Hundeallerlei.

August 12, 2016

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by hide_in_the_pixels

Vorübergehend wird aus dem im-weitesten-Sinne-Mütter-Blog ein Hundeblog werden, nur mal so vorgewarnt. Damit später keiner meckern kann, wo jetzt die Beikost-Tipps geblieben sind.
(Es gab nie Beikost-Tipps hier. Also gibt’s eigentlich sowieso nix zu meckern.)

Wir kommen gerade vom Tierarzt. Der ist sehr nett und lässig und kompetent und ziemlich cool, und deshalb verzeihe ich ihm auch, dass ich mir erst einmal mehrere Minuten anhören musste, wie daneben er es findet, einen Hund aus einem anderen Land nach Deutschland zu holen. So wie er hab‘ vor nicht allzu langer Zeit auch noch gedacht, und bei manchen Punkten denk‘ ich sogar immer noch so, insofern hab‘ ich ein bisschen genickt und ihm dann Seal präsentiert.

Die ist jetzt (bzw. wird demnächst sein) entmilbt, entwurmt, entfloht und mit Grünlippmuschelzusatzpulver ausgerüstet, damit das Knochengerüst so stabil wie möglich wird, weil sie ja im Alter potenziell eine Fehlstellung aufgrund ihres als Minihund gebrochenen Hinterlaufs aufbauen wird (ist der Satz noch verständlich?).

Den Rückweg hab‘ ich dann völlig falsch eingeschätzt. ICH geh‘ den ja in etwa zwanzig Minuten, aber ich geh den halt strammen Schrittes. Seal muss überall stehenbleiben und schnuppern und Leute anstarren und minutenlang extrem fasziniert jeder Straßenbahn hinterhersehen, deren Länge sie so unglaublich beeindruckt, dass man kein Hundetherapeut sein muss, um das zu erkennen.
In Blasen poppt es über ihrem Schädel auf:
Boah! Lang! Boah! Noch ein Stück! Und noch ein Stück! Boah! Hört ja gar nicht mehr auf!
Entzückend.

Das ganze Gegucke und Geschnuppere und Stehengebleibe führte dann allerdings irgendwann dazu, dass der Hund völlig fertig das Laufen verweigert hat, was dann wiederum dazu führte, dass ich eine Viertelstunde später ebenfalls völlig fertig war, weil es nämlich gar nicht so einfach ist, vierzehn Kilo Hund nach Hause zu tragen.

Mit dem feuchten Fell unter der Nase fiel mir dann auch wieder auf, was zu meinen persönlich größeren Herausforderungen im Leben mit Hund gehört. Es ist nicht, dass einen plötzlich alle Menschen anquatschen (das kann ich gut leiden), es ist nicht das Gassigehen im Regen (kein Ding) , es ist der GERUCH. Puha.

Der Nachbarin, die ich wenig später traf, erzählte ich dann auch beiläufig, dass ich froh sein würde, wenn ich mich an das Hundearoma in der Wohnung endlich gewöhnt haben würde (das behaupten ja alle Hundehalter: Du gewöhnst dich daran), woraufhin sie meinte, sie LIEBE diesen Geruch. Mitunter würde sie einfach die Nase in das Fell ihres Hundes drücken, weil es so unglaublich gut riechen würde.
Den Blick, den sie daraufhin von mir erhielt, war sehr ähnlich dem, mit dem ich Nathalie immer angucke, wenn ich mit spitzen Fingern ihre mistig-riechenden Reitklamotten in die Wäsche befördere, und Nathalie dann allen Ernstes erklärt, das rieche toll.

Mir würde es also reichen, mich daran zu gewöhnen.
Die Nachbarin wiederum guckte sehr entsetzt, als ich ihr sagte, ich hätte einen Geruchsneutralisierer besorgt, und es dauerte mehrere Sekunden, bis ich vermittelt hatte, dass ich damit potenziell bepischerte Bodenflächen einzunebeln gedenke, und nicht den Hund.
(Obwohl …)

8 Antworten to “Hundeallerlei.”

  1. Eva Says:

    Ich darf Dir nach 10 jähriger Hundeerfahrung versichern: an den Hundegeruch (meine duften nur, wenn es nass ist draußen) gewönhn(t)e ich mich bisher nicht. Und nein, ich mag diesen Geruch auch nicht. Und ja, es gab und gibt hier auch Zeiten, wo ich den Neutralisierer gegen die Hunde einsetze (also deren Geruch natürlich). (Wenn die Tochter vom Reiten kommt, rieche ich da z. B. gar nix.)
    Wenn man ein sehr genauer Beobachter des Hundchens ist, dann werden versehentliche Bewässerungen der Wohnung schnell ausbleiben. Die zeigen das in ihrer speziellen Weise (das macht tatsächlich jeder Hund verschieden) schon an, wenn die mal müssen.
    Grundsätzlich: immer nach dem Aufwachen, immer nach dem Fressen, immer nach dem Spielen-> raus mit dem Hundekind. Wenn das selbige dann Geschäftchen macht, gaaaaaanz feste loben (aber das weißt Du sicher alles bereits).
    Ich wünsche Euch viel Freude und stetige Konsequenz.🙂

    • Kira Says:

      Im Großen und Ganzen halte ich mich auch daran. Allerdings gibt’s Futter hier in der Regel (‚in der Regel‘ – also, in den zwei Tagen, die sie jetzt bei uns ist) nach dem Rausgehen. Und dann tapert sie ein bisschen rum, lässt sich bespielen und bekuscheln und pennt dann ein. Und dann geht’s wieder raus.

      Diese Sauberkeitserziehungskiste erinnert mich verflucht an bereits vergangene Zeiten – da hab‘ ich meine KInder auch immer gemustert wie entsicherte Handgranaten, um herauszufinden, wie viel Zeit mir noch bleibt.

      • Eva Says:

        Jaaaaaaaa!!! Wie herrlich. Genau so hab ich es auch empfunden. Nur das wir die Kinder befragen konnten (ich hab es zeitweise im gefühlten 10-Sekunden-Takt getan):“ Musst Du auf´s Kloooohoooooo?????“

  2. Kira Says:

    Ich werde sehr, sehr froh sein, wenn das Thema durch ist.😀
    Wie lange haben deine dazu gebraucht?

  3. Ruth Says:

    Liebe Kira!
    Herzlichen Glückwunsch zum neuen Familienmitglied!
    Es ist so lustig, wie du berichtest :-))
    Entsicherte Handgranaten 😂😂😂
    Woher habt Ihr Seal denn?
    LG
    Ruth

    • Kira Says:

      Liebe Ruth,
      Seal kommt aus Griechenland, ist vier oder fünf Monate alt und der klügste Hund der Welt.🙂
      (Ich bin schon wieder unparteiisch.😉 )


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