Urlaub, irgendwie.

Juli 31, 2010


by Adrian__

Nun ja, es war zwar nicht fünf sondern etwa zehn Uhr Vormittags, als wir das Haus verließen, aber wir verließen es und kamen halbwegs unbeschadet nach mehrstündiger Autofahrt auf einem Campingplatz bei Metz an.
Ich erspare euch (und mir) an dieser Stelle allzu viele Details und erwähne daher nur am Rande, dass es eher nass und wolkengrau war, Nathalie fror, und Liam kurz vor einem kollossalem Rappel stand, als wir am nächsten Morgen weiterfuhren („Nicht unter’s Auto krabbeln!“ – „Nicht an die Herdknöpfe fassen!“ – „Nicht die Heringe aus dem Boden wackeln!“ – „Und NICHT die Finger in die schaumflockige Pfütze weiter hinten tunken!“).

Donnerstag fuhren wir dann weiter nach Paris. Eine halbe Stunde vor unserer Ankunft erlag die Lieblingstochter einem Anfall von Reiseübelkeit, und auch hier will es keiner genauer wissen. Es soll daher reichen wenn ich festhalte, dass ein Großteil der knapp einstündigen Säuberungsaktion für das Reinigen des Kindersitzes inklusive der Gurtschnallenöffnungen draufging.

In Paris angekommen verhinderten enge Straßen und nachrückende Autos ein überlegtes Auspacken, weshalb wir in fliegender Hast zwei Körbe mit Wäsche, diverse Tüten und die Kinder hinauswarfen und der Gatte anschließend das Auto wegfuhr, derweil ich mit unserer Habe auf einem sehr, sehr schmalen Bordstein neben einer Mülltonne stand und mit Baby auf dem Arm und Kleinkind an der Hand auf unseren Vermieter wartete.
Der nicht kam.

Nach etwa zwanzig Minuten bekam ich einen vagen Eindruck davon, wie man sich als Auswanderin so gefühlt haben mag, alleine in einem fremden Land, ohne Bleibe und nur mit mangelhaften Sprachkenntnissen ausgestattet. Gedanklich befand ich mich gerade bei Alternative 14 (Taxi organisieren, alles einladen und das nächste Hotel ansteuern), als sowohl Mann als auch Vermieter auftauchten und ich endlich das klebrig-schwitzige Kind aus meinen Gummiarmen entlassen konnte.

Die Wohnung entschädigte allerdings für beinahe alles, craigslist sei Dank. Sie ist einfach klasseklasseklasse und sogar beinahe kindertauglich. Abgesehen vom High End Flatscreen TV, dessen FAST unsichtbare Knöpfchen den Mini immerhin minutenlang bei Laune halten können. Spielplatz, Bäcker und ein winziger Park liegen ums Eck und quasi in Steinwurfnähe (okay, nicht, wenn ICH den Stein werfe) befindet sich das Centre Pompidou.

Ich werde berichten – jetzt an dieser Stelle das derzeit einzig wirklich Ernüchternde:
Sitze ich in einem Café und sage „Bonjour“, dann beginnt ein jeder sofort, englisch mit mir zu sprechen.
Pfff.

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2 Antworten to “Urlaub, irgendwie.”

  1. Lisa Says:

    Ich brauch die Adresse !
    Und weiterhin viel Freude in der Stadt der Liebe !

  2. goodytales Says:

    Diese Adresse, Lisa, DIESE Adresse ist ein echter Geheimtipp.
    Innerhalb einer Dreiviertelstunde erreicht man zu Fuß und mit Kindern den Louvre, Notre Dame, die Jardin des Tuileries, die Seine, das Centre Pompidou, 37 Boulangeries und einen gutsortierten Bioladen – und dann hab‘ ich noch gar nicht erwähnt, dass die Wohnung selbst wirklich ein Traum ist.
    Oder doch?
    Doch, letzteres erwähnte ich wohl bereits.

    Wie auch immer – mail‘ mich an, ich teile diesen Tipp gern mit Dir. 🙂


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