Archive for the 'Kleiner Bruder' Category

Feeling dumb.

Februar 24, 2017

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by kira

Heute vor der Schule habe ich einmal mehr im Leben mit Pokerface und rasendem Puls ein Glas über Tarantula gestülpt, und es sogar noch einmal kurz angelüpft, weil die Kinder der Ansicht waren, ein armes Spinnenbein sei eingeklemmt.
Aus sicherer Entfernung wurde das Tier anschließend von zwei Paar Kinderaugen begutachtet.

„Bringst du die Spinne jetzt raus, Mama?“, fragte der Sohn.
„Gleich“, erwiderte ich, darauf hoffend, der Gatte möge sich mit dem Duschen beeilen.
„Aber die Spinne erstickt sonst“, insistierte das Kind.
„So schnell geht das nicht.“
„Wieso nicht?“
„Weil sie halt sehr klein –“, hob ich an, wurde jedoch von der großen Schwester unterbrochen:

„Weißt du, wenn man einatmet, dann ist nur 21% des Eingeatmeten Sauerstoff. Und davon verbrauchst du dann nur 4%, den Rest atmest du wieder aus. Und da die Spinne ja sehr winzig ist“ – (auf einmal) – „reicht die Luft in dem Glas bestimmt zwei bis drei Stunden.“

(Ich beschränke mich dann demnächst einfach nur auf’s Brotzeitzubereiten.)

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Sind die nicht süß?

November 13, 2016

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Das war eine rein rhetorische Frage, die Dinger waren total süß, und kein Einziges blieb übrig.
Im Hintergrund ist übrigens einer der ‚Oh-verdammt-ich-habe-vergessen-Teller-zu-besorgen!‘-Teller zu sehen. Der dm-Markt war mein Retter: minimalistische Spinnendeko auf weißer Pappe, ich würde ja sagen, fiel keinem auf, weil ohnehin alle nur in die Mitte des Tisches starrten.

Darauf zum Beispiel:
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Der Kinderbeitrag mal wieder. Die Schokokussmonster werden jedes Jahr netter, finde ich, aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, weil ich jedes Mal so entzückt von den Dingern bin.

Dahinter steht der Käsekuchen: bisschen Schokotorte, bisschen Marzipandecke, viele Schaumzuckermäuschen – fertig.
(Nachdem ich diese Idee, die mir vergangene Nacht gekommen war, umgesetzt hatte, stand ich eine Weile vor dem spinnenwebverhangenen Spiegel und war stolz auf mich.)

Dreizehn Kinder fielen heute mit Zuckerschock und Honigkuchenpferdgrinsen in ihre Betten.
Ich korrigiere: Sechs davon fielen in unsere Betten.
Die Bande wird morgen noch abgefrühstückt, aber dann – ist Halloween 2016 tatsächlich vorbei.

Mama! Ich bin im Bad!

November 2, 2016

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by Michael Lewkowitz

Der Sohn hat versehentlich seinen allerersten Wackelzahn verschluckt, und unbedachterweise habe ich dem tränenüberströmten Kind versprochen, noch einmal danach zu suchen.

Mütter.

Argchchch!

Oktober 20, 2016

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Eigentlich nahm ich an, ich hätte das Schlimmste schon durch.

Eben gerade, in der U-Bahn:

Juni 2, 2016

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by joe.moore

„Du, Mama“, sagt der Sohn und zeigt auf den Aufkleber mit dem Kreuz neben den Sitzen, „was bedeutet das?“
„Das ist ein Zeichen dafür, dass hier für alte Leute der Platz freigehalten werden soll …“, beginne ich, „… oder für Menschen, die nicht mehr so gut laufen können, weil sie krank sind oder schwanger oder … oder …“
Die Mittfünfzigerin, die uns auf besagtem Platz gegenübersitzt, hat bei dem Wort ‚alt‘ empört aufgesehen.
„… oder die irgendwie sonst nicht so gut zu Fuß sind“, schließe ich lahm.

Der Sohn mustert die Frau, die seinen Blick ausdruckslos erwidert. Dann wendet er sich wieder mir zu.
„Leute, die behindert sind?“
„Genau“, sage ich ergeben.
„Zum Beispiel, die nur ein Bein haben?“
„Ja.“
„Oder welche, die gar nicht laufen können?“
„Mhm.“
„Aha“, sagt der Sohn.
Vor uns wird verbissen aus dem Fenster gestarrt.

(Man muss sehr lange tiefschwarze U-Bahntunnel anschauen, wenn der Falkenblick eines Siebenjährigen einen drei Stationen lang auf körperliche Gebrechen hin taxiert.)
(Ich hab‘ die ganze Zeit gehofft, er möge die Dame nicht bitten, kurz mal aufzustehen, damit er überprüfen kann, wie mobil sie noch ist.)

Die Zeiten ändern sich.

Mai 14, 2016

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by kira

So sieht es aus, wenn man zum siebenjährigen Sohn sagt:
„Pack mal alles in deinen Trolley, was Du für eine Woche unbedingt brauchst.“

Abends, beim Einschlafen:

Februar 23, 2016

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by CatNguyen

Gerade eben rolle ich mich Ninjalike nach hinten aus dem Bett, weil das Kind in meinen Armen bereits seit mehreren Minuten seelig vor sich hinschnarcht, da knackt das verflixte Parkett unter meinen Füßen, und Liam gerät schmatzend in den Halbschlaf.

Sohn: „Mama?“
Ich: „Ja?“
Sohn: „Du bist die beste Mama auf der ganzen Welt.“
Ich: „Und du bist der beste Sohn auf der ganzen Welt.“

Stille. Ich schleiche zur Tür.

Sohn, murmelnd: „Na, da mögen wir uns ja beide, ne?“

Stille.

(Ich sollte viel öfter abends neben den Kindern liegen, denke ich.)

Ich habe heute leider kein Foto für dich.

Februar 18, 2016

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by pumpkincat210

Heute Vormittag bin ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einer Kosmetikerin gewesen, ach was sag ich, bei einer VISAGISTIN.
Um mich mal beraten zu lassen, ob man nicht doch ein bisschen mehr machen sollte, so außer Wimperntusche und Lippenstift alle vierhundert Jahre, und vor allen Dingen wie.

Nachdem ich nie zu den Mädchen gehört habe, die zwischen vierzehn und Mitte zwanzig mit derlei Dingen herumexperimentiert haben, bin ich völlig unbedarft, was Make-Up betrifft, und vor einigen Wochen dachte ich mir, das kann man ja auch mal ändern.

Und nachdem ich angemessen lange herumüberlegt und gezaudert habe, war es dann heute tatsächlich soweit, und ich bin mit klopfendem Herzen (jawohl!) zur Kosmetikerin, pardon, Visagistin gefahren.

Ich sag nur:
Hautglättende Creme! Tagespflege! Concealer! Foundation!
Wimperntusche, Lidschatten, Abschminkzeugs, parfüm- und ölfrei, Lippenstift, Puder und für absolut ALLES auch die jeweiligen Pinsel und Pinselchen.

Zwei Stunden ließ ich mich beraten und bemalen, und als alles fertig war, sah ich in den Spiegel und dachte:
Wow!
Also: WOW!
Ey, Keira Knightley sieht nicht besser aus!

Meine Beschwingtheit ließ sich nicht einmal nennenswert durch den empfindlich hohen Preis beeinträchtigen, der für all das zu bezahlen war, und mit geradem Rücken und nach vorne gerecktem Kinn marschierte ich beglückt nach Hause.

Dann hab‘ ich den Sohn von der Schule abgeholt.
Wie immer kam er mir fröhlich entgegengerannt, bremste zwei Meter vor mir ab und starrte mich mit Eulenaugen an.
„Wie siehst du denn aus, Mama?“
„Ich hab‘ mal was ausprobiert“, erwiderte ich, die drohende Gefahr verkennend.
Schweigen. Still lief er neben mir her und warf mir immer mal wieder einen misstrauischen Blick zu.
„Kann man das wieder abmachen?“
„Ja.“
„Zum Glück.“

(Später fielen dann noch Sätze wie „Kannst du das nicht gleich tun?“ und „Du siehst so weiß aus“, aber das war dann auch schon egal.)

Weihnachtliches Mitte Februar.

Februar 17, 2016

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by Alexandra E Rust

Beim letzten Weihnachtsfest in der Schule hat der Sohn aus Butterkeksen, Zuckerguß, Gummibärchen und Smarties ein kleines Kekshaus gebastelt. Muss so Anfang Dezember gewesen sein.

Voller Liebe und Ehrfurcht hat er bisher aufbewahrt.

Wenn er es nun gestern sehr behutsam in vier Teile zerbrochen und nach dem Abendessen mit großer Geste der kompletten Familie als Nachtisch angeboten hat, dann muss man sich schon sehr auf seine Gesichtszüge konzentrieren, um die Brösel samt steinhartem Gummizeugs mit genau der Begeisterung zu essen, die dieses Geschenk auch verdient.

Let it snow.

November 25, 2015

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by Hamed Saber

Draußen liegt ein Hauch von Schnee, und zwar überwiegend auf Autos und Hausdächern.

Hindert den Sohn aber nicht daran, in voller Montur und „Juchu“ schreiend aus dem Haus zu rennen, sich auf ein winziges Fleckchen Schneeflaum vor dem Gartentor zu stürzen, und noch während das unschuldige Weiß unter Schuhgröße 31 zu einer kleinen Pfütze wird, auszurufen:
„Ich liebe es, durch den Schnee zu stapfen!“

(Ohne Kinder macht Schnee echt nur halb so viel Spaß.)