Saftdekadenz

Februar 7, 2009

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by racineur

Guten Morgen.

Ab heute lebe ich gesund, aber so was von.
Eigentlich bereits seit gestern, denn gestern kam mein neuer Entsafter hier an. Und zwar nicht irgendein Entsafter, oh nein. Irgend so ein Zentrifuger, der all die wertvollen Inhaltsstoffe verschleudert, zerfetzt und das meiste davon mit dem Trester in die Tonne wirft. Nein, sondern der goldene (Tusch) Green Star. Also, golden im herkömmlichen Sinne ist er natürlich nicht, golden im übertragenen Sinne jedoch schon, weshalb ich jetzt auch nicht dazusage, was dieses Ding gekostet hat.

Dafür ist es jetzt sein Job all die Vitamine und Mineralien aus Obst und Gemüse quasi vorsichtig herauszumassieren, und den Feuertest hat er gestern meiner Meinung nach mit einem beinahe klaren „sehr gut“ bestanden. Beinahe klar deshalb, weil ich es gewöhnt bin, dass meine bisherigen Entsafter mir das Pressgut gierig aus den Händen rissen und es spritzend und sabbernd verwursteten (sehr unpassender Begriff). Der (Tusch) Green Star muss schon ein bisschen genötigt werden, bis er sich dazu bequemt, ein Karottenstückchen durchzumangeln, aber wenn er es tut, dann Gnade dem Karottenstückchen Gott. (Und auch allem anderen, was da jemals hineingeraten sollte.)

Der erste Saft im Hause Goodytales bestand zum größten Teil aus Äpfeln, etwas Karotte und einem Hauch Paprika. Leider schmeckte man den Hauch Paprika ziemlich durch, was die Lieblingstochter nach nur einem Schluck veranlasste, das Gesicht in angewiderte Falten zu legen und sich mit den Worten „Ich muss mal den Mund ausspülen“ ins Bad zu verziehen.

Stellvertretend für das neue Gerät war ich da ein bisschen geknickt, doch.

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2 Antworten to “Saftdekadenz”

  1. Doktor Vogl Says:

    Nehmen Sie statt Paprika Ingwer und alles ist pefekt, Verehrteste. Weiss aus Erfahrung: der Doktor. Um aus dem Productplacement auf Ihrer Infontainmentseite noch einen veritablen Testbericht zu machen, möchte ich noch erwähnen, der Greenstar ist eine Saftmasseuse aus der alten Zenschule. Weniger ein Küchengerät als eine Lebenshaltung. Man sollte schon ein wenig Zeit und Muße einplanen, wenn man die komplette Saftzeremonie mit allen Vor- und Nachbereitungen ohne Hektik geniessen will. Es beginnt mit der manuellen Zerkleinerung der Obst- und Gemüsestückchen, wobei zu weiche Früchte besser außen vorbleiben, deren Verarbeitung verweigert der Greenstar nämlich. Geeignet sind dagegen kleingeschnittene (keine Achtel – wirklich kleingeschnittene) Apfelschnitzchen bsplsw., wem das allein zu fad ist: an langen Winterabenden kann sich die Familie am Küchentisch versammeln und die Mikrozerteilung der Zutaten gemeinsam vornehmen. Schnippeldieschnitzt. So. Das hat ein bisschen gedauert. Na ja. Dafür wird es jetzt gemütlich. Ein grober Stößel sieht zuerst so aus, als ob man mit ihm kraftvoll und hurtig die Obstteilchen in die Zerkleinerungswalzen drücken sollte. Ganz so trivial/brutal lässt sich der Greenstar zu seinen zarten Vitamin-Massagen allerdings nicht überreden. Der Stößel ist eher gefühlvoll als Tupfel zu benutzen, mit dem man die nicht zu großen Portionen der vorbereiteten Ausgangsstoffe in den – namentlich auf Karotte, die Verehrteste erwähnte es bereits, manchmal etwas sensibel reagierenden – Schlund des grünen Sterns einführt. Wechselnde Geräuschkulissen bei der Verarbeitung (ein heulendes Quietschen, auch wummernde Bohrtöne und schmatzendes Spucken) sollten möglichst keine besorgten Gedanken im Kopf der Benutzerin wecken, sonst verliert die ruhige, wohltuende Arbeit des Entsaftens leicht ein wenig von ihrer entspannenden Kraft. Den Kundendienst wirklich erst anrufen, wenn auch die Nachbereitungen einen ernsten Fehler nahe legen. Zu denen können wir nun übergehen: Der feine Zellstoff hat den Gereenstar durchwandert und wurde nach allen Regeln der Saftkunst zerlegt. Vor uns steht: Ein flaches Glasgefäß, randvoll in einer kleinen, heimeligen Pfütze (jeder nimmt beim ersten Mal zu viel Obst), daneben ein Blatt Zeitungspapier mit einem bunten Berg zermahlenem Schmodder und ein Greenstar, der bis in die Tiefen seiner Mahl- und Würgetechnik verschmutzt ist. Während sie jetzt alles schön aufräumen, sauber machen unter den fliessenden Wasserstrahl mit zwei (mitgelieferten) Spezialbürsten peu a peu wieder in den Originalzustand zurückversetzen, wartet ihr Saft geduldig auf den Konsum. Setzen Sie sich jetzt. Der erste Schluck ist der schönste. Hmmmm. Das tut gut. Und die Hörspiel-CD, die Sie beim Zerlegen des ersten Apfels angestellt haben, ist jetzt auch zu Ende. Ein gesunder Nachmittag alles in allem. Resumee: der Greenstar bekommt 5 Sterne für Saftqualität und Zen. Ansonsten warten wir auf den Greenstar rapido, der sich bestimmt bereits in Entwicklung befindet.

  2. goodytales Says:

    Doktor Vogl, wenn Sie hier weiterhin derart ausführlich schreiben, dann verkrafte ich vielleicht doch, dass Sie Ihren Blog vorübergehend still gelegt haben.
    😀


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