts hören. So wird mir erstmalig im Leben klar, wie laut eine Flöte sein kann, und dass es derartig gellende Töne gibt, war mir bisher auch nicht bewusst.
Ich erwäge kurz eine rüde Unterbrechung der Darbietung, doch potenzielle negative Langzeitfolgen hinsichtlich ihrer Musikkarriere sowie mein großmütiges Mutterherz motivieren mich letztlich zum Durchhalten.
Als Nathalie das Instrument endlich absetzt, ist im Teelöffel ein Knoten, und in meinem Schädel dröhnt ein schrilles Pfeifen, doch mein Lächeln ist täuschend echt.
“Jetzt habe ich gerade fast ‘Häschen in der Grube’ gespielt”, informiert mich mein Kind und zieht sich in sein Zimmer zurück.
Ich muss mir etwas einfallen lassen, bevor sie sich an einem Stück von Beethoven versucht.










April 6, 2008 um 7:08
Siehst Du, “Knoten im Löffel” kenne ich sonst nur von den Maggie – Suppen!
(welcher Art genau diese Aussage sein sollte und was ich damit meinte, bleibt selbst mir für den Moment verborgen, aber es musste zumindest gesagt werden…)
April 7, 2008 um 10:16
Mit der Flöten-Assoziation im Hinterkopf ergeben sich nun völlig neue Sichtweisen auf die Frage, warum der Löffel beim Anblick einer Maggi-Suppe zum Knoten-Löffel wird, wohl.
April 7, 2008 um 12:16
Jetzt muss ich gerade mal was austesten…
April 7, 2008 um 12:17
Ah!
Die Zeit stimmt!
(zieht sich stolzgeschwellt zurück)
April 7, 2008 um 1:09
Nur Mut! Mein Sohnimann ist seit August in einer musikalischen Klasse und lernt Klarinette. Ich hatte schon in Erwägung gezogen, ihn unter Bezahlung einer finanziellen Dreingabe ungeliebten Nachbarn auszuleihen, inzwischen sind Töne und Melodien schon sehr ansehnlich geworden und reichten für ein kleines Schulkonzert!
Also, Ohren zu und durchbeißen!
April 7, 2008 um 2:15
Was machen Sie erst, wenn Töchterchen ihre Liebe zur Piccoloflöte entdeckt?
April 7, 2008 um 10:57
/me testet die uhrzeit auch nochmal und singt ein loblied auf die mundharmonika
April 7, 2008 um 10:58
stimmt
wobei 10.57 nachmittags ein netter euphemismus oder eine schlechte übersetzung ist, wenn man seit stunden die arbeit vor sich herschiebt…
April 7, 2008 um 11:24
luckyjack42,
August, September, Oktober … März, April.
(Ach)
madameklutze,
(ACH!)
Freilandrose,
Ich plädiere für “netter Euphemismus”.
(Selbst “1:09 Uhr vormittags” klingt dann harmloser)