Regentage.

Februar 2, 2013

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by ThoMo1969

Es regnet.
Es regnet, es ist kalt und windig, und sowohl die Kinder als auch wir Eltern sind immer noch ein bisschen angeschlagen.
UND es ist Wochenende.

So.
Was also tun?
Statt hier zu sitzen und eine Blog-Eintrag zu schreiben, könnte man dem bereits halbgar gelangweilten Kindervolk folgendes anbieten:

1. Kneten.
Immer gut. Den Tisch freiräumen, Wachstuchdecke drüber, sämtliche Knetutensilien darauf ausbreiten und unbedingt zwei Kindermesser dazulegen.
Für ganz Engagierte: Salzteig selbst machen.

2. Verkleiden.
Wer keine Verkleide-Kiste hat, sucht aus dem eigenen Kleiderschrank das Equipment zusammen. Auf keinen Fall Hüte, Tücher und hochhackige Schuhe vergessen.
Für ganz Engagierte: Alles unter ein Motto stellen und anschließend verkleidet ein Picknick im Wohnzimmer machen.

3. Experimentieren lassen.
Dazu alles halbwegs geeignete in Schüsselchen und Schalen füllen und auf dem Boden ausbreiten (möglichst nicht auf dem Teppich, im Zweifelsfall besser in Küche oder Bad ausweichen). Denkbar wären getrocknete Linsen, Bohnen oder Erbsen, Watte, Murmeln, Taschentücher, Playmobilfiguren, Bauklötzchen, Wolle, trockene Ringel- und Schmetterlingsnudeln, Schleich-Tiere, Vogelsand, getrocknete Herbstblätter, die Steinchen-Sammlung, die irgendein Kind bestimmt bereits angelegt hat, kleinere Becher und Tassen, Klopapierrollen und überhaupt alles, mit dem das Kind irgendwann einmal etwas basteln wollte.
Für ganz Engagierte: Zusätzlich noch Wasser bereitstellen.

4. Vogelsand färben.
Der superfeine Sand eignet sich hervorragend dazu. Einfach leere, saubere Marmeldengläser nehmen, Vogelsand hineingeben und mit Wasserfarbe dicke Farbtropfen dazutröpfeln. Deckel darauf, schütteln, weitertröpfeln, bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Auf Teller oder auf Backbleche ausbreiten und trocknen lassen.
Für ganz Engagierte: Mit dem getrockneten Sand und Kleister Sandbilder gestalten.

5. Ballons.
Diese großartige Idee habe ich neulich in meinem Lieblingsforum gefunden. Abends viele, viele Ballons aufpusten. Richtig viele. Noch mehr. Alle Ballons in einen Schrank oder einen kleinen Raum packen, und eure Kinder am nächsten Tag irgendwann mit einem vorgeschobenen Auftrag die Türen öffnen lassen.
Für ganz Engagierte: NOCH mehr Ballons.

6. Verstecken.
Banal, aber für die Kinder besonders klasse, wenn – die Erwachsenen mitspielen. Ja, ja, ich sehe euch alle die Augen verdrehen: Verstecken? Ich? Mich? Och nee…
Tatsächlich finde ich persönlich, ist dieses Spiel eines der besten, das man mit Kindern spielen kann. Und ich wette, jeder fängt Feuer, wenn er im Kleiderschrank sitzt, und zum dritten Mal mit verstellter Stimme „Piep“ gesagt hat, derweil die Kinder unter’m Bett rumkriechen. Weitere gute Versteck-Ideen: in der Badewanne, auf der Fensterbank hinter’m Vorhang, direkt vor der Haustür (und wenn die Kinder „Piep einmal“ rufen, klingeln) (bei uns ist die letzte Versteckvariante nur dann erlaubt, wenn noch ein zweiter Erwachsener mitspielt. Alleine dürfen sie nämlich nicht die Haustür öffnen.).
Für ganz Engagierte: „Stofftier-Verstecken“ hintendranhängen: Die Kinder werden ins Bad verbannt. Anschließend hat man fünf Minuten Zeit, um die zuvor eingesammelten Stofftiere in der gesamten Wohnung zu verstecken. Kinder frei- und suchen lassen. Derweil ein Buch lesen. Ab und an Dinge sagen, wie „Wow, super, wo hast Du das gefunden? Jetzt sind es nur noch zweiundzwanzig Tiere, die ihr noch finden müsst.“

7. Höhlen bauen.
Einen geeigneten Raum dafür freigeben. Bei uns ist das das Esszimmer, aus dem wir die Stühle tragen und den Esszimmertisch als Grundgerüst benutzen. Dann alle Decken, Kissen, Tücher und Stofftiere zusammentragen, die sich in der Wohnung finden lassen, und den Kindern anschließend freie Hand geben.
Für ganz Engagierte: Während die Kinder bauen, ihnen einen höhlentauglichen Snack zubereiten: Kleine Brezelchen, Nüsse, Trockenobst, Apfelschnitze, Salzstangen, Cornflakes, Rosinen, Honigwaffeln, was weiß ich. Im Zweifelsfall tun’s vermutlich auch Gummibärchen oder so etwas.

8. Pizza backen.
Zunächst einmal den Teig gemeinsam vorbereiten. Dann jedem Kind ein Stückchen abteilen, eventuell beim Ausrollen helfen und sie anschließend erst die eigenen Fladen und dann auch noch die der Eltern belegen lassen. Hat man nicht vorausgedacht bzw. ohnehin immer Schafskäse und Sardellen im Haus (das muss auf mein Stück), muss man trotzdem nicht verzweifeln: Cocktailtomaten, (TK)Mais, Paprika, Zucchini, Ananasstückchen, Schinken oder Salamistückchen, geschnittene Wienerle, Oliven aus dem Glas, Pilze, Zwiebeln, Knoblauch – es wird sich schon was finden.
Nur (Trocken)Hefe sollte man immer im Vorratsschrank haben.
Für ganz Engagierte: Mehr Pizza machen und spontan die Nachbarn/Freunde/Verwandte zum Abendessen einladen.

9. Filme gucken.
Jawohl. Warum nicht? Die Tochter will „Willi will’s wissen“ sehen, der Sohn „Charlie und Lola“ (was sonst). Der Nachmittag wird bereits zum Spätnachmittag, die Luft ist langsam raus, und wenn man gut ist, hat man noch Popcornmais im Schrank. Mit Popcorn und vielen Kissen und Decken zurechtknuddeln und ein Stündchen Kinderkrams gucken. (Für Väter die perfekte Gelegenheit für ein Spätnachmittagsschläfchen.)
Für ganz Engagierte: Anschließend allgemein beliebte Musik aufdrehen und tanzen, bis auch der letzte den verschleierten Fernseh-Blick losgeworden ist.

10. Die Flucht ergreifen.
Wenn gar nichts mehr geht: Die Kinder regentauglich anziehen, Gummistiefel nicht vergessen, und zumindest mal für ein halbes Stündchen die nächsten Pfützen aufsuchen. Sich dabei sagen, dass die frische Luft für die Schnupfennasen tausendmal besser ist, als der abgestandene Heizungsmuff in der Wohnung. Vor dem Rausgehen am besten einige zentrale Fenster kippen. Ökologisch nicht der Hit, aber wenn man aus der Kälte in die Wohnung kommt, ist die immer noch ausreichend warm, zeitgleich aber endlich wieder durchgelüftet.
Für ganz Engagierte: Etwas angeschlagen mit etwas angeschlagenen Kinder in den Regen stiefeln, IST für ganz Engagierte. (Ich fühle mich dabei jedenfalls immer über alle Maßen engagiert.)

Noch mehr Ideen?
Immer her damit.

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2 Antworten to “Regentage.”

  1. Nadine Says:

    Gut kommt auch, richtig viele Luftballons in einen Bettbezug zu packen. Kinder lieben es auf diesen Luftbett herumzulümmeln. Ab und zu platzt einer, das sorgt für Stimmung in der Bude.
    Für ganz engagierte: Die Kinder kuscheln auf den Luftballonbetten und Ihr erzählt eine Traumreisegeschichte, z.B. von einen Spaziergang über die Wolken.

  2. goodytales Says:

    Großartige Idee.
    Vor allem, weil man viel weniger Ballons aufpusten muss, und trotzdem begeisterte Kinder hat. (o:
    (Also, in diesem Haus wird es zumindest EIN begeistertes Kind geben. Die Tochter erträgt es schon nicht so gut, wenn in der Wohnung über uns ein Ballon platzt.)

    Davon abgesehen liebe ich Dich sehr dafür, dass Du eine Idee angehängt hast – ich fühlte mich schon beinahe ignoriert.


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