Out Of Reach.

Februar 12, 2011


by aemde

Gerade eben habe ich mir mal wieder „Live at Knebworth“ von Robbie Williams angesehen. Und man kann ihn ja nun mögen oder auch nicht, aber was mich an diesem Konzert wirklich, wirklich, WIRKLICH beeindruckt, ist diese unfassbare Energie, diese Hingabe, diese Leidenschaft, diese völlig bedingungslose Liebe, die ihm von seinem Publikum entgegengebracht wird.

Ich meine, ich sitze zu Hause auf dem Sofa und hab‘ schon beim Zuschauen Gänsehaut – wie muss man sich da erst fühlen, wenn man auf der Bühne steht und auf ein Meer von entfesselten Menschen sieht, von denen zwei Drittel dir auf Knien ins Hotelzimmer folgen würden?

Ich habe ja früher mal eine Musikzeitschrift gemacht, und so sehr ich diesen Exklusiv-Zugang zu den VIP-Bereichen immer genossen habe, habe ich mir bereits da oft gewünscht, einmal auf der anderen Seite zu sein, auf der Bühne zu stehen und mit meiner Musik die Leute vor mir zum Ausrasten zu bringen.

Nun spiele ich leider kein Instrument, und singen kann ich auch nicht. Aber selbst wenn das der Fall wäre, so muss man vermutlich ein Mann sein, wenn man in den Genuss kommen möchte, von einer derart riesigen Menschenmasse mit aller Kraft geliebt zu werden. Denn, machen wir uns nichts vor: ein solches Publikum besteht zu einem Großteil aus Frauen.

Wenn dir einmal im Leben 125.000 Menschen die Arme entgegengereckt haben und dabei deine Lieder singen, dann ist es doch völlig unmöglich, dieses Gefühl durch etwas anderes ersetzen zu wollen.
Mich müsste man vermutlich irgendwann von der Bühne schleifen, denn ich glaube nicht, dass ich es schaffe würde, mich von diesem Anblick aus freien Stücken wieder zu lösen. Wie verarbeitet man das? Wenn man sich wie Jesus persönlich gefühlt hat, muss einem doch das reale Leben danach fad, blass und unwirklich vorkommen.

In „Das Parfum“ wird der Protagonist am Ende des Buches von einer Menschenmenge vor lauter Liebe zerrissen. Ich bin mir ziemlich sicher, Robbie Williams hätte das in Knebworth auch haben können, hätte er einen Stagedive gewagt. Er wäre von der Menge verschluckt und erinnerungstauglich verstaubar zerfetzt worden.
Das klingt jetzt nicht sehr schön, aber was kann danach noch kommen?

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4 Antworten to “Out Of Reach.”

  1. miss k. Says:

    Hab gerade ein paar schnulzige Minuten, da wage ich mal eine Antwort auf Deine Frage: Ein paar Kinderärmchen, die sich nach Dir strecken. Die Arme Deines Mannes, die sich um Dich legen. Und das alles nicht nur für 120 Minuten auf der Bühne, sondern auch abends, am Wochenende, früh morgens, wenn Du scheiße aussiehst und Dich fühlst wie ein Brocken kalter Kaffeesatz. Zum Beispiel. 🙂

  2. sandra Says:

    hast du schon mal „feel“ gelesen? da wurde er von einem journalisten über ein gutes jahr begleitet, unter anderem zu diesem konzert…

    ich wär ja gern die, die bei „come undone“ (mein robbie-lieblingslied auch noch) auf der bühne ist *g*

  3. goodytales Says:

    Sandra, auch Du!?

    Wärest Du lieber diese

    oder diese hier?

    Ich finde ja, Mädchen Nummer Eins macht ganz eindeutig mehr aus der Situation…


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