Es gibt kein Entkommen.

Januar 21, 2017

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n Frank, Jr.

Sie sind überall.
In Ecken und Winkeln, hinter den Türen, unter Tischen und Stühlen, im Wohnzimmer, im Esszimmer, in den Kinderzimmern und im Bad. Sie sammeln sich unter dem Regal in der Küche, sie schweben in der Luft, sie machen aus der Hundedecke ein verdammtes Pelzkisten – denn natürlich geht es um Hundehaare, genaugenommen um hundelose Hundehaare.

Neulich fand ich eins in der Marmelade, die sich zuvor ungeöffnet in der Vorratskammer befand – ich nehme an, dass sich eines der schwebend verharrenden Exemplare just den Moment zum Herabfallen aussuchte, als ich den Löffel in die Konfitüre tunkte.

Über den Besen können sie nur lachen. Aufgewirbelt werden sie dadurch und ansonsten nur geringfügig in ihrer Präsenz gestört – nach dem Fegen haben sieben Millionen Hundehaaare ihre Position gewechselt, und den aufgekehrten 23.000.000 Haaren weinen sie keine Träne nach.

Auch der Staubsauger tut sich hart. Man saugt und saugt und saugt, man geht unzählige Male über die gleiche Stelle des Teppichs, in der Hoffnung das verflixte Hundehhaar endlich zu erwischen, man muss die Haare förmlich einzeln in den Sauger komplimentieren, um ihrer habhaft zu werden.

Kein Wunder also, dass es gefühlte Stunden dauert, bis man ansatzweise das Gefühl hat, JETZT ist man fertig, JETZT hat man sie alle erwischt.
Man hat dann nicht nur den Boden und alle Ecken, sondern auch die Socken der Kinder abgesaugt, Stuhlritzen, Sofaspalten und Fensterbänke.

Erschöpft aber zufrieden lässt man dann das Staubsaugerrohr sinken, wischt sich den Schweiß von der Stirn und hält den Atem an, wenn man sieht, wie der Hund sich im güldenen Sonnenlicht von seiner Matratze erhebt.

Dorthin hat er sich den halben Tag verkrochen, bevor es der Irren mit dem Staubsauger noch einfallen könnte, ihn gleich mit abzusaugen. Jetzt tänzelt er leichtfüßig herbei, und weil das Fell vom langen Liegen ein klitzekleines bisschen gedrückt ist, muss sich das Tier nur einmal, nur ganz kurz schütteln … eine Armada neuer Haare steigt auf, sie fliegen, sie fliegen weit, sie leuchten in den Sonnenstrahlen, die durch das Fenster fallen.

(Danach hat man zwei Möglichkeiten: Man bekommt einen Schreikrampf, oder man weint ein bisschen.)
(ODER man packt den Staubsauger zur Seite und beschließt, Hundehaare irgendwie auch heimelig zu finden.)

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Eine Antwort to “Es gibt kein Entkommen.”

  1. Eva Says:

    Heimelig finde ich sie bis heute nicht. 2 Hunde, eine Katze, weißte Bescheid. Darum zog hier kürzlich mein bester Freund ein. Ein kabelloser Staubsauger. Kira, ein Träumchen (ein wenig so dolle Liebe wie zwischen Deinem Füller und Dir)!


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