Bitter.

September 28, 2008


by rogiro

Es gibt Menschen, die sollten mir eigentlich nahe stehen.
Ich möchte sogar, dass sie mir nahe stehen, aber egal, wie groß die verständnisvolle Rosarot-Brille ist, die ich extra für sie aufziehe, es gelingt nicht.
Bestenfalls bringe ich es zu Wehmut, mitunter kommt sogar Trauer auf. Das könnte anders sein, irgendwann war da einmal mehr, aber ich untersage mir, danach zu suchen.

Dabei ist auf dem ersten Blick alles intakt. Wir telefonieren, selten zwar, aber immerhin. Wir denken an die Geburtstage, und wenn wir uns mal zu Gesicht bekommen, dann nehmen wir uns in den Arm und drücken uns herzlich. Ein bisschen herzlicher als notwenig vielleicht, weil der Abstand so groß ist.
Wir plaudern. Wodurch dann klar wird, dass Nähe nicht vorhanden ist, Zuneigung stark angekratzt und Vertrauen komplett ins Nirwana entschwunden.

Illoyalität ist es, die mich immer wieder ins Straucheln bringt. Das Gefühl, verraten worden zu sein und jeden Tag auf’s Neue verraten zu werden. Das Wissen, dass der Andere sich für eine Seite entschieden hat und diese Seite nicht meine Seite ist.
Und dann sehe ich dem Spagat zu, der mehr oder minder ernsthaft versucht wird. Ich höre mir die Erklärungen an und nicke Beteuerungen ab.
Ändert aber alles nichts. Natürlich nicht.

Treffen wir uns also an der Oberfläche.
Freuen wir uns dort, tauschen uns aus und lachen miteinander.
Achten wir darauf, dass Worte nicht in die Tiefe rutschen und halten wir die Sehnsucht aus. Nach Nähe. Und Zuneigung. Und Vertrauen.

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