Impressionen

August 18, 2008

Die Tochter will ans Meer.
In New York kein Problem.
Wir setzen uns in den D-Train, fahren nach Coney Island, kommen gegen Mittag an und schieben uns mit all den anderen Sonnenbrillenträgern Richtung Strand.

Der Plan sah vor, zunächst etwas zu essen.
Das an sich wäre auch kein Problem. Problematisch wird es, wenn man „Cheese Fries“ bestellt. Dann bekommt man nämlich das:

Ich weiß nicht, was genau ich mir unter „Cheese Fries“ vorgestellt habe. Dass die Kartoffelstäbchen nicht einzeln von Meisterhand nach dem Frittieren in Parmesan gewendet werden, hätte ich mir ja dann doch irgendwie denken können.
Knatschigweich und käsefetttriefend (letzteres erklärt ersteres) waren sie jedenfalls sowas von gar nicht essbar, dass mein Mittagessen eher karg ausfiel.

Die Strandpromenade bot jedoch nicht nur Frittenbuden, sondern auch dies:

Wie im Hintergrund erkennbar heißt das Ganze „Shoot the Freak“, und der vollverkleidete Mensch hinter’m Schild hat einen Job, den ich persönlich nur minder gerne übernehmen würde. Er ist nämlich das in Großlettern beworbene „Live human target“, und seine Aufgabe besteht darin, sich wie die Blechentchen in einer Schießbude seitwärts hoppelnd von links nach rechts und wieder zurück zu bewegen, während er von Leuten wie beispielsweise ihm

mit Farbbomben beschossen wird.
Stimmung!

Für die Kinder gibt’s „Deno’s Park“, ein umzäuntes Areal mit Karussells zu zwei Dollar fünfzig die Fahrt. Zwischen kreiselnden Holzpferden und hüpfenden Walen findet sich dort auch das hier:

Man beachte bitte die putzigen Gewehrimitationen, die sich sowohl vorne als auch hinten an den Minifliegern befinden, damit sich der sorgfältig angeschnallte Nachwuchs beim Karussellfahren auch ordentlich niederknallen kann.
Sehr rührend.

Die Tochter durfte übrigens weder mit Farbkugeln schießen noch ihr nicht vorhandenes Vietnamtrauma aufarbeiten. Glücklicherweise wollte sie das auch gar nicht.
Sie war vollkommen zufrieden damit, ihre Füße bis zu den Knien im Sand einzugraben und hin und wieder kreischend vor winzigen Wellen zu flüchten.

Advertisements

3 Antworten to “Impressionen”

  1. ichbinimmerich Says:

    Ohhhh, ich liebe diese fettige Käsesauce!! Die gibt es auch zu maccaroni ’n‘ cheese – man muss nur zwei Nudeln mit Sauce essen, dann hat man für den Rest der Woche keinen Appetit mehr.
    Vielleicht hast Du übrigens die Örtlichkeiten mißverstanden und warst nicht am Strand sondern bei einer Veranstaltung zu Promotionszwecken der Waffenlobbyisten…

  2. tyndra Says:

    *hehe* … könnte gut sein!
    [stelle ich mir irgendwie anstrengend vor, sich wieder auf den anderen way-of-life umzustellen. ist das nicht sowas wie kulturschock, oder sind sie das schon gewohnt?]

  3. goodytales Says:

    Ichbinimmerich,
    diese Käsesauce ist das Grauen. Ehrlich. Sie ist zäh und dickflüssig und schmeckt überhaupt nicht nach Käse. Ich gehöre ja eigentlich zu den eher verkorksten „Du-musst-den-Teller-leer-essen“-Typen, aber das ging wirklich gar nicht.
    (schauder)

    Tyndra,
    ich bin das mittlerweile gewohnt. Fühlt sich kaum noch kulturschockig an. Es sind immer nur so kurze Momente, in denen ich wirklich zweimal hinsehen muss. (Und wenn ich inmitten von quietschbunten Elefanten, Donald Ducks und Nostalgietümelei plötzlich Mini-Maschinengewehre entdecke, dann muss ich sogar dreimal hinsehen)


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s