Viele, viele bunte – Menschen.

Juli 9, 2011


by istolethetv

Heute und morgen findet in München das Christopher Street Festival statt, was komplett an mir vorbeigegangen wäre, hätte ich mich nicht mit der Lieblingstochter auf den Weg gemacht, um diverse Geschenke für anstehende Kindergeburtstage zu besorgen.

Die Rolltreppen hatten uns noch nicht ganz aus dem U-Bahnhof ans Tageslicht befördert, als Nathalie bereits rosafarbene Luftballons gesichtet hatte und begeistert die letzten Stufen hochsprang. „Ein Straßenfest!“, rief sie begeistert. „Können wir uns das anschauen, Mama?“

Ich warf einen Blick auf die sich weiter hinten langsam die Straßen entlang schiebende Gay Parade, erhaschte einen Blick auf zwei halbnackte Bodybuilder, die mittels Brustwarzenklemmen ein meiner Meinung nach recht fragiles Bündnis eingegangen waren und einen weiteren Blick auf quasi gänzliche nackte Stringträger, die sich auch schlicht die hervorstechenden männlichen Geschlechtsmerkmale schwarz hätten anpinseln können, so eng, so knapp und so hauchdünn war ihr einziges Kleidungsstück bemessen.

„Wir müssen jetzt einkaufen“, erwiderte ich daher spassbremsig und marschierte mit meinem besten „Keine Widerrede“-Blick drauflos.

„Warum nicht?“, nölte die Tochter und ließ sich unwillig durch die Menschenmenge zerren.
Mein bester „Keine Widerrede“-Blick taugt nicht viel.

„Weil ich mich in diesem Trubel nicht in der Lage fühle dir zu erklären, warum die Typen da vorne im halb durchsichtigen weißen Sporthöschen sich gegenseitig ständig den Schritt knautschen, und weil ich auch nicht tiefergehend erläutern will, weshalb dieser Kerl da sich von seinem Freund an einer Hundeleine durch die Gegend führen lässt.“

Sagte ich nicht.
Ich kam mit „Müssen einkaufen“ und „Du hast doch auch Durst.“

(Nachdem wir gerade aus der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe immer noch lang und ausgiebig „Woher die kleinen Kinder kommen“ rauf und runter diskutieren, sagt mir mein Mutterinstinkt, dass Nathalie einfach noch nicht weit genug ist für Themen wie „Der Fetisch“ oder „Federboa und Lackleder – Sexualpraktiken heute“, wohl.)

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