Let it snow.

Februar 14, 2009

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by circulating

Es schneit.
Es schneit, und an beinahe jedem Ort in der Stadt liegt genug Schnee, um spontan sieben Schneemänner und ein kleines Iglu zu errichten.

Ich fahre mit dem Rad durch die Straßen, und alles um mich herum klingt gedämpft und vorsichtig. Der ein oder andere mag angesichts dieser Schneemassen sein Auto zu Hause gelassen haben, aber selbst wenn ein Wagen langsam an mir vorbeirollt, geschieht dies leise und verhalten. Der Schnee schluckt die Geräusche, verweht den Lärm und sorgt für eine konzentrierte und verhaltene Stimmung.

Ich fahre an missmutigen Menschen mit Schirm vorbei, an Menschen, die ihre Mäntel zusammenhalten, während sie entnervt ihre Autos unter dem Schneegestöber suchen und an Menschen, die rotbackig und mit glühenden Gesichtern durch die Schneewehen stapfen, die der Schneeschieber am Bordsteinrand hinterlässt. Letztere sind alle nicht wesentlich größer als Einsdreissig.

Die meisten sind völlig mit sich und dem Schnee beschäftigt. Vereinzelt stoße ich auf Groll und Gezeter, dann nämlich, wenn der ein oder andere seinen allumfassenden Frust auf die Welt vorübergehend explizit auf mich konzentriert und ich samt Rad zur Hölle geschickt werde: „Welcher Depp fährt denn bei diesem Sauwetter mit dem Rad, das ist ja wirklich bescheuert, HE SIE, das ist gefährlich, was Sie da machen. Idiotin.“
Ich fahre weiter, und das Genörgel wendet sich wieder Gott und dem Rest der Welt zu und wird alsbald vom Schnee verschluckt.

So seltsam das nun klingen mag – ich mag diese Stimmung.

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5 Antworten to “Let it snow.”

  1. tyndra Says:

    ich mag das auch. und neben der schönen optik ganz besonders, was du beschreibst: alles wird irgendwie gedämpft und friedlich. außer den frustrierten, die zu laut schreien ^^

  2. amidelanuit Says:

    ich verstehe ziemlich gut, was du meinst!! und ganz besonders mag ich dieses zuschneien in einer großen stadt – da fällt das stillwerden noch viel mehr auf. hier ist ja ohnehin ständig still, auf dem lande:)

  3. Doktor Vogl Says:

    : Aber andauernde Lawinenwarnstufe drei bis vier ist für manche Zeitgenossen, z. B. chronische Alpiniker wie mich, schon ein Problem. Ehrlich. Wie soll man denn da die Berge rauf? Sie rufen doch! Hören Sie das denn nicht, Verehrteste? Sonne!

  4. goodytales Says:

    Ich fühle mich zwischen Tyndra, der Tauschlade und Ami sehr verstanden und antworte dem Doktor Vogl daher lediglich entschuldigend:
    Wenn die Berge sich ausnahmsweise mal an mich wenden, dann rufen sie lediglich Dinge wie „Komm, trau Dich doch!“ Und dann kichern sie fies.
    Ich halte mich da lieber ein bisschen fern.


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