Archiv für 'Miniblubber'Kategorie

Das hat sie nicht von mir.

August 1, 2008


by sockmonkey59

“MAMA!”

Ich fahre mit einem Ruck hoch und starre blicklos nach vorne.
Irgend etwas hat mich gerade höchst unsanft geweckt, aber warum…

“MAMA!”

Ich blinzele zur Uhr.
Kurz vor sechs.

“MAMA! Ich MUSS dir was zeigen!”

Ich benötige zwei weitere Sekunden, um die Stimmlage meines Lieblingskindes zu sondieren: Schreck? Entsetzen? Schmerz? Verzweiflung?

“MAMA! Jetzt KOMM doch mal her!”

Empörung.
Ja, Empörung trifft es ganz gut.

“MAMA!”

Ich höre, wie die Tochter sich auf den Weg zurück ins Schlafzimmer macht.
Gut. Dann darf ich wohl im Bett bleiben und mir wenigstens im Liegen anhören, was gerade Grauenvolles über uns hereingebrochen ist.

“MAMA!”

Mit vor der Brust verschränkten Armen und vorgeschobener Unterlippe starrt mich ein zerzaustes Kind von oben herab an.

“MAMA! So geht das nicht. Das Klo ist schmutzig!”

Oh mein Gott, ich habe einen Hausdrachen geboren.

Kindergartenalltag

Juli 7, 2008


by kpishdadi

Jana steht auf Zehenspitzen vor dem Spiegel:
„Ich bin schon ganz schön groß!“

Lukas: „Aber ich bin größer!“
Jana: „Aber der Markus ist noch größer als du!“
Lukas: „Aber meine Schwester Franziska ist größer als der Markus!“
Jana: „Aber meine Mama ist größer als Franziska!“
Lukas: „Aber mein Papa ist größer als deine Mama!“

Verkniffene Pause, dann schaltet sich Nathalie ein:
„Aber die Jana und ich haben schönere T-Shirts als du!“

Unter’m Strich:
Zwei Mädchen verziehen sich kichernd, ein Junge bleibt geschlagen zurück.

Zu Befehl!

Juni 29, 2008


by thenoodleator

“Papa, ich will auf Deinen Schultern sitzen!”
Papa nimmt das Kind auf die Schultern.

“Papa, die Hände nicht so, sondern so!”
Papa bringt die Hände in die gewünschte Stellung.

“Und jetzt”,
- reckt energisch den Zeigefinger nach vorne -
“mach galoppa-galoppa!”

Ach, neee

Juni 27, 2008


by gisarah

Wenn die Betreuerin beim Abholen mit Blick auf das bleich aussehende Mädchen neben ihr erklärt, Lea habe Fieber und das Kind auf der Heimfahrt hinzufügt, es habe sich mit besagter Lea heute die Trinklerflasche geteilt, dann ist das gar nicht gut für mein Nervenkostüm.

Schluss, aus, Ende!

Juni 26, 2008


by fieraz01

Ich habe den Punkt erreicht, an dem ich nicht, unter keinen Umständen, niemals mehr auch nur noch ein einziges Wort für die Bavaria auf der Theresienwiese sprechen möchte.
Jeden Morgen auf dem Weg zum Kindergarten und jeden Nachmittag auf dem Weg nach Hause - irgendwann ist’s auch mal gut!

So.
Nun wisst ihr das.

Wer sagt’s jetzt meinem Kind?

Wir sind ein bisschen gereizt.

Juni 18, 2008


by niccodeamus

*Ping*, macht es, und mein kleiner Fingernagel bautzt beim Überstreifen der Schlafanzughose versehentlich gegen die nackte Wade meiner Tochter.

“MAMA!”, werd’ ich da angebrüllt.
“Mama, du hast mich gekratzt!”

“Na ja, aber nicht schlimm”, beschwichtige ich, und das offenbar eine Spur zu unbekümmert.
“DOCH! WOHL schlimm!”, beteuert Nathalie empört und sucht angestrengt nach der potenziell versehrten Stelle.
“Da! Guck!”
Ich kneife die Augen zusammen, kann aber nichts entdecken.
“Ich seh’ nix”, stelle ich dementsprechend wahrheitsgemäß fest.

“MAMA!”, erbost sich die Tochter, “bis auf’s Blut hast Du mich gekratzt!”
“Oh ja, man kann sogar den Knochen sehen.”
“WO?”, ruft sie erschreckt, und ich beeile mich zu versichern, dass ich nur einen Scherz gemacht habe.

“MAMA!”, schreit Nathalie, “IMMER lügst Du mich an!
Und IMMER kratzt du mich!”

Manchmal frag’ ich mich ja doch, ob das anderen Müttern auch so geht.

Ice, Ice, Baby

Juni 1, 2008


by Sister72

Eine Kugel Schokoladeneis reicht für das Beschmieren von Nase, Kinn und Wangen, läuft beide Unterarme hinunter und bei geschickter Armhaltung auch wieder zu den T-Shirtärmeln hinauf, versieht das Kleid mit einem dekorativen Tupfenmuster und weist den Weg Hänsel-like von der Eisdiele bis hin zu unserer Haustür.

Trotzdem bleibt noch genug übrig, um mit einem leisen Schmatzen auf den Boden zu fallen und einen Wutanfall auszulösen.

Beeindruckend.

Muttersorgen

Mai 26, 2008


by UwePhilly

Mein Kind wird heute das erste Mal vom Kindergarten “fremdabgeholt” und verbringt den Nachmittag mit ihrer Freundin.
So mein Plan.
Nicht aber unbedingt der Plan der Tochter.

Wenn ich nun aber doch WEISS, dass es für sie wichtig ist, neue Erfahrungen machen zu können - und ich halte gerade die Erfahrung “Ich kann auch mal einen Tag ohne Mama sein und es macht trotzdem Spass” für wichtig - warum bringt mich dann mein Kind auf dem Fahrrad-Rücksitz so aus der Fassung, das unsicher “Ich hab’ Bauchweh” murmelt?

“Ich hab’ Bauchweh” steht für “Ich hab’ Angst”, “Ich fühl’ mich traurig”, “Ich bin unsicher” und natürlich manchmal auch für “Ich hab’ Bauchweh”.
Leider blinkt nicht immer die dazugehörende Aussage in einer Gedankenblasen über dem Schopf meines Kindes auf, und jetzt sitze ich hier und frage mich: welche Gedankenblase auch immer aufgeblitzt wäre - hätte ich das Mädchen-Treffen nicht absagen sollen?

Wenn man nur die Wahl zwischen “übertüdelig” und “gnadenlos” hat, fällt die Entscheidung schwer.

Schneller, weiter, mehr!

April 25, 2008


by brotkrumenspur

Nathalies Unterhaltungen mit ihren Freunden sehen derzeit meist so aus:

“Mein Essen ist noch ganz heiß.”
“Meins ist heißer!”

“Ich war erster!”
“ICH war erster!”

“Schau mal, ich hab’ ein Auto.”
“Ich hab’ auch ein Auto. Meins ist größer.”

Beim Malen mit dem besten Freund muss vorab geklärt werden, wer zuerst ein Blatt Papier bekommt, und wer auf dem höheren Stuhl sitzen darf.
Später wirft meine Tochter einen Blick auf die neben ihrem Bild liegenden Stifte und verkündet zufrieden:
“Ich hab’ acht Stifte. Ich hab’ mehr als du!”
Die Antwort ihres Freundes kommt sofort und ist nicht überraschend:
“Nein, ich hab’ mehr!”

Beide zählen schnell noch einmal durch.

“Ich hab’ acht!”
“Ich hab’ fünf!”
“Dann hast du weniger als ich!”
“Nein, hab’ ich nicht!”

Drei Sekunden lang sehen sie sich starr in die Augen.
Dann greifen beide in die Schachtel und beginnen in lautloser Verbissenheit Buntstifte vor sich aufzuhäufen. Als das letzte Wachsmalstiftbröckchen herausgeklaubt ist, werfen beide einen skeptischen Blick auf den Stapel des anderen, verzichten dann jedoch - da zahlenmäßig überfordert - auf weitere Diskussionen.

Einige Minuten malen beide schweigend vor sich hin.
Dann:

“Mein Bild ist schöner als deins.”
“MEINS ist schöner!”
“Beide sind schön.”
“Ja.”
“Aber MEINS ist bunter”

Wann hört diese Phase wieder auf?

Live und direkt aus unserem Wohnzimmer

April 18, 2008


by *MarS

Mein Kind spielt gerade.
Mit Max dem Löwen, Johnny Bär, einem Plüschlamm und dem Oma-Hasen.
Das klingt dann so:

“Also okay, das ist jetzt die letzte Warnung! (mit verstellter Stimme) Ich mag aber auf dem Kopf sitzen! Oh nein… (jammerndes Geräusch), jetzt weint der Max! Er ist vom Schwein gefallen! … Oh nein… er blutet am Po! Guck mal Mama, der Max blutet am Po, was können wir denn da machen? Johnny Bär, da können wir höchstens Wasser drauf schütten. Ich hol mal viel Wasser. Du willst jetzt nicht mehr reiten, oder Max? Ich geh mal eine Flasche Wasser holen und du setzt dich zu ihm ins Bett und liest ihm eine Geschichte vor, okay, Johnny Bär? (singt) Schlaf, Kindchen schlaf, der Vater hüt’ die Schaf…. schwimm, Kindchen, schwimm, dein Vater ist ein Schwimmbad, heile, heile Mausespeck, morgen früh ist alles weg! Oh nein, Oma-Hase, jetzt bist du auch auf die Nase gefallen. Jetzt brauchen wir aber ein langes Bett, und einer kann aber auch noch in der Ente sitzen… Johnny Bär! Sitzen! Nicht dauernd umfallen! Also! JOHNNY BÄR! SITZEN!… Lamm, möchtest du oben oder unten sitzen?…”

Können das außer Müttern eigentlich auch Normalsterbliche niedlich finden?