Fifty Shades of Grey, Band I – Die Kurzfassung

Mai 25, 2016

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by andeecollard

Ich weiß, ich bin spät dran, aber ich muss das jetzt tun:

Er stand vor ihr, mit seinem wölfischen Grinsen und dem kupferroten Haar.
Oh“, sagte Ana.
„Ich werde dich jetzt nehmen. Hart“, sagte Christian.
Oh“, sagte Ana.
Er war so schön. So unbeschreiblich schön.
„Dreh dich um“, sagte Christian.
Oh“, sagte Ana und drehte sich um. Wie machte er das nur?
Oh mein Gott. Oh mein Gott. Oh mein Gott … er füllte sie ganz aus. Oh mein Gott.
„Ana!“
„Christian!“
Er war so schön. So unglaublich schön. Wie konnte ein Mensch nur so schön sein?
„Ana, unterschreibe diesen Vertrag, halte dich an jede Regel und wir werden glücklich sein bis ans Lebensende.“
Oh“, sagte Ana. „Ich weiß nicht, ob ich das kann.“
„Bitte, Ana.“
„Ich weiß nicht.“
„Dreh dich um.“
Oh.“
Mein Gott war er schön, blabla, füllte sie ganz aus, blabla, wie machte er das nur, blabla.
„Ich will mehr“, sagte Ana.
„Ich kann nicht“, sagte Christian. „Aber ich werde dich jetzt nehmen.“
Oh.“ So schön, wölfisches Grinsen, kupferrotes Haar, oh mein Gott, wie machte er das nur?
„Ich will mehr“, sagte Ana.
„Ich kann nicht“, sagte Christian.
„Dann muss ich gehen.“
„Okay.“
„Nein!“
„Oder doch!“
„Oder nein!“
Oh.“

Türenklappen. Ende.

That’s it. Der Weltbestseller, über den jeder gesprochen hat, in nur zwei Minuten.
(Kein Grund zur Dankbarkeit, eine Nacht opfere ich gerne für euch.)


Ähm … tut uns leid?

Mai 19, 2016

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by infactoweb

Wenn man den Kindern eine Radtour damit schmackhaft macht, dass man nach ungefähr der Hälfte ein Grillpäuschen mit Bratwurst und vegetarischem Steak einlegen wird, und am anvisierten Ziel eine großartige Eisdiele auf alle wartet, dann sollte dem Vater nach etwa der Hälfte der Tour nicht einfallen, dass er zwar die Grillutensilien eingepackt, den essbaren Rest jedoch im Kühlschrank gelassen hat, und der Mutter kurz vor dem Ziel, dass das Portemonnaie leider noch auf dem Küchentisch liegt.

(Kinderaugen können Signale aussenden – da bleibt einem das Räuspern in der Kehle stecken, ehrlich.)


Die Zeiten ändern sich.

Mai 14, 2016

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by kira

So sieht es aus, wenn man zum siebenjährigen Sohn sagt:
„Pack mal alles in deinen Trolley, was Du für eine Woche unbedingt brauchst.“


Muttertagserfahrungen, oder: Wie ich lernte, meine Kinder nicht zum Probieren zu nötigen

Mai 8, 2016

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by kira

Muttertag.
Wie immer hat sich die Familie ins Zeug gelegt.
Auf dem Tisch brennen Kerzen, winzige Herzen liegen um meinem Teller herum. Es gibt Kärtchen und Blumen und selbstgemalte Muttertagsbilder.

Auch der Gatte ist früh aufgestanden, und deshalb steht neben dem Rührei ein beeindruckender Schokoladenkuchen, weil diejenige, die das hier schreibt, ja sehr auf Schokolade steht.

Außerdem Sahne, mit Orange verfeinert und … irgendso ein Zeug, das aussieht wie rohes Eigelb und sofort mein Misstrauen weckt.
„Zabaione“, erklärt der Gatte stolz und tunkt schon einen Löffel ein.

„Was ist das drin?“, frage ich.
Er zählt auf.
„Und Eigelb“, schließt er.
„Rohes!“, ruft mein Hypochonderhirn und lässt es geschickt so aussehen, als habe mein Mund das ausgesprochen.
„Natürlich roh“, sagt der Gatte indigniert. „Ich hab‘ das im Wasserbad aufgeschäumt und …“, erklärt er weiter, aber der Rest interessiert mich eigentlich nicht.

Es sieht aus wie rohes Eigelb, es besteht aus rohem Eigelb, und mein fieses Hirn flüstert mir zu, dass es bestimmt auch schmeckt wie rohes Eigelb.
‚Das essen wir nicht‘, verkündet ein Großteil renitenter Hirnzellen, und der Gatte sagt: „Probier doch mal. Nur einen Löffel.“

Ah, denke ich. Das kommt mir gerade verflucht bekannt vor.
Normalerweise sage ich das nämlich.
„Probier doch mal“, sage ich zur Tochter und lächle mein bestes ‚Guck, was ich Leckeres gekocht hab‘-Lächeln.
„Probier doch mal“, sage ich zum Sohn, und ignoriere dessen skeptischen Gesichtsausdruck.

Der Gatte kleckst mir beherzt ein Löffelchen rohes Eigelb Zabaione vor die Nase.
Automatisch schiebe ich meinen Kuchen zur Seite.

„Nur eine Probierportion“, sage ich zur Tochter, die ihre Nudeln vor der obskuren Soße auf die andere Seite des Tellers rettet.
„Nur ein Löffelchen“, sage ich zum Sohn, der „Iiiiiiiih“, brüllt und damit mein rechtes Augenlid zum Zucken bringt.

Und jetzt sitze ich vor dem Lieblingsgatten, und in mir streiten sich ‚Oh nein, er hat das extra für dich gemacht, nun guck, wie er dich ansieht‘-Gedanken mit ‚Egal! Egal! Wir essen das nicht!“-Hirnzellengewerkschaftlern.
Dilemma! Innerliches Haareraufen deluxe!

Das allertollste Geschenk zu Muttertag bekamen dann also heute meine Kinder:
Niemals wieder müssen sie etwas probieren, was sie nicht probieren wollen.


Na, super.

Mai 1, 2016

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by Joe Shlabotnik

Vor zwei, drei Wochen war hier auf der Theresienwiese ein riesiger Flohmarkt, und im Vorfeld hab‘ ich nicht nur die Kleiderschränke der Kinder kritisch in den Blick genommen, sondern mich auch – minder kritisch – meinen Büchern gewidmet. Ich gebe ja zu, ich hab‘ da schon lange den Überblick verloren, was sich so alles in meinem Besitz befindet, und ich verbrachte einen doch irgendwie vergnüglichen Tag damit, längst vergessene Schätze wieder ans Tageslicht zu holen.

Danach hatte ich erst einmal wieder ziemlich viel zu lesen, und überdies blickte ich mit gemischten Gefühlen auf einen Stapel Bücher, die ich heldenhaft aussortiert hatte.

Bis ich dann endlich auf dem Flohmarkt stand, wanderte das ein oder andere Buch zugegebenermaßen wieder zu seinen Freunden zurück, doch eine mittelgroße Kiste blieb übrig, und den Inhalt ebenjener hab‘ ich größtenteils auf dem Flohmarkt verkauft.

Na gut, auch an diesem Tag rutschten zwei Bücher unter die Jacken, und so mancher Käufer starrte irritiert auf das Buch, das er soeben von mir erstanden hatte, und auf meine Hand, die es nicht losließ.

Abends jedoch stand ich stolz (und wehmütig und trauernd, aber egal) vor meinen überquellenden Bücherregalen – okay, nur ich vermochte die Lücken zu erkennen, nichtsdestotrotz: Ich hatte es geschafft. Ich hatte mich von Büchern getrennt, und ich hatte NICHT geweint (ich schlief in diesen Tagen nicht so gut, aber das ist nicht dasselbe).

Ich schwor mir, diese Lücken nicht sofort wieder beim nächsten Gang in die Buchhandlung zu füllen, weshalb ich sicherheitshalber nicht mehr in die Buchhandlung ging.
Ich lieh mir ein Buch, das ich unbedingt lesen wollte, aus der Bibliothek! Und ich bezahlte dafür sogar eine Bestellgebühr!

Gestern Abend nun komm‘ ich nach Hause, und im Hausflur stehen zwei RIESIGE Kisten.
Mit Büchern.
Darunter ein Zettel: ‚Zu verschenken!‘.
Hardcover und Paperbacks, Jugendromane und Belletristik, englischsprachige Bücher, Reclamhefte, Fachbücher und sogar eines, bei dem ich neulich erst gedacht hatte, dass es sich dafür vielleicht doch lohnen würde, mal KURZ in den Buchladen zu gehen.
Mindestens die Hälfte hab‘ ich natürlich einfach kühlen Blickes zur Seite gelegt. Die besaß ich nämlich schon.

Aus der anderen Hälfte jedoch …

Das ist schon fies.


Eben gerade, im ALNATURA Bioladen:

April 15, 2016

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by timparkinson

Erst steh‘ ich ziemlich lange da und warte, bis jemand einen hohen zweistelligen Betrag in winzigkleinen Münzen bezahlt hat.

Dann steh‘ ich ziemlich lange da und warte, bis jemandem endlich wieder seine Kartennummer einfällt.

Dann steh‘ ich ziemlich lange da und warte, bis der Kassiererin wieder einfällt, wie viel der Wirsing kostet.

Dann lass‘ ich mich von ihr anranzen, nachdem sie bei meinen fünf Äpfeln schon griesgrämig guckte, ich möge doch gefälligst das nächste Mal für meine Möhren eine Tüte nehmen, ich hielte mit den Einzelmöhrchen nämlich den ganzen Betrieb auf.

(Und ich dachte, ein Bioladen sei diesbezüglich ein sicherer Ort.)


Gasp.

April 5, 2016

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by kellyhogaboom

Wenn sich die Kapuze deiner Lieblingsjacke aus nicht nachvollziehbaren Gründen in einer Stuhllehne verhakt, dann wird aus besagter Lieblingsjacke plötzlich ein Mordinstrument, das dir die Aufmerksamkeit aller Anwesenden sichert, die durch das Zurückkrachen des Stuhls aus ihrem gelangweilten Halbschlaf gerissen werden, derweil du dir japsend an die Kehle greifst.

Wollte ich nur mal so verarbeitungstechnisch erwähnt haben.


*genervt*

März 18, 2016

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by SidewaysSarah

Geschälte Bananen in Plastik, geschälte Orangen in Plastik, geschälte Äpfel in Plastik, geschälte Eier in Plastik – man möchte die Köpfe derjenigen, die sich so etwas ausdenken, in Plastik einschweißen.


Von Herzen.

März 16, 2016

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by kira

Die Lieblingstochter hat heute Geburtstag.
Und wer denkt mit als Allererstes daran, ihr zu gratulieren?
Ikea. Natürlich.

Was schreiben die denn Schönes, fragt man sich. (Vielleicht.)
Sie schreiben:

„Hej Nathalie,
heute ist ein ganz besonderer Tag: dein Geburtstag! Wir wünschen dir ein tolles neues Lebensjahr und dass all deine Wünsche in Erfüllung gehen.
Und als kleines Geschenk bekommst du von uns noch einen 5.- Gutschein, mit dem du dir in deinem IKEA Einrichtungshaus etwas Schönes aussuchen kannst!“

Ach, da seh‘ ich mich doch gleich mit dem entzückten Kind an der Hand das Einrichtungshaus aufsuchen.
Oh, Moment, übersehen – es geht ja noch weiter:

„Das könnte dir gefallen:

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IKEA PS Hängeleuchte – 49,99
(Deine Mama schießt bestimmt die fehlenden 44,99 Euro zu.)“

(Der letzte Satz steht da natürlich nicht. Ich bleib‘ aber trotzdem zu Hause.)


Glücksmoment, zumindest für mich.

März 9, 2016

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by nerissa’s ring

Eben gerade war ich mit dem Fahrrad unterwegs.
Plötzlich tut es einen lauten Schlag, es knirscht und scheppert, und ich trete auf die Bremse.

Fünf Meter hinter mir liegt ein umgekipptes Auto auf dem Radweg.

Knapp, überraschender Tod, knapp.


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