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Februar 3, 2016

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by Jurgen Appelo

Heute Morgen erreichte mich eine Mail von Liams Lehrerin, in der sie darüber informierte, dass die aktuellen Lernentwicklungsgespräche leider verschoben werden müssen, da sie krank sei. Die letzte Mail dieser Art hatte eine Mutter nicht erhalten, und fürsorglich wie ich nun einmal bin, ging ich auf ‘Allen antworten’, um zu überprüfen, ob sie diesmal mit im Verteiler ist.
War sie nicht.

Statt nun aber alles wieder ordentlich zu schließen, geriet der Cursor auf ‘Senden’ und zack – hatte ich alle zwanzig Eltern noch einmal über den gleichen Sachverhalt in Kenntnis gesetzt. Und die Lehrerin. Kommentarlos auch noch.
Sehr peinlich.

Nicht so peinlich allerdings, wie damals vor gefühlten Jahrzehnten, als Nathalie in der ersten Klasse und ich Elternsprecherin war. Eingermaßen unbedarft versuchte ich mich daran, die Eltern im Mailprogramm zu einer Gruppe zusammenzufassen. Das gelang mir auch. Gleichzeitig jedoch stellte ich was auch immer versehentlich so ein, dass ALLE Gruppenmitglieder ALLE meine eingehenden Mails lesen konnten.
Und bemerkte das erst am späten Abend, als mich eine Mutter netterweise darauf aufmerksam machte.
Alle fanden es süß, dass mein Mann mir nachmittags Mails sendete, in denen nette Dinge standen.
Gott sei Dank wirklich nur ’nette’ Dinge – nicht auszudenken, wenn wir uns gerade in den Haaren gelegen hätten.
SEHR peinlich.

Eine Bekannte von mir (ja, WIRKLICH eine Bekannte) ist es allerdings mal gelungen, ein Foto ihres Kühlschranks (von innen, und er sah aus, als sei etwas darin explodiert) nicht nur an ihren Sohn zu schicken, sondern an absolut alle Adressen, die sich in ihrem Mailordner befanden, inklusive der Arbeitskollegen, ihrer Chefin und beinahe allen Anverwandten, und zwar mit den Worten: “Wenn Du noch einmal so eine Sauerei hinterlässt, dann kotz ich Dir in Dein Zimmer!”
Oder so ähnlich.
Also, viel dezenter hatte sie es nicht ausgedrückt.
Anschließend wäre sie gerne in ein technologiefreies Land ausgewandert, und daran denk’ ich jetzt einfach, statt mir vorzustellen, dass mich alle Mit-Eltern jetzt für eine neunmalkluge Lehrerinbestätigerin halten könnten.


Woran Du merkst, dass Dein Kind in der Bläserfraktion des Schulorchesters ist:

Januar 28, 2016

“Mama, ich muss dir mal ein ECHT cooles Video zeigen!”

(Meine Mutter wäre vermutlich froh gewesen, wenn ich das damals unter ‘cooler Musik’ verstanden hätte.)


Mal so zur Abwechslung.

Januar 18, 2016

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by renaissancechambara

Am Wochenende hatte ich ein Seminar, und nur falls das noch keiner geahnt haben sollte:

Es ist schon ganz angenehm, zwei Tage lang auf beeindruckte Blicke zu treffen, und kein Einziger sagt Dinge wie ‘Wieso muss ich Hausaufgaben machen?’, ‘Mein Zimmer ist schon aufgeräumt!’ oder ‘Ih, was ist das denn, muss ich das essen?’

(Ich muss gerade etwas an mich halten, um nicht die Wochenenden bis 2018 mit Seminaren zu füllen.)


Da war was.

Januar 15, 2016

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by mlinksva

Okay, ich bin also in der Küche und denke über das Abendessen nach.
Eigentlich könnte ich mal wieder diese leckere Gorgonzolasoße machen, denke ich, mit Nudeln. Diese Soße ist nicht nur ausgesprochen lecker, sondern geht auch ausgesprochen schnell, weshalb ich diesen Gedanken des Öfteren einmal denke.

Doch obwohl mich diese Idee also des Öfteren ereilt, kann ich mir ums Verrecken nicht merken, wie das Verhältnis zwischen dem Gorgonzolakäse und der Sahne ist, und weil das so ist, mache ich mich auf den Weg ins Wohnzimmer, um dort ins Kochbuch zu gucken.

Ich verlasse die Küche.
Gehe durch die Diele.
Durchquere das Esszimmer.
Erreiche mein Ziel.

Dort stehe ich ein Weilchen herum, klopfe dann die Kissen zurecht, gucke nach, ob noch genug Papier im Drucker ist, weil mir einfällt, dass ich ja unbedingt noch etwas Wichtiges für morgen ausdrucken muss, wippe ein paar Sekunden auf dem ultraweichen Teppich auf und ab und schleiche dann zurück in die Küche, in der Hoffnung, mir würde dort vielleicht wieder in den Sinn kommen, weshalb ich mich ursprünglich einmal auf den Weg gemacht habe.
Das passiert dann auch, und ‘KochbuchKochbuchKochbuch’ denkend renne ich sofort zurück.

Werd’ ich alt, sagt mal, oder geht mein Aufmerksamkeitsfokus nur ein wenig in die Breite?


Aus der Reihe: Die Tochter stellt eine Frage, und ich ziehe eine Augenbraue hoch:

Januar 13, 2016

“Du, Mama, ist das dem Mann eigentlich nicht peinlich, in Unterhosen auf der Bühne rumzulaufen?”

(Sie sollte dieses Video nicht zu Gesicht bekommen:)

(Allerdings gehörte das ganz klar zum Tribute an Mercury dazu:)

(Wie ich das hier erklären könnte, weiß ich allerdings auch nicht:)


Ich weiß, ich hatte das schon einmal …

November 27, 2015

… aber so alle fünf Jahre dürfte es okay sein, denke ich.

(Ich liebe es immer noch.)


Let it snow.

November 25, 2015

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by Hamed Saber

Draußen liegt ein Hauch von Schnee, und zwar überwiegend auf Autos und Hausdächern.

Hindert den Sohn aber nicht daran, in voller Montur und “Juchu” schreiend aus dem Haus zu rennen, sich auf ein winziges Fleckchen Schneeflaum vor dem Gartentor zu stürzen, und noch während das unschuldige Weiß unter Schuhgröße 31 zu einer kleinen Pfütze wird, auszurufen:
“Ich liebe es, durch den Schnee zu stapfen!”

(Ohne Kinder macht Schnee echt nur halb so viel Spaß.)


*keuch*

November 19, 2015

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by racatumba

Angeblich gibt es ja bei jedem Gegenstand aus Glas einen ganz bestimmten Punkt, der das komplette Konstrukt zum Zersplittern bringt, wenn man auch nur mit geringem Kraftaufwand dagegenstößt.

Keine Ahnung, ob das der Wahrheit entspricht, aber was ich gerade eben feststellen musste:
Im Bezug auf Kniescheiben stimmt es.

(Ja, ich finde auch, dass das ein seltsamer Wiedereinstieg nach vierwöchiger Abstinez ist, aber irgendein Lebenszeichen muss ja.)


Persönliche Best-Fehlleistung.

Oktober 19, 2015

Plattenlabel: “Hey, wollt ihr nicht mal ein Interview mit dieser Band machen?”
Ich: “Och, hm, weiß nicht, ob wir das schaffen, eher nicht.”
Plattenlabel: “Ich schick’ dir mal die CD.”

Tage später:
Plattenlabel: “Und, schon reingehört?”
Ich: “Ah, hm, noch nicht dazu gekommen.”
Plattenlabel: “Melde dich, dann machen wir was aus.”

Ich gucke auf’s Cover. Denke, ach, das sieht irgendwie langweilig aus. Ich geb’s mal wem auch immer, soll der sich drum kümmern.

Tage später:
Plattenlabel: “Und, jetzt schon reingehört?”
Ich: “Ah, hm, ich hab’s dem Tom gegeben, aber von dem hab’ ich noch kein Feedback.”
Plattenlabel: “Ich schick’s dir auch noch einmal. Melde dich, dann machen wir was aus.”

Die CD kommt zum zweiten Mal. Ich gucke aufs Cover. Gefällt mir immer noch nicht, und ich reiche die CD weiter an Mike.

Tage später:
Plattenlabel: “Und, jetzt schon reingehört?”
Ich: “Ah, hm, ich hab’s dem Mike gegeben, aber von dem hab’ ich noch kein Feedback.”
Plattenlabel: “Wenn ihr Interesse an einem Interview habt, dann meldet euch, okay?”
Ich: “Ja, ja.”

Die Tage und Wochen vergehen.
Ich hab’ die Band längst vergessen, als ich mit der Lieblingsfreundin eines schönen Abends in irgendeiner Musikkneipe herumhänge, und plötzlich ein Song angespielt wird, bei dem ich sofort senkrecht auf der Matte stehe.
‘Das’, denke ich, ‘ist brillant! Ganz, ganz großartig! Wer um alles in der Welt ist das?”
Ich renne zum DJ.

Am nächsten Tag rufe ich das Plattenlabel an.
Wegen dieses Interviews …?
Schon vorbei, erfahre ich. Es waren nur drei kleine Promo-Auftritte. Vielleicht irgendwann anders.

Irgendwann anders kam nie.
In den Wind geschossen habe ich das:

(Mitunter wache ich nachts immer noch schreiend auf.)


Missverständnis.

Oktober 16, 2015

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by lbolognini

Freitagnachmittag, der Sohn sitzt lustlos vor den Hausaufgaben.
Nach viel Genöle und Geseufze hat er endlich die letzte verlangte ‘5’ in sein kleines Rechenheft geschrieben und schiebt es jetzt unwillig zur Seite.
“Fertig”, mault er.

“Prima”, sage ich und ernte einen unwilligen Blick.
“Guck doch mal, Liam”, erkläre ich, “jetzt hast du deine Hausaufgaben gemacht und musst das ganze Wochenende nicht mehr darüber nachdenken.”

Liam: “Wieso? ICH hätte da überhaupt nicht drüber nachgedacht!”


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