Einige Sekunden später.

August 6, 2013

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by quinn.anya

Letzten Donnerstag saßen wir im Garten, und alles war perfekt.
Sonne, Pommes, Trampolin, glückliche Kinder, entspannte Eltern.
Irgendwann stürzte Liam auf die Kante einer Steinstufe, und etwa zwei Stunden später lag er voll verkabelt mit inneren Blutungen auf der Intensivstation.

Hätte irgendjemand gedacht, dass es bei einem 15-Kilo-Wicht möglich sein könnte, sich ohne Motorrad einen Milzriss zuzuziehen?
Ich nicht.
Ich würde ja ein lapidares „Wieder was gelernt“ daruntersetzen, aber, ehrlich gesagt, hätte ich das gar nicht lernen wollen.

Diverse Ultraschalluntersuchungen und Blutabnahmen später durfte Liam sich der Elektroden wieder entledigen und ist nun seit gestern wieder zu Hause, mit der strikten Auflage der Ärzte, weder zu rennen noch zu hüpfen.
Außerdem soll er nicht mit dem Fahrrad fahren, nicht Trampolin springen, nicht schwimmen, klettern oder balancieren, kurz, er darf nichts tun, was ihm eventuell einen erneuten Schlag in den Milzbereich einbringen könnte.

Deshalb hat Liam seit gestern etwa 4794 Mal das Wort „Vorsicht!“ in den verschiedensten Sätzen zu hören bekommen.
Heute Nachmittag hat er mich völlig entnervt angemault:
„Ich WEISS, dass ich nicht rennen darf, Mama! Du musst mir das nicht tausendmal sagen!“
Sprach’s und rannte davon.

Dieses Kind kann leider gar nicht anders.
Wenn Liam langsam geht, dann sieht es so aus, als würde ein Rechtshänder mit links schreiben.
Das war mir bisher nicht wirklich bewusst, dass der einfach immer rennt.
Oder vom Sofa hüpft, wenn er aufstehen will.
Oder seitlich schräg von hinten auf den Triptrap klettert, statt sich einfach von vorne draufzusetzen.

Entsprechend ist Liam bereits jetzt ultragenervt, und laut Order der Ärzte darf er geschätzte sechs Wochen lang nur vor sich hin kriechen und dabei vorsichtig atmen.
Draußen hat’s also 33 Grad, und meine beiden Kinder haben heute gute drei Stunden lang DVDs geguckt.

Ich würde mich jetzt völlig der Jammerei ergeben, wenn ich nicht in den letzten fünf Tagen derart furchtbare Einzelschicksale erlebt hätte, dass ich doch lieber einfach nur demütig vor mich hin starren will.
Das Leben ist fragil, jetzt weiß ich’s wieder.

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7 Antworten to “Einige Sekunden später.”

  1. Frische Brise Says:

    Oje. Da habt Ihr ja was mitgemacht!
    Ich wünsche gute Heilung und viel Geduld und gute Nerven!


  2. Manchmal braucht’s so was, um zu sehen, wie gut es einem geht. Aber der Mensch ist so, wie er ist, er vergisst es auch wieder. In diesem Sinne: Gute Besserung.

  3. Frau Nilsson Says:

    Oh Mann….Was für ein Schreck! Ich drück Euch!

  4. Gini Says:

    Ach du je, gute Besserung!

  5. Kathrin Says:

    Uff, soetwas möchte man nicht mitmachen. Ich wünsche dem kleinen Sohn gute Besserung und euch eine ruhige Zeit!
    Viele Grüße,
    Kathrin

  6. Kira Says:

    Vielen Dank für alle Gute-Besserungs-Wünsche, ich werd’s ausrichten.
    Montag (ausgerechnet Montag) ist der erste Ultraschall-Kontrolltermin, dann werden wir sehen, ob sich auch die Milz die Wünsche zu Herzen, ähm, genommen hat.

  7. Workingmum Says:

    Schreck, lass nach … Halte die Daumen, dass sich alles so entwickelt, wie sie es wünschen!


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