Da guckt man einmal nicht auf die Packung.

Mai 21, 2015

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by sweet-stuff

Ich hab’ gerade bequemerweise und ein bisschen gedankenbefreit Müsliriegel gekauft, und die bestehen aus:
*räusper*
Haferflocken, Zucker, Reismehl extrudiert (Reismehl, Zucker, Gerstenmalzmehl, Meersalz), Zucker, Zucker, Sonnenblumenöl, Cornflakes (Mais, Zucker, Zucker), Zucker und Weizenmehl.

Offiziell steht da natürlich:
Haferflocken, Glukosesirup, Reismehl extrudiert (Reismehl, Rohrohrzucker, Gerstenmalzmehl, Meersalz), Ahornsirup, Datteln getrocknet, Sonnenblumenöl, Cornflakes (Mais, Rohrohrzucker, Gerstenmalzextrakt), Rohrzucker und Weizenmehl.

Hätt’ ich auch gleich Gummibärchen kaufen können.


Ähm.

Mai 17, 2015

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by Such a Sew and Sew

Tochter: “Wo ist Mami?”
Sohn: “Mami ist in ihrem Zimmer.”

(Ich war in der Küche.)


Ups.

Mai 14, 2015

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by Nicolllle

Eben gerade hat sich der Lieblingssohn während eines netten, kleinen Gartenfestes mit dem Taschenmesser in den Finger geschnitten.
Ich trug das schreiende Kind ins Haus, ließ viel kaltes Wasser über die Wunde laufen, drückte eine Kompresse an den verletzten Finger und hielt ihn einige Zeit nach oben.
Dann desinfizierte ich großzügig mit einem nichtbrennenden Desinfektionsmittel, wickelte eine frische Kompresse um den Finger und zurrte alles mit zwei Pflastern zu.
Kurze Zeit später schnitt ich das Ganze wieder auf, um einem Rettungssanitäter und einem Zahnarzt, die unter den Gästen weilten, noch einmal einen Blick zu gestatten.
“Alles in Ordnung”, meinten beide einhellig. Der Schnitt sei zwar lang, jedoch lägen die Wundränder gut an, und es habe ja auch verhältnismäßig schnell wieder aufgehört zu bluten.
Ich tütete alles neu ein, und überließ den Sohn der großen Schwester, die ihm ablenkungshalber ein Buch vorlas.

In dieser Zeit warf ich Liams Jeans, T-Shirt und Jacke in die Wanne und ließ eiskaltes Wasser hineinlaufen. Während die Wanne sich füllte, schrubbte ich seine blutbespritzten Turnschuhe. Dann wischte ich den rotgesprenkelten Badboden und die Fließen, an denen das Blut in langen Streifen herunterlief und bemerkte glücklicherweise auch, dass nicht nur der Waschbeckenrand voller blutiger Fingerabdrücke war, sondern die Tropfen sich unten gesammelt und auf dem darunter stehenden Schrank eine blutige Pfütze verursacht hatten.

Ich wischte mit dem Feudel den blutbesprenkelten Flur durch, fuhr mit dem Lappen über blutige Türrahmen und besorgte mir einen kleinen Putzeimer, als mir die Haustür in den Blick geriet.
Wo ich schon einmal dabei war, wischte ich auch gleich noch durch’s blutige Treppenhaus.
Draußen schüttete ich mehrere Eimer Wasser über die größten Blutlachen und sah einige Sekunden dabei zu, wie das rotgefärbte Wasser langsam versickerte.

Dann entledigte ich mich meiner blutigen Hosen und warf sie zusammen mit meinem Shirt zu Liams eingeweichten Klamotten.
Im Spiegel stellte ich schließlich fest, dass auch mein Gesicht aussah, als hätte ich einen Granatapfel aufgeschnitten und auf meinem Hals mehrere blutige Fingertapser leuchteten.

Beeindruckend.


(Männer.)

Mai 13, 2015

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by mugley

Ich:
“Mann, das ist doch alles blöd! Das, was den Sohn betrifft, sieht nicht gut aus, das, was die Tochter betrifft, sieht nicht gut aus, dass, was mich selbst betrifft, sieht nicht gut aus, und das andere Thema läuft ja auch total mies.”

Gatte:
“Aber Bayern ist nicht weiter. Das ist doch schonmal was.”


Morgen ist Muttertag.

Mai 9, 2015

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by katerh

Ich darf nicht in die Kinderzimmer.
Ich darf nicht ins Wohnzimmer.
Ich bin auch in der Küche nicht wirklich wohlgelitten.

(Setze ich mich jetzt ins Bad oder flüchte ich in den Buchladen?)


Äh.

Mai 2, 2015

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by kira

“Wollen Sie die Brezel mit oder ohne Salz?”
“Mit bitte.”

(Ich hätte es in Großbuchstaben sagen sollen.)


Was man so vor sich hindenkt, während alle noch schlafen.

Mai 2, 2015

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by hme_direct

Ich betrachte mich ja mittlerweile als alten Hasen, wenn’s um die eigenen Kinder geht, und ich werde mitunter sogar etwas arg herablassend-betulich, wenn ich auf Probleme stoße, die Erstlings-Mamas so mit sich herumtragen, weil die nämlich gefühlt hundert Jahre von mir entfernt sind, wobei ich perfekt ausblenden kann, dass es keine acht Jahre her ist, als ich mich gefragt habe, ob man dem Kind nach nunmehr guten drei Jahren tatsächlich auch mal irgendetwas mit Zucker zumuten darf, und ob es nicht sinnvoll wäre, nach der frühkindlichen Musikerziehung (die in erster Linie aus singenden und tanzenden Müttern bestand, und einer Handvoll Kindern, die in einer Mischung aus Faszination und Gleichgültigkeit dabei zusahen) direkt das erste Instrument anzugehen, der Hirnentwicklung wegen.

Mittlerweile breite ich milde lächelnd den Mantel des Schweigens über das Alter von Liam, in dem er zum ersten Mal mit Schokolade in Berührung kam, erwähne nur am Rande, dass der Sohn bereits am Smartphone herumdaddelte, als die große Schwester sich noch ausschließlich mit ihren Puppen und pädagogisch hochwertigem Spielzeug beschäftigte, und berichte lediglich schulterzuckend, dass er jeden halbherzigen Versuch einer festgelegten Tätigkeit neben dem Kindergarten (Musik-Grunderziehung? Kinderturnen? Taekwondo?) bisher erfolgreich boykottiert. (Das geht so weit, dass er sich vor einem Jahr Lesen und Schreiben beigebracht hat, in der Hoffnung, die Schule damit umschiffen zu können, aber das ist ein anderes Thema.)

Was ich eigentlich sagen möchte:
EIGENTLICH bin ich ja der Meinung, dass wir im Hause Goodytales inzwischen wieder auf der etwas weniger kindfixierten Seite des Lebens angekommen sind. Eltern, die abends auch mal weggehen und so, Kinder, für die nicht immer Reis mit Gemüse gekocht wird, wenn die Erwachsenen Spargel/Curry/irgendetwas statt Pizza, Pfannkuchen, Kaiserschmarrn oder Nudeln zu sich nehmen.

Gestern Abend allerdings hatte ich gerade eine Tischdecke über den verschrammelten Holztisch geworfen und Weingläser neben die Teller gestellt, als ich feststellen musste, dass ich, was die Servietten betrifft, lediglich unter folgenden Motiven wählen konnte:
Servietten mit winzigen roten und rosa Erdbeerchen darauf, lila-pinkfarbene Servietten mit Pferden, Servietten mit lauter kleinen, bunten Smarties, Servietten mit Dinosaurier-Motiv, Servietten mit bunten Luftballons und einer Geburtstagstorte in der Mitte, sowie hellgrüne Servietten mit Zebras, Löwen, Nilpferden und Giraffen. Alle Tiere tragen bunte Hütchen.
(Und genau den Winnie Puh weiter oben, den besitzen wir auch.)

Gibt’s doch gar nicht, dachte ich, und rief mal eben beim Nachbarn an. Dessen Kinder sind mittlerweile zehn und sieben Jahre alt, und er hatte Servietten mit Häschen und Servietten mit kleinen Eulen.
Letztlich lagen unter dem Silberbesteck die Smarties-Servietten, und eigentlich sah das auch ziemlich apart aus. Keiner der eingeladenen Freunde (Eltern von Kindern zwischen elf und knappen dreißig Jahren) hat auch nur ein Wort darüber verloren.
Wir waren auch alle sehr beschäftigt über weiterführende Schulen, die letzten Kindergeburtstage und Burn Out bei Jugendlichen zu sprechen.
Nach mehreren Gläsern Wein landeten wir immerhin noch bei aktuellen beruflichen Tätigkeiten und dem tagesaktuellen politischen Geschehen, und noch ein paar Gläser später diskutierten wir in allerbester Stimmung, wie man dem Weltfrieden näher kommen könne, und falls sich einer der Anwesenden ein klitzekleines bißchen über die Tatsache grämte, dass alle Kinder den kompletten Abend vor der Wii verbrachten, nachdem sie die extra für sie gekochten Nudeln mit Tomatensoße heruntergeschlungen hatten, dann hat es zumindest niemand heraushängen lassen.

Während ich in diesem Moment nach nur vier Stunden Schlaf gerade tapfer versuche, dem minimalst vorhandenen Kater mit Pfefferminztee zu begegnen, komme ich nicht nur der Servietten wegen zu dem Ergebnis: zwischen gutgemeinter, nichtsdestotrotz übertriebener Gedankenmacherei und der weniger kindfixierten Seite herrscht hier ein klares Patt.

Und schade eigentlich, dass ich diesen Zustand nicht einfrieren kann.
Der ist doch eigentlich ziemlich perfekt.


Tagversüßer.

Mai 1, 2015

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by pamela figueroa

Gerade eben mit dem Sohn beim Bäcker gewesen.
Trotz des trüben Regenwetters alle entgegenkommenden, fröstelnden Menschen glücklich gemacht.

(Es heitert ungemein auf, wenn unter einem blaugetupften Regenschirm gerade noch ein paar Bagger-Gummistiefel zu erkennen sind und eine fröhliche Stimme Sätze wie: “Hallo! Ich habe einen Schirm!”, “Wir gehen auch spazieren! Mit meinem Schirm!” und “Boah, der hat aber einen großen Schirm!” durch’s nasse Geniesel schmettert.)


All you need is just a little … jajaja.

April 29, 2015

Never
Never
Never
Give Up.

Hat das eigentlich wirklich mal Winston Churchill gesagt, wie mein Kühlschrankmagnet behauptet?
Egal. Derzeit muss ich mir das jedenfalls acht- bis zehnmal täglich vor Augen holen.

Beim Nicht-Aufgeben finde ich persönlich übrigens nicht die offensichtlich harten Zeiten am allerschlimmsten, die, wo man kämpft und ackert und sich anstrengt und Blut, Schweiß und Tränen fließen, um es mal ein klitzeklein wenig übertrieben festzuhalten, sondern die Zeiten, in denen man – wartet. Und wartet. Und wartet.
Und sonst absolut nix tun kann, außer atmen. Haushaltskram. Dies und das.

Ich kann währenddessen nicht einmal ein Buch lesen, was meine Stimmung zumindest bei Ärzten und in der U-Bahn über Wasser hält, denn mehrere Wochen am Stück in Büchern versinken – nun ja, vielleicht würde es mir sogar gelingen, aber ich fürchte, die Familie hätte etwas dagegen einzuwenden.

Eine Freundin von mir entwickelt in solchen Situationen einen sehr beachtlichen Putzwahn, und meine Wohnung würde es mit Sicherheit großartig finden, wenn ich da ähnlich gestrickt wäre. Doch obwohl die Fensterflügel aufmunternd zu mir rüber starren und mit vorwurfsvollem Milchglaseffekt auf die Frühlingssonne verweisen – beim Putzen bin ich nicht etwa abgelenkt, sondern betreibe stattdessen Extrem-Grübeln. Putzen während ich eigentlich warte, das bedeutet, dass aus jeder Warte-Sekunde gefühlte Warte-Minuten werden, denn Warten und etwas tun, was ich ähnlich aufregend finde, wie einem Baum beim Schattenwerfen zuzusehen – nee, das funktioniert nicht.

Aktuell weiß ich nicht einmal, wie lange ich überhaupt warten muss.
Vielleicht nur noch drei Minuten, vielleicht aber auch drei Monate.
AAAAAAAAAAAAAAAARGH!
*geht irgendetwas essen*


Ähm …

April 28, 2015

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by planeta

Heute Vormittag hab ich im Kreisverwaltungsreferat ein Formular beantragt.
Ich war gerade dabei meine mir angewiesene “Wartezone 7″ ausfindig zu machen, die speziell für Menschen mit meinem Formularwunsch mit Stühlen ausgestattet worden war, als mich eine kleine, alte Frau aufhielt. Ohne eine Wort zu sagen hielt sie mir einen knitterigen Zettel vor die Nase.
“Wartezone 1″, las ich und irgendeine Nummer.
“Da sind sie hier falsch”, setzte ich an und begann zu erklären. Bereits bei “Sie müssen jetzt hier zurückgehen …” hielt ich inne. Diese kleine Dame vor mir verstand ganz offensichtlich kein Wort von dem, was ich gerade sagte.

Also trabte ich mit ihr um siebzehn Ecken zur Wartezone 1 zurück.
“Sie müssen hier warten, bis ihre Nummer aufgerufen wird”, versuchte ich es neu und sah in ihr verständnisloses Gesicht.
Nein, so ging das nicht. Moment, gehörte sie nicht eindeutig zu den “gebrechlichen Personen”, die Vorrang vor allen anderen haben?
Kurzentschlossen marschierte ich mit ihr im Schlepptau zu Tür Nummer 1, die genau diese Personengruppe ohne Warterei öffnen darf.
Eine Frau mit Brille und genervtem Gesichtsausdruck starrte mich an.
“Die Dame hier hat wohl ein Anliegen …”, erklärte ich, wurde aber sofort unterbrochen.
“Ich hab ihr schon gesagt, dass sie wieder rausgehen und warten muss, bis ihre Nummer im Anzeiger erscheint!”, patzte die Gute mich an.
Zwei Sekunden lang war ich ein bisschen sprachlos.
“Sie spricht aber ganz offensichtlich überhaupt kein Deutsch – sind Sie sicher, dass sie das überhaupt verstanden hat? Gerade eben irrte sie nämlich ganz woanders herum …”
“Das ist mir doch egal!”

Jetzt mal bitte alle Luft holen und gemeinsam die “Ist das zu fassen?”-Mimik auflegen.
Ich kann ja irgendwie nachvollziehen, dass es nicht immer leicht ist, wenn man am Tag in Kontakt mit grob geschätzten fünfzig Leuten gerät, die vermutlich nicht alle immer prächtig gelaunt und unkompliziert vor einem sitzen, aber die Frau neben mir war gut und gerne über siebzig, und selbst wenn sie der deutschen Sprache mächtig gewesen wäre, dieser Beamten-Irrgarten ist eine echte Herausforderung. Hey, selbst ICH lese acht Schilder, bis ich endlich meine anvisierte Wartezone gefunden habe.
Und außerdem war nicht einmal neun Uhr vorbei, also, ein bisschen mehr Frustrationstoleranz sollte man von einer Beamtin des öffentlichen Dienstes um diese Uhrzeit doch wohl noch erwarten dürfen.

Mit vielen Gesten und “Von-der-Anzeigetafel-auf-den-Zettel-und-wieder-zurück”-Zeigen hab ich dann die unsicher guckende Dame vor mir dazu gebracht, sich auf einen der Metallgitterstühle zu setzen und die Anzeige nicht aus den Augen zu lassen. Zehn Sekunden später bin ich noch einmal zurück und instruierte irgendeinen jungen Typen in Reichweite gemeinsam mit der alten Frau die aufblinkenden Zahlen im Blick zu behalten.
Der war übrigens sehr nett. War gar kein Problem.

Und ich hab mich jetzt fast auch schon wieder abgeregt.


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