Born to be careless.

Mai 24, 2012


by nndscotland

Gerade eben bin ich auf der Rückfahrt vom Kindergarten von zwei jungen Motorradfahrern überholt worden, die bereits vier Straßen hinter mir zu hören waren. Keine Ahnung, wie sie die Dinger frisiert hatten, auf jeden Fall knatterten die Maschinen ungefähr dreimal so laut, wie ein gewöhnliches Motorrad dies zu tun pflegt. Beide trugen lediglich einen Helm, und den vermutlich auch nur deshalb, weil sie das Design so klasse fanden. Ansonsten mussten Jeans und T-Shirts herhalten, und es half nichts, ich musste an den Motorradfahrer denken, den es mal direkt vor meinen Augen an einer Kreuzung zerlegt hatte.

Alles lief glimpflich ab, man kann jetzt also unbesorgt weiterlesen. Der junge Mann legte damals einen Kickstart hin, oder er versuchte es zumindest, denn leider entglitt ihm beim Anfahren die Maschine und schrappte höchst beeindruckend mehrere Meter weit auf die Kreuzung hinaus. Ohne Fahrer. Der nämlich, noch viel beeindruckender, batzte mit einem nassen Klatschen auf den Asphalt und kreiselte auf dem Rücken mit angezogenen Beinen dem Motorrad hinterher. Beide waren lange Sekunden unterwegs, bevor sie endlich zum Stillstand kamen, und ich muss mir immer wieder vorstellen, wie die Haut des Mannes ausgesehen hätte, hätte er keine Vollledermontur getragen. Und ob man überhaupt noch viel Haut an ihm gesehen hätte.

An all dies dachte ich also, als die beiden jugendlich Unbekümmerten an mir vorbeibretterten. Einer davon hatte die nackten Ellenbogen derart weit ausgestellt, dass man hätte meinen mögen, er wolle damit höchstpersönlich andere Verkehrsteilnehmer von der Straße befördern. Ich hoffe für ihn, dass er damit nicht mal irgendeiner Hauswand zu Nahe kommt. Oder einem LKW-Fahrer.

Ich selbst fuhr übrigens schon Motorrad, als ich so drei, vier Jahre alt war. Damals setzte man die Kleinkinder einfach vor sich auf den Sitz, wo sie sich dann glücklich lächelnd am Benzintankverschluss festhielten. Ein Helm? Ahaha. Nein, da mussten die starken Arme des Fahrers ausreichen. Gut, dass ich mir damals noch nicht allzu viele Gedanken um derlei machte, und noch besser, dass es mich nicht ähnlich zerlegte, wie den oben erwähnten Fahrer. Ich denke nicht, dass allzuviel von einem dreijährigen Mädchen im Sommerkleidchen übrig bleibt, wenn es samt Maschine über die Straße schlittert.

(Sucht man übrigens nach Fotos zum Thema, sollte man vorher besser noch nicht gefrühstückt haben)

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