Erde, tu‘ dich auf. Warum nicht?

Februar 11, 2016

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by Newchurch ™

Heute Morgen habe ich Liam zusammen mit zwei seiner Freunde zu einem Zirkus-Ferienworkshop gebracht und zwar mit der Tram.

Hat sich eigentlich mal jemand von diesen dämlichen Werbeschnöseln Gedanken darüber gemacht, zu was es führen kann, wenn Erstleser an der Haltestelle Plakate vorfinden, auf denen in Großbuchstaben Slogans stehen wie ‚Mach mich an!’oder ‚Zieh mich aus!‘?

Saß irgendeiner von denen mal mit drei kleinen Jungs in einer vollbesetzten Straßenbahn, die ein ums andere Mal ‚Ich bin heiß!‘ grölen, und man hat keine Möglichkeit, den Mitfahrenden zu erklären, dass dieser Spruch sich auf einen blöden Elektroherd bezieht?

Und wie guckt man, wenn sie lautstark Diskussionen wie diese hier führen?:
„Zieh mich aus! Wieso eigentlich zieh mich aus?“
„Ääääääh, den konnte man doch gar nicht ausziehen, der ist doch voll hart!“

Liebe hier Anwesenden, es geht um einen TISCH!
Und Sie sollten sich etwas schämen, wenn Sie an etwas anderes denken!
Dachte ich sehr leise.

Erstmalig in meinem Leben war ich ein bisschen erleichtert, als sie endlich damit begannen, sich über verschiedene Skylanders-Figuren auszutauschen und ich nur noch als Mutter dastand, deren Kinder nichts als Computerspiele im Kopf haben.

Jedenfalls bis zum Abend. Da ließ ich mich nämlich leichtsinnigerweise in der letzten Viertelstunde überreden, den Dreien zu erlauben so lange Skylanders zu spielen, bis sie abgeholt werden würden. Hoch und heilig versprochen wollte man aufhören, sobald es klingelte.
Ha ha.

Drei Kinder mit Eulenaugen klebten vor dem Fernseher, als Nils‘ Vater hier eintraf, und mit dem indigniertesten Gesicht der Welt musterte er den Bildschirm, auf dem gerade ein dickes Männchen mit schwarzer Kapuze und einer Axt eine Schneise durch winzige Monster zog.
„So, ihr hattet versprochen, ihr hört jetzt auf“, sagte ich.
„NAAAIN“, heulten die drei kleinen Monster (nicht die auf dem Bildschirm).
„Wir haben so etwas zu Hause ja nicht“, hüstelte Nils‘ Vater und sah mich an, als hätte ich seinem Sohn eine Kokslinie gezogen.

(Der Ablauf solcher Tage erzählt sich Wochen später immer sehr lustig. Immerhin.)

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