Ungerecht.

Mai 15, 2013

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by Elle Disco

Meine Tochter hat früher immer „Näppenot“ zu Knäckebrot gesagt.
Und „Dabbefell“ zu Karussell, „Teichlolla“ zu „Teigroller und „Wei“ zu „Frau“.
Letzteres warum auch immer.

Es gibt ein halbes Buch über Nathalies Wortschöpfungen, und ich fühle mich gerade wie eine ganz, ganz miese Mutter, weil ich mir eben klar gemacht habe, dass ein solches Buch für Liams Kreationen nicht existiert.

Von Nathalies Füßchen habe ich auch im ersten Lebensjahr alle zwei Monate Wasserfarben-Abdrücke gemacht, von Liams Füßen nicht.
Und während ich mit der Tochter früher zwischen Krabbelgruppe, musikalischer Früherziehung und Kinderballett herumgetingelt bin, hatte ich Jahre später den Sohn lediglich im Tragetuch dabei, wenn ich mit Nathalie zum Kinderschreinern und zum Taekwondo eilte.

Und das liegt nicht ausschließlich daran, dass Liam bisher so überhaupt gar kein Interesse an jeglichen koordinierten Aktivitäten neben dem Kindergarten hat und gerade neulich erst das Kinderturnen grundlegend für blöd erklärte (weshalb er da nun derzeit nicht mehr hingeht).

Nein, es liegt ganz eindeutig eher daran, dass sich mein Fokus, den ich früher ausschließlich auf Nathalie gerichtet habe, mittlerweile auf zwei Kinder richtet.
Und natürlich auch an der Tatsache, dass vieles, was mir für Nathalie noch unabdingbar wichtig erschien, mittlerweile nur noch ein abgeklärtes Schulterzucken hervorruft.

Mit einem schläfrigen Kleinstkind auf dem Schoß inmitten von sieben bis acht anderen Müttern „A, B, C, die Katze liegt im Schnee“ singen und anschließend mit dem immer noch müden und daher eher unlustigen Kind auf dem Rücken als lustiges Schlittenpferd durch den Raum galoppieren?
Och nö, lieber nicht.

Ich denke mittlerweile auch nicht mehr, dass Vierjährige sich besser schon einmal nach einem geeigneten Instrument umschauen sollten. Oder den Extra-Malkurs von 16.00 bis 18.00 Uhr im Kindergarten keinesfalls verpassen dürfen.
Ehrlicherweise bin ich mit der Einstellung meines Sohnes, dass alles Glück der Erde auf dem nächsten Spielplatz, zur Not auch noch im Garten, liegt, völlig im Reinen.

Dennoch.
Früher sagte Liam „raubich“ zu „traurig“, „Krabbel“ zu „Krabbe“ und „Leckerling“ zu „Schmetterling“
Und wenn ich mir jetzt gleich ein Buch suche, um festzuhalten, was mir sonst noch einfällt, dann schreib‘ ich da auch noch rein, dass er seinen guten Freund Jakob bis heute „Jakopf“ nennt.

(Und heute Abend werden Füßchen gedruckt. Von beiden Kindern. Jawohl.)

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