Saukalt, echt jetzt.

Februar 3, 2012


by Eunice Gibb

Vorgestern hatte Liam seinen ersten Kindergartentag. Abgesehen von vielen anderen guten Programmpunkten haben die dortigen Betreuerinnen es sich zum Prinzip gemacht, jeden Tag mit den Kindern zumindest eine halbe Stunde an die frische Luft zu gehen, und von diesem Vorsatz lässt man sich auch von -5 Grad Celsius nicht abhalten.

An der Garderobe packe ich also den Sohn, der bereits mit Pullover und Langarmbody ausgestattet ist, in eine warme Fleecejacke, stülpe ein Paar extradicker Socken über die bestrumpfhosten Füße, stopfe ihn mitsamt wattierter Jeans in seinen Schneeanzug und bedecke alles, was noch herausschaut mit Mütze, Schal, Thermoboots und dickgepolsterten Handschuhen. Ich sehe dem hinauswankenden Michelin-Männchen nach und werfe dann einen Blick an mir selbst hinunter: Pulli, Mantel, Schal, Mütze, Stiefel und Rock. Und ROCK! Mit einer „Wie blöd kann man sein?“-Gedankenblase über dem Kopf schleiche ich den Kindern hinterher und friere anschließend fast auf dem Spielplatz fest, bevor ich wieder reindarf.

Gestern befreite uns der Turn-Donnerstag vom Spielplatzbesuch (zum Leidwesen des Sohnes, zur Freude der Mutter), und heute wollte ich’s besser machen. Über die Strumpfhosen kamen ein Paar Jeans, dann die extra kuscheligen Socken. Die Emus passten entsprechend nur noch knapp, aber was tut man nicht alles. Noch ein Wollpullover über das Langarmshirt, die superduperwarme Winterjacke aus dem Schrank gekramt und zusammen mit Mütze, Schal und Handschuhen dachte ich, ich sei dem Tag gewachsen.

Nur hatte es heute am Vormittag – 11 Grad. Gefühlt – 18°.
S u b j e k t i v gefühlt – 26°.

Der Wind drückte sich wie Eiswürfel gegen meine Wangen, und bereits nach einer Viertelstunde war ich so schockgefrostet, dass ich kaum noch in der Lage war, meine Mimik zu verändern. Fußzehen und Fingerspitzen verwandelten sich in pieksende Eisnadeln, die Augen tränten und das wiederum verursachte brennende Froststriemen in meinem Gesicht. Verbissen schleppte ich mich zum einzigen Sonnenstrahl und verbrachte den Rest der Zeit damit mir einzureden, dass ein bisschen Wärme spürbar sei.

Die Kinder klaubten derweil vergnügt kreischend Eisbrocken auf.

Keine Ahnung, wie die das hinkriegen, aber ich bin für dieses Wetter eindeutig so gar nicht gemacht.

2 Antworten to “Saukalt, echt jetzt.”

  1. evizentrum Says:

    Ich finde aber echt, wenn es mal eine Woche im Jahr so kalt ist, muss der KiGa nicht unbedingt stur an dem Prinzip festhalten. So ein Quatsch.

  2. Tine Says:

    Jahahaaaa, die Kinder bewegen sich ja nun mal auch, ganz im Gegensatz zu den frierenden (stehenden) Eltern😉

    Meine beiden sind auch bei dem Wetter noch sehr gerne draußen – mit nahezu keinen Kältezeichen. Ich friere… und fühle solidarisch mit Dir.
    Das der Kindergarten trotzdem rausgeht, finde ich jetzt ganz toll. Müssen ja eben nicht Stunden sein. Und ganz klares Pech, dass die Eingewöhnung in die gefühlte Eiszeit fällt🙂


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