Duftiges.

Februar 8, 2014

DSC04797
by Kira

Nächsten Monat ist es einmal mehr soweit, und meine beiden Kinder werden jeweils wieder ein Jahr älter.

Und weil ja Mitgebseltütchen gefüllt und Torten verziert und Preise ausgeteilt werden müssen, hab‘ ich beim Süßwarenhändler meines Vertrauens die ein oder andere Kleinigkeit geordert.

Heute nun kam das unerwartet schwere (hüstel) Paket hier an, und abgesehen davon, dass ich nicht mehr damit aufhören kann, diese fiesen Baiser-Eier zu essen, wurde ich vom Duft dieser kleinen Teilchen hier gerade fünfunddreissig Jahre zurückkatapultiert:

DSC04796

Zu meinem großen Kummer hab‘ ich die abgezählt gekauft, weshalb ich nun kein einziges auch nur ein klitzekleines bisschen ablecken darf.
Sollte aber eines übrig bleiben, dann versteck‘ ich das und schnuppere in unregelmäßigen Abständen so lange daran, bis entweder der Duft verflogen ist oder ich eine Allergie dagegen entwickelt habe.

Die Nase ist schon was Feines:
Neulich bin ich in einen winzigen Laden hineingestolpert, den ich zuvor noch nie betreten hatte.
Der Duft, der zwischen den Regalen hing, verursachte ein bestimmt zehnminütiges nasales Äquivalent von „Es liegt mir auf der Zunge!“, bis mir endlich einfiel, dass es genau so im Treppenhaus meiner Großeltern gerochen hat.
Rumstehen und Erinnerungen inhalieren, bis der Ladenbesitzer fragt, ob er helfen kann.
Ja, könnten Sie mir den Geruch in ihrem Laden bitte in ein kleines Fläschchen abfüllen?

Zwanzig Jahre zuvor habe ich in dem Plattenladen, in dem ich damals jobbte, dezent hinter einem unbekannten Menschen hergeräumt, der dasselbe Parfum benutzte, wie ein ehemaliger Freund. Besagter Freund war ja nun Geschichte, aber seinem Duft schnupperte ich immer noch so gerne hinterher, dass die CDs neben dem Posterständer von Grund auf neu sortiert wurden, weil der Duftträger gefühlte Stunden benötigte, um sich zwischen zwei Posterversionen von Frank Zappa zu entscheiden.

Zum Thema „Duft“ fällt mir allerdings auch noch ein, dass ich mir mal eine für meine damaligen Verhältnisse geradezu absurd teure Lederjacke zulegte.
Um mit dem guten Stück bloß nichts falsch zu machen, kaufte ich gleich noch ein Imprägnierspray dazu.
Das hätte ich mal besser gelassen – noch beim Einsprühen auf dem Balkon wurde mir klar, dass ich gerade einen schrecklichen Fehler beging.
Die Jacke stank bestialisch, und weder tagelanges Auslüften noch der Rundgang mitsamt der 60-Grad-Wäsche (was die Makellosigkeit der Jacke empfindlich beeinträchtigte) konnte daran etwas ändern.

Ich trug sie trotzdem.
Jedenfalls bis zu dem denkwürdigen Augenblick, als nach einem Konzert der Gitarrist irgendeiner Band zu mir sagte:
„Irgendwie riechst du nach Angelködern.“

(So teuer kann ein Kleidungsstück gar nicht gewesen sein, dass man sich dem Risiko einer derartigen Feststellung noch einmal aussetzen würde.)

Advertisements

Eine Antwort to “Duftiges.”

  1. Susan Says:

    Oh ja… Das Madarine-Vanille-Duschgel von Alverde erinnert mich an den Geruch von Parkett, Bohnerwachs und Putzmittel (mit Orange?) aus meiner Schule. Hach…


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s