
by kira (wie alle weiteren auch)
Eine gute Freundin von mir hat dieses Jahr einen spektakulären Heiligabend erlebt. Aus der Reihe “Was man Heiligabend so gar nicht brauchen kann” war so ziemlich alles vertreten, und auf mein schockiertes “Kann man Dir was Gutes tun?!” erklang es von ihr virtuell über den Ozean:
“kira, ja, tu mir was gutes, bitte! vielleicht gehst du für ne stunde als getarnte judith durch nyc und trällerst vor dich hin, tanzt über die straße, sagst allen leuten hallo und dass ihr “all insane” seid und lachst dann komisch dazu, aber mach ein foto davon, damit ich auch weiß, was ich dort so gemacht hab die stunde über, und wo ich mich nicht mehr blicken lassen kann, zumindest nicht als getarnte judith alias kira.”
Nun denn.
Im Übereifer bin ich sogar durch halb Manhattan gerannt, wobei ich doch an mich halten konnte, was die Selbstentblödung betrifft. Mir passiert das unbeabsichtigt schon häufig genug, das muss ich daher nicht auch noch forcieren, wohl.
Also, Judith, bitte schön - für Dich:

Hier siehst Du - wie auch schon fotographisch sehr professionell auf dem Bild festgehalten - die diesjährige Modelleisenbahn im City Corp Building. Ich hab’ mir mental eher unprofessionell so gar nichts gemerkt dazu, außer “Tausende von Büschen und Bäumen” sowie “Zwei eislaufende Hunde”.
Lass Dir also nur sagen, dass das Ganze wirklich sehr, sehr groß ist. So groß, dass die Besucher wiederum professionell um das Geschehen herum geschleust werden (was wiederum in erster Linie einen wichtigen Gesichtsausdruck und das Beherrschen des Textes “Please fill the gaps!” voraussetzt).
Hat vor allem dem Töchterlein sehr gut gefallen.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Central Park, und an der Ampel neben dem Apple Store hielt ich dieses besinnliche Bild fest:

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, liebe Judith, dass ich mir nicht sooo sicher war, ob die beiden Easy Rider mit Totenkopfgesichtern mir nicht einen vor den Latz knallen würden, wenn ich sie auf Bild festhalte, aber für Dich hab’ ich’s gewagt.
Stolzgeschwellt ob dieser mutigen Tat ging’s dann anschließend weiter in den Central Park hinein.

Mich hätte der Hunger ja glatt durch den gesamten Park hindurch getrieben, Kind und Gatte jedoch klebten leider vor dieser schönen Szenerie fest:

Hier siehst Du die leere Eisbahn im Wolman Rink. Leer ist sie deshalb, da die Eisfläche gerade erneuert wurde. Und spannend ist das genau so sehr, wie sich das anhört. Der Gatte jedoch schwadronierte eine halbe Stunde lang über “diesen coolen Job” des Eiserneuerers, und wie “genial” es doch sei, so “genau sehen zu können, was man schon geschafft” habe.
Nathalie fasste sich kürzer, stellte mit “Ich will das sehen!” jedoch auch ganz unmißverständlich klar, dass ich die schlechteren Karten habe, was das Weiterziehen betrifft.
Nach etwa einer Dreiviertelstunde wurden wir für die doofe Warterei mit diesem Anblick belohnt:

Und dann konnten wir endlich essen gehen.
Und zwar das:

“Dosa” nennt sich dieses leckere Gebilde. Meines ist gefüllt mit roter Beete, Kürbis und Ziegenkäse, und ich bin die erste, die zugeben würde, dass dieses Foto es vermutlich nicht ins Werk “Ästhetische Kochkunst” geschafft hätte.
Man erspare sich daher jeden Kommentar und folge mir ins Museum of National History:

Darin siehst Du unter anderem das:

(vorne)

(hinten)
Dieser Wal ist so gigantisch, dass mir weitere Worte völlig unnötig erscheinen.
Wann auch immer ich im Museum of Natural History bin, muss ich mich jedes Mal unter diesen Wal stellen und mir vorstellen, er fiele jetzt gerade herunter.
Tribute to Christmas im Museum of National History:

Man kann sich nun darüber streiten, ob trotz des Origami-Themes die lindwurmartige Papierschlange nicht doch ein bißchen nach Endlos-Druckerpapier aussieht, wirklich nett anzusehen waren aber diese niedlichen Tierchen hier:

Diesmal wieder fotographisch brillant kann man sicher das Einhorn-Grüppchen erkennen - passend zur Ausstellung “Mythic Creatures”, die hier noch bis zum 8. Januar zu sehen sein wird.
Wieder draußen ist es bereits dunkel. Und obwohl Weihnachten ja bereits vorbei ist, blinkt New York noch in froher Festbeleuchtung vor sich hin.
Sowohl im Kleinen…

… als auch im Großen:

Auf dem letzten Bild ist der Baum vor der Metropolitan Opera zu sehen und zwar gerade in blau.
Steht man länger, sieht man ihn auch noch in grün, gelb und pink.
Mit diesem Bild endet der Tag und dieser Blogeintrag.
(Dies als Zugabe - ich erlaube mir mal einfach, die zu geben, ohne explizit dazu aufgerufen zu sein. Life zu sehen bei F.A.O. Schwarz, und immer wieder schön)