Wieder was gelernt

Januar 16, 2008

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by damclean

Wenn man im Gespräch mit einer Mitarbeiterin einer nicht unbedeutenden Fluggesellschaft auf die Beschwerde darüber, dass auf dem Hinflug der Buggy und auf dem Rückflug der Puppenwagen der Tochter funktionsuntüchtig ankam, signalisiert bekommt, dass dieser Tatbestand lediglich große Wellen der Gleichgültigkeit auslöst, dann wird auf einmal ganz klar, dass man sich für den nächsten Flug besser einer anderen Airline anvertraut.

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12 Antworten to “Wieder was gelernt”

  1. Silberpfeil Says:

    Das kommt mir bekannt vor. Es gibt Fluggesellschaften, die ich seither zu vermeiden versuche. Klappt aber leider nicht immer.

  2. goodytales Says:

    Wenn ich mir das Foto oben so ansehe, dann kennen das sicher noch mehrere.
    Ich ahnte schon schlimmes, als ich mich dem Bereich näherte, in dem die Kinderwagen lagen. Statt adrett nebeneinander lagen sie in einem traurigen Haufen kreuz und quer – als hätte jemand eine Schubkarre ausgekippt.

    Und wenn dann von der Airline nicht einmal eine annehmbare Form der Selbstkasteiung kommt, sondern nur ein schnippisch-genervtes Aufzählen der Formulare, die ich jetzt einzureichen habe, damit ich eventuell zumindest den Zeitwert erstattet bekomme – nee, nee.

  3. Lisa Says:

    Hmm, ich weiss nicht recht. Meint ihr nicht, dass die „Servicekräfte“ (sprich die Kofferein- und entlader) nicht pauschal vom Flughafen angestellt sind ? Ich bin mal hintereinander mit 3 verschiedenen Airlines geflogen und 3 mal kam das Gepäck halb verschrottet oder gar nicht an.
    Die Airline kann m.M. nach nicht viel dafür.
    Deswegen ist meine Prämisse eine Airline mit wenigstens viel Sitzfreiheit (d.h. wenn ich nach Rom will, muss ich über Asien fliegen ;-), wenn schon das Gepäck verschwindet

    Liebe Grüsse
    Lisa

  4. goodytales Says:

    Hmhmhm.
    Ich ging gerade in mich und gebe Dir recht.
    Vermutlich würde es ausreichen, wenn ich meinen Ärger auf die Kofferein- und -entlader konzentrieren würde.

    Mit denen hab‘ ich aber nicht telefoniert.

    Und wenn ich dann am Telefon sehr freundlich – ich lächle sogar immer, obwohl’s da ja nun wirklich nichts zu lächeln gibt – darauf hinweise, dass mein Gepäck zerstört wurde, die Reaktion aber eine solche ist, dass man auch meine Ansprechpartnerin am liebsten darauf hinweisen möchte, dass ich nicht diejenige bin, die ihre Patzigkeit verdient, DANN – bin ich doch verärgert über die Airline.

  5. Lisa Says:

    Hmmmmm, da hast Du natürlich recht, so gehts nicht.

    Kein Wunder, dass die Airlines nacheinander pleite gehen.

    (Ich hoffe nur nicht, dass die Airline, die Du in Zukunft meidest, diejenige ist, bei der ich Aktien habe.

    Haha, kleiner Scherz. Ich habe natürlich keine Lufthansa-Aktien (auch keine sonstigen, falls es nicht LH gewesen sein sollte).)

  6. Peter Says:

    also zum einen würde mich der name der airline interessieren – will ja nicht, dass mein kinderwagen auch verschrottet, statt transportiert wird, und wenn man sowas öffentlich macht, sind sie künftig meist etwas vorsichtiger – und zum anderen wäre es mir herzlich egal, ob das airlineunabhängig immer die gleichen unfähigen servicekräfte sind. wenn ich gepäck aufgebe, will ich es ordentlich transportiert haben – wie die airline das organisiert, ist nicht mein job. und diese öden telefonisten, die so tun, als täten sie einem einen gefallen, wenn sie überhaupt mit einem reden, sollte man auch in rente schicken. es kommt da in der regel ganz gut, wenn man sich mit ihren vorgesetzten verbinden lässt.

  7. Jens Says:

    Da ich das ganze so am Rande live mitverfolgte, würde ich mal behaupten, das es sich bei dem besagten Unternehmen um das Luftfracht Transportschaden Unternehmen handelt, welches vor einem Jahr von AirBerlin gekauft wurde.

    Nööö, Lisa, nönönö. Wenn Du zum Bäcker gehst und Dir eine lecker Obsttorte kaufst und zu Hause feststellen mußt, daß das Obst verdorben ist und Du Dich dann beim Bäcker beklagst und der sagt Dir (patzig) das das wohl die Bäume waren, was sagst Du dem denn?

    Da stimme ich doch gleich mal dem Peter aus vollem Herzen zu. Wenn Du der Airline Geld dafür zahlst, daß Du und Dein Gepäck von A nach B transportiert werden und dort unversehrt ankommen, dann sollen die das auch sicher stellen. Ob die dafür Joachim Hunold ans Band stellen oder zehn qualifizierte, aber kostengünstige Hilfskräfte aus Fernost einfliegen – wen interessiert’s?

    Ich würde vorschlagen einen Brief an Herrn Joachim Hunold zu senden. Der ist nämlich nicht nur CEO von AirBerlin, sondern auch Aufsichtsratsvorsitzender von LTU und freut sich sicher darüber, Erfolgsmeldungen aus seinen neu erworbenen Unternehmen zu vernehmen.

  8. Lisa Says:

    Okokok, Jens, ok, ich verstehe Deine und Peters Sichtweisen. Und ich verspreche, nie ein Unternehmen zu führen, da dort zwar glückliche Menschen arbeiten würden, aber nur 3 Monate, denn dann wäre das Unternehmen pleite. Geb ich offen zu.
    Das Problem sind m.M. nach die Dumpingpreise im Flugverkehr. Da leidet die Qualität einfach an allen Ecken und Enden. Und wenn man für neunzehneurofufzich inzwischen in die ganze Welt fliegen kann – was will man da erwarten ? Masse statt Klasse eben. Und nachdem“ time is money“ gilt können die die Gepäckstücke einfach nicht mit Glacehandschuhen anfassen.
    Das ist einfach so, es ist eine falsche Entwicklung, aber jeder freut sich natürlich ein günstiges Ticket zu haben, dann muss man das einfach in Kauf nehmen. Alternativ kann man mit dem Schiff nach NY fahren, wobei das auch seine Tücken hat. In der letzten Park Avenue war ein interessanter Artikel, dass immer wieder Passagiere auf nimmer wiedersehen von Bord verschwinden und die Schiffahrtsgesellschaften die Aufklärung darüber gerne blockieren. Dann lieber einen kaputten Kinderwagen.
    Der Flugverkehr wird einfach immer mehr Billigschrott, mit allen Konsequenzen.
    Aber klar, trotzdem dürfen die Damen am Telefon nicht unfreundlich sein, das verbietet sich natürlich.
    Und an Kira: was die bezahlen ist eine Frechheit, da lohnt es sich fast nicht, die Formulare auszufüllen. Ich reise inzwischen nur noch mit dem billigsten Zeug, d.h. kein Armani, da ich immer davon ausgehe, dass etwas verschwindet. Es werden nur solche Sachen eingepackt, auf die ich verzichten kann, im Falle des Falls. Statt eines Kinderwagens nehme ich nur einen Billigbuggy mit, und der hält erstaunlicherweise mehr aus, als jeder Kinderwagen.
    Sooo, lieber Jens und Peter, ich gebe zu, dass ich in wirtschaftlichen Dingen eine total hohle Nuss bin, und hoffe Euch nicht die Zeit gestohlen zu haben, aber alles steht und fällt mit den niedrigen Flugpreisen – my opinion.
    Wenn ich zum Bäcker gehe und 5 Euro für ein Stück Torte zahle, MUSS die Qualität stimmen, wenn ich allerdings nur 30 Cent dafür zahle, KANN ich mich beschweren, mit der Konsequenz, dass die Preise wieder steigen werden, die Qualität dafür aber auch. Ich MUSS aber nicht, dann kann ich das Obst abkratzen und habe für wenig Geld meinen Bauch mit dem Teig gefüllt.
    Liebe Grüsse
    Lisa

  9. goodytales Says:

    Touché!

    (guckt gespannt zu Jens und Peter rüber)

    Deine Idee, einen Billig-Buggy für Flugreisen zu erstehen, wird das nächste Mal auf jeden Fall umgesetzt.

  10. ichbinimmerich Says:

    Wenn ICH vorhabe zu fliegen, dann ist meine Überzeugung, dass ich dafür Geld bezahle, dass ICH oder wer immer auch mit mir reist, sicher von A nach B komme. Ich kann den Ärger um ein zerstörtes Gepäckstück, in diesem Fall Quinny und Puppenwagen gut nachvollziehen und finde die mangelnde Sorgfalt auch allerhand – zumal ja offenbar auch keine Kostenerstattung oder ähnliches bei rumkommt.
    Da ich aber von vornerein bezweifle, dass man zwingend lebend wieder aus so einem Flieger rauskommt, bin ich damit zufrieden, vom Gegenteil überzeugt zu werden und betrachte es als Bonus, wenn Gleiches auch meinem Gepäck widerfährt!

  11. Jens Says:

    Lisa, Du bist zu nachsichtig. Wenn sich ein Unternehmen entscheidet, eine Ware oder Dienstleistung anzubieten dann erwarte ich, daß ich auch genau das bekomme, was sie mir anbieten. Wenn ich von der Firma Parker einen Kugelschreiber für 98 € erwerbe, dann erwarte ich, das dieser ohne zu klecksen schreibt. Bis kein Tropfen Tinte mehr in der Mine ist. Das gleiche erwarte ich allerdings auch von einem Produkt der Firma BIC, das 19 Cent kostet. Das Produktversprechen bei beiden ist, das sie mir ein Werkzeug verkaufen, einmal ein luxuriöses und einmal ein einfaches, aber beide sollten die Grundfunktionalität einwandfrei erfüllen.

    Wenn mir nun eine Airline ein Ticket verkauft, dann ist da das Grundversprechen: Wir bringen Dich und Dein Gepäck sicher und heil und pünktlich von New York nach München. Genau das erwarte ich auch. Wenn sie meinen, das Gepäck für das Geld nicht transportieren zu können, sollen sie mir sagen. Du 499 Euro, für jedes Kilo Gepäck 10 Euro extra. Aber davon auszugehen, daß der Transport von mich begleitenden Gepäckstücken nicht funktionieren wird, nur weil es ein günstiges Angebot ist, hm. Vielleicht wird es dann beim nächsten Flug so sein, daß, 20 Minuten nachdem alle eingestiegen sind, eine Durchsage kommt: „Wir bitten jetzt alles Passagiere, gebucht nach New York, die Maschine wieder zu verlassen!“ Auf die Frage, warum das nötig sei, kommt dann die Antwort „Sie glauben doch nicht, daß wir Sie für diesen Preis nach wirklich New York bringen werden!“ Gelächter im Cockpit.

  12. Lisa Says:

    Hallo Jens,

    es stimmt schon, was Du schreibst, ich würde mich an Kiras Stelle auch ärgern und nicht zum CEO hinkriechen und sagen, Danke, dass ich überhaupt mitfliegen durfte, egal, was mit meinem Gepäck passiert ist.
    Meine geäusserte (leicht fatalistisch anmutende) Einstellung in den letzten Emails basiert allerdings nicht auf Nachsichtigkeit. Ich bin einfach nur nüchtern und pragmatisch und es liegt für mich auf der Hand, dass bei den derzeitigen Flugpreisen die Qualität nicht gehalten werden kann. Wenn die Airlines etwas anderes suggerieren sollen sie meinetwegen zu Recht mit Beschwerden überhäuft werden.
    Jedoch, in meinem eigenen Interesse: ich ärgere mich einfach nicht mehr über solche Sachen, da der Qualitätsverfall (auf Grund Preisverfall) auf der Hand liegt. Meine Konsequenz ist daher, dass ich nur wertlose Sachen mit mir führe und darauf hoffe, dass wenigstens an der Sicherheit nicht gespart wird.
    Wenn ich einen BIK-Kugelschreiber kaufe, verbietet mir der gesunde Menschenverstand die selbe Qualität wie bei einem Parker zu erwarten.
    In einer Jugendherberge werde ich (und mein Gepäck) anders behandelt als im Waldorf Astoria. Trotzdem versprechen mir beide dort schlafen zu können und mein Gepäck sicher zu verwahren.
    Jens, wie gesagt, ich glaube, ich habe an Euch allen vorbeigeredet. Ich würde mich, ich geb es zu, über einen kaputten Quinny auch ärgern. Da ich aber mit einem anderen Bewusstsein zu den Billigflügen hingehe, und entsprechend wertlose Sachen mit mir führe, müsste ich mich in einem solchen Fall nicht ärgern, weil sich der Verlust in Grenzen hält.
    It´s a minds`game:
    klar kann ich mich bei jedem dritten Flug wieder ärgern, wenn ein Verlust/Beschädigung vorliegt und innerlich kochend vor der entsprechenden Stelle vorsprechen (wie ich es bei meinen häufigen Flügen früher auch öfters gemacht habe – kochend, wohlgemerkt), wenn ich meine rosarote Brille aufsetze und den haltlosen Versprechen der Flugindustrie (oder auch anderen Branchen) glauben schenke. Aber das kostet letzlich doch einfach viel zu viel Nerven, Zeit und auch Geld.
    Daher achte ich persönlich nicht auf die Versprechen, sondern versuche die Realität so zu sehen, wie sie ist (und die sieht einfach so aus, wie auf dem Foto zu diesem Beitrag).
    Man spart sich dadurch einiges an Stress.
    Ich finde es nicht falsch, wenn man sich beschwert, aber man darf dann auch nicht jammern, wenn im Zuge der Qualitätssicherung die Preise wieder erhöht werden.

    Liebe Grüsse


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