Sweet Memories

Dezember 10, 2008

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by plugimi

Einst war ich ganz unglaublich in einen langhaarigen Motorradfahrer verliebt. Er war etwa 1,90 groß, spielte nicht nur Gitarre, sondern auch ganz passabel Schlagzeug und war der Traum jedes Mädchens zwischen 14 und 25 in der Gegend. Als ich mich erstmals auf sein Motorrad schwingen durfte, fand ich stolzgeschwellt kaum Platz darauf, und als er mir einen selbstgeschmiedeten Ring mit roter Schmucksteinperle schenkte, fantasierte ich von Kindern.
Um so ernüchternder war dann der Absturz, der mich ereilte, als ich zum ersten Mal bei ihm übernachtete.
Dass er profanen Aktivitäten vor der Ehe nichts abgewinnen konnte, fand ich romantisch. Und ja, ich gebe zu, ich nahm das nicht sehr ernst.
Seine Methode jegliche erotischen Ambitionen im Keim zu ersticken war jedoch hundertprozentig sicher: als er aus dem Bad trat, trug er nämlich einen Ganzkörperschlafanzug mit Knopfleiste und Bündchen. Aus Frottee.
So konsequent bin ich selten innerhalb von fünf Minuten eingeschlafen.

Am anderen Ende auf der Skala steht dagegen ein junger Mann, der mich nach wochenlangem verliebtem Getändel formell zur ersten gemeinsamen Übernachtung aufforderte, um mir dann sehr charmant sein Bett anzubieten. Er kokettierte mit dem Sofa, ich ließ mich mit vorgespielter Schüchternheit darauf ein, und während ich noch mit durchaus handfester Unsicherheit darüber nachdachte, ob er sein Angebot, auf der Couch zu nächtigen, vielleicht sogar ernst gemeint haben könnte, posierte er plötzlich im Türrahmen – und trug dabei nichts, bis auf einen knappen Ledertanga.
Ich meine – einen Ledertanga!
Mein hysterisches Gelächter war echt und durchsetzt mit einem leicht panischem Unterton. Bei diesem Outfit ließ sich eine dazu passende Hundeleine nicht ganz ausschließen, und ich war doch erleichtert, als er sich schleunigst zurückzog, um Minuten später in gänzlich normaler Unterwäsche und T-Shirt wieder aufzutauchen.

Episoden wie diese liegen an sich sehr, sehr weit hinten in meinem Gedächtnis, und ich bin mir gar nicht so sicher, wie es meiner Freundin und mir gestern Abend beim geselligen Beisammensein gelingen konnte, sie wieder hervorzukramen – doch es gelang, und es war lustig.

Lesen Sie daher morgen: Das Schnitzel auf der Tanzfläche.

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7 Antworten to “Sweet Memories”

  1. ichbinimmerich Says:

    Gibs zu, das bringst Du doch jetzt nur aufgrund Deines quasi nicht existenten Sündenregisters auf! ;oP


  2. Mal ne doofe Frage: hat so ein Ledertanga wenigstens Gummi-Schnüre, damit man ihn schön schnalzen lassen kann? 😀

  3. goodytales Says:

    Ichbinimmerich,
    von SOLCHEN Sünden stand nix im Register, tut mir ja auch leid. :o)

    Papa Bodehase,
    es tut mir leid, das kann ich Dir nicht sagen. So nahe kam ich glücklicherweise gar nicht erst an das Teil ran.

  4. madameklutze Says:

    Hab ja auch erst gedacht, na und das bei diesem Sündenkonto ??? 😉
    Aber von Frotteeanzügen und Lederstrings, stand wirklich nichts drin.

  5. tyndra Says:

    *gnihihi* … ach. wenn ich sowas lese, fallen mir auch diverse dinge wieder ein, die ich längst vergessen wähnte. ich freu mich schon auf die tanzfläche ;)))

  6. goodytales Says:

    Madameklutze,
    man muss ja auch positiv für mich ins Felde führen, dass nicht ICH es war, die diese Modesünden am blanken Leibe trug – bloßes Hinsehen füllt kein Sündenkonto.

    Tyndra,
    ich bin ganz Ohr. :o)

  7. ichbinimmerich Says:

    Nun aber mir wäre bei diesem Register auch nie im Traum eingefallen, dass Sie vorehelichen, na Sie wissen schon,… ;-P


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