Archive for the 'Seal' Category

The dog …

Februar 16, 2017

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by joycevalenza

Ich müsste eigentlich den Hund mal duschen.
Aber ich trau mich nicht.

Es gibt kein Entkommen.

Januar 21, 2017

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n Frank, Jr.

Sie sind überall.
In Ecken und Winkeln, hinter den Türen, unter Tischen und Stühlen, im Wohnzimmer, im Esszimmer, in den Kinderzimmern und im Bad. Sie sammeln sich unter dem Regal in der Küche, sie schweben in der Luft, sie machen aus der Hundedecke ein verdammtes Pelzkisten – denn natürlich geht es um Hundehaare, genaugenommen um hundelose Hundehaare.

Neulich fand ich eins in der Marmelade, die sich zuvor ungeöffnet in der Vorratskammer befand – ich nehme an, dass sich eines der schwebend verharrenden Exemplare just den Moment zum Herabfallen aussuchte, als ich den Löffel in die Konfitüre tunkte.

Über den Besen können sie nur lachen. Aufgewirbelt werden sie dadurch und ansonsten nur geringfügig in ihrer Präsenz gestört – nach dem Fegen haben sieben Millionen Hundehaaare ihre Position gewechselt, und den aufgekehrten 23.000.000 Haaren weinen sie keine Träne nach.

Auch der Staubsauger tut sich hart. Man saugt und saugt und saugt, man geht unzählige Male über die gleiche Stelle des Teppichs, in der Hoffnung das verflixte Hundehhaar endlich zu erwischen, man muss die Haare förmlich einzeln in den Sauger komplimentieren, um ihrer habhaft zu werden.

Kein Wunder also, dass es gefühlte Stunden dauert, bis man ansatzweise das Gefühl hat, JETZT ist man fertig, JETZT hat man sie alle erwischt.
Man hat dann nicht nur den Boden und alle Ecken, sondern auch die Socken der Kinder abgesaugt, Stuhlritzen, Sofaspalten und Fensterbänke.

Erschöpft aber zufrieden lässt man dann das Staubsaugerrohr sinken, wischt sich den Schweiß von der Stirn und hält den Atem an, wenn man sieht, wie der Hund sich im güldenen Sonnenlicht von seiner Matratze erhebt.

Dorthin hat er sich den halben Tag verkrochen, bevor es der Irren mit dem Staubsauger noch einfallen könnte, ihn gleich mit abzusaugen. Jetzt tänzelt er leichtfüßig herbei, und weil das Fell vom langen Liegen ein klitzekleines bisschen gedrückt ist, muss sich das Tier nur einmal, nur ganz kurz schütteln … eine Armada neuer Haare steigt auf, sie fliegen, sie fliegen weit, sie leuchten in den Sonnenstrahlen, die durch das Fenster fallen.

(Danach hat man zwei Möglichkeiten: Man bekommt einen Schreikrampf, oder man weint ein bisschen.)
(ODER man packt den Staubsauger zur Seite und beschließt, Hundehaare irgendwie auch heimelig zu finden.)

Psst.

Januar 17, 2017

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by Kira

Der Hund schläft.
Tief und fest.
Ich tapse vorsichtig an ihm vorbei, lehne die Tür zum Esszimmer an, schleiche auf Zehenspitzen durch den Flur in die Küche, schließe die Tür beinahe ganz, greife nach einem Messer und schneide einen Apfel auf.

Drei Sekunden später bin ich nicht mehr alleine.
Der Hund liebt Äpfel.

Daran werde ich denken, wenn ich das nächste Mal SEEEEEEAL! quer über die Theresienwiese brülle, und mein friedfertiges Hirn mir einreden will, der olle Köter habe mich bestimmt nur nicht gehört.

Was tun zwischen 13:22 Uhr und 15:11?

November 16, 2016

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by Brian 104

Man geht mit dem Hund.
Nur mal so eben. Nicht so wirklich lange, weil es nämlich regnet wie aus Kübeln.
Der Hund allerdings kämpft – pädagogisch wertvoll – mit einem anderen Hund und verliert.
Dauernd.
Das bedeutet wiederum, dass der eigene Hund ständig unten liegt und sich wälzt und windet, und wie gesagt:
Es regnet.
Aus Eimern.
Und die Theresienwiese ist heute mal nicht so RICHTIG sauber.

Man geht also mit einem vor klebrigem Schmutz starrenden Drecksköter wieder nach Hause.
Tritt dabei blöderweise in einen Hundehaufen, der unter Blättern verborgen war, und während man noch damit beschäftigt ist, den Mist mit Stöckchen und in Pfützen wieder abzukratzen, stellt man eher nebenbei fest, dass der Hund wiederum damit beschäftigt ist, Kotze aufzuschlabbern.

Hochgradig erregt kommt man dann zu Hause an.
Der Hund muss geduscht werden, nix geht mehr.
Sorgfältig zieht man die ekligen Schuhe vor der Haustür aus, muss allerdings den ekligen Hund leider mit reinnehmen.

Drinnen hält man ihn dann mit einer Hand davon ab, sich an der weißen Wand zu reiben.
Das tut er dafür dann an den Hosenbeinen, ist aber das kleinere Übel.
Man zerrt ihn ins Bad und der Hund ahnt Böses. Er kann sich auf den glatten Fliesen nirgendwo festkrallen, aber er kann sich auf den Boden werfen und einen Schmutzstreifen von der Schwelle bis zur Dusche hinterlassen.
Einen breiten.
An der Toilette versucht er auch noch, sich festzuhalten.

Jetzt.
Das Tier in die Dusche.
Großes Jaunern und Jammern auf Seiten des Hundes und ein bisschen auch auf der Seite der Hundehalterin.
Als er endlich über den Rand gehievt ist, sieht die Dusche aus wie Sau.
Korrigiere: Nicht nur die Dusche.

Während des Duschens dann versucht die Töle ein ums andere Male aus der Dusche zu entkommen, was dann wiederum bedeutet, dass sich etwa alle vier Sekunden ein klatschnasser, dreckiger Riesenhund gegen diejenige wirft, die eigentlich nicht mitduschen wollte.
Eben noch nur dreckig, jetzt auch noch nass. Etwa bis zum Haaransatz.
Ab und an muss der Hund sich schütteln und einmal entgleitet der Duschkopf einer nassen Hand, aber was dabei durch die Gegend spritzt, ist wenigstens nur sauberes Wasser.

Triefend finden wir uns neben der Dusche wieder, wo der geduschte Köter abgetrocknet wird.
Die Tatsache, dass das blütenweise Handtuch danach kackbraun ist, macht schon irgendwie deutlich, dass die Bemühungen mehr so vergeblich waren.

Danach zieht man sich komplett um und putzt das Bad. Auch die Wände und das Waschbecken.
Dann den Flur.
Beim Putzeimerauffüllen fällt einem die Zahnbürste des Gatten in das Putzwasser. Man spült sie heiß ab, besinnt sich eines Besseren und wirft sie in den Mülleimer.

Dann versucht man, den verstopften Abfluss wieder frei zu bekommen, derweil der Hund sich an allem schubbert, was in seine Reichweite kommt.

Am Ende hat man eine geputzte Wohnung, einen aufgeplusterten Hund, überalll nasse Hundehaare und ist ein bisschen erschöpft.

Guter Hund.

November 12, 2016

Ich steh‘ gerade in der Küche und back so vor mich hin, für die einigermaßen verspätete Halloweenparty, die hier heute steigen wird, und natürlich muss ich dabei Musik hören. Ohne geht nicht.

Bei diesem Lied hier

kam gerade der Hund rein, legte sich hin und sieht jetzt seit einigen Musikvideos so aus:
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(Er kann es ja nur ganz schlecht ertragen, wenn ich mitsinge, aber offenbar haben wir dennoch einen sehr ähnlichen Musikgeschmack.)

Gestern, im Perlacher Forst.

Oktober 27, 2016

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Prüfend guckt die mir entgegenkommende Frau erst auf Seal, dann zu mir.
„Haben Sie keinen Ball dabei?“, fragt sie.

Hä?, denke ich, wieso soll ich denn einen Ball dabei haben?
Und überhaupt, was geht die das an? Ist doch wohl ganz allein meine Sache, ob ich der Töle einen Ball mitnehme! Im Wald braucht sowieso kein Hund einen Ball! Wie anmaßend! Wie diese anderen Mütter immer, die beim kleinsten Kieks meines Kindes vorwurfsvoll in meine Richtung irgendetwas in Richtung ‚Oh, du Armes, du hast bestimmt Hunger‘ flöteten.

„Nein“, sage ich ein wenig indigniert, nichtsdestotrotz freundlich. „Ich nehme eigentlich nie Spielzeug mit in den Wald.“

Beide gucken wir uns verwirrt-zurückhaltend an.
Dann erwidert die Frau vorsichtig:
„Ich fragte, ist da ein Kangal dabei?“

Ähm.

Geh allein, ich bin noch müde.

Oktober 17, 2016

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Missmutig und steifbeinig schlappt der Hund, den ich für den frühmorgendlichen Gang gerade von seinem Kissen haben werfen müssen, hinter mir her.

„Naaaaa“, sagt ein älterer Herr teilnehmend, „dreizehn Jahre?“

Merke: Auch sechs Monate alte Hunde sehen morgens so aus, wie sie sich fühlen.

Ich geh mal eben mit dem Hund!

September 28, 2016

War ich das eigentlich, die irgendwann mal gesagt hat, mit Kindern käme man nicht mehr vom Fleck?
Das muss gewesen sein, bevor ich mit einem Labrador-Mix-Staubsauger durch die Gegend gestolpert bin.
Im Vergleich zum Hund in Schnupperlaune (also immer) sind sowohl Nathalie als auch Liam im Stechschritt durch die Gegend gerannt.

Und derzeit gibt’s ja auch geradezu unfassbar viel zu entdecken.
Gleich neben dem Gartentor liegt ein halbes Brötchen neben einem abgekauten Liebesapfel, weiter hinten finden sich delikate Zuckerwattehölzchen, und noch ein paar Meter weiter musste jemand gestern Abend offenbar seinen Magen umstülpen, was ja fast noch besser ist.
So aus Hundesicht, nicht, dass wir uns da missverstehen.

Ich schleiche also morgens beim ersten Gang mit einer vor Sinnesfreuden schier überschnappenden Töle durch die Gegend, skandiere dabei mantramäßig ‚Nicht fressen, nicht fressen!‘ und laviere das Tier um die gröbsten Ecken herum, weil ich es nämlich nur echt eklig finde, dem Hund ein angekautes Pommesstäbchen aus dem Hals zu holen, mich aber nicht überwinden könnte, sollte Seal ihre Schnauze in Erbrochenes versenken. (Schöner Satz. Passt bestimmt gut zum ersten Kaffee.)

Dass ich dabei selbst meine Kinder übersehen würde, dürfte klar sein. Mein Blick gilt ja nicht dem Geschehen, das sich ab etwa vierzig Zentimetern Höhe abspielt, sondern ausschließlich dem, was auf dem Boden und auf niedrigen Mauern zu finden ist – hier kommt Kira, die Frau, die jeden Untergrund schneller scannt, als ihr Schatten.
Wenn ich es auch noch schneller könnte als der Hund, wäre das großartig.

Was nicht essbar scheint – Backsteine zum Beispiel – wird endlos lang beschnuppert, am Interessantesten ist dabei natürlich immer das, woran wir eigentlich schon fast vorbeigegangen sind. Zwischendurch muss man sich dann in Zeitlupe an Tauben und Krähen anschleichen (die als echte Stadtbewohner für den tapsigen Hund nur ein müdes Flügelzucken übrig haben) und gleich ganz zu Eis gefriert man, wenn irgendwo ein anderer Hund zu sehen, zu hören oder auch nur zu riechen ist.

Freeze!
In den nun folgenden zwanzig Sekunden jagt vielleicht Folgendes durch den Hundekopf:
Ein Hund! Ist er größer als ich? Schneller? Dicker? Hat er einen Stock, den ich auch haben will? Kommt er rüber auf meine Straßenseite? Soll ich ihm entgegengehen? Oder lieber abwarten? Der Hund ist ziemlich winzig, sollte ich mich vor ihm auf den Bauch werfen, damit er sich nicht ängstigt, wenn ich jetzt gleich von Null auf Hunderachtzig schalte, weil –
Dann fetzt sie los, weil am Ende JEDES Gedankengangs nur ein Wort auftaucht: SPIELEN!

Hoppeln und Hüpfen und Schwanzwedeln und sich Verbeugen – es demotiviert Seal nur Bruchteile von Sekunden, wenn das Gegenüber mal nicht zum Spielen aufgelegt ist, weil zu alt, zu griesgrämig, zu würdevoll oder mit einem spielunwilligen Frauchen/Herrchen am anderen Ende der Leine.
Gibt ja viele Hunde.

Und Roller! Roller sind großartig. Man MUSS stehenbleiben und sie bewundern.
Wenn sie nahe genug herankommen, auch einmal hüpfen.
Oder Flugzeuge!
Mei, Flugzeuge!
Sitzen, sitzen, sitzen und nach oben starren.
Ewig.
Außerdem ist Herbst.
HERABFALLENDE Blätter!
Großartig, herabfallende Blätter.
Man kann nach diesem Blatt schnappen und nach dem und nach diesem hier auch und guck an, liegt da nicht ein halber Maiskolben?

Ist also kein Wunder, dass unsere Morgenrunde sich derzeit etwas zieht.
Wenn wer irgendwo ein Stilleben mit Hund entdeckt (Hund starrt Müllauto an, Frau starrt Hund an), dann bin das vermutlich ich.

Unerwartet.

September 17, 2016

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by Kira

Gestern bin ich auf die brillante Idee gekommen, den Hund mit dem Roller rauszulassen.
Also, ich fuhr den Roller. Nicht der Hund.
In Rekordzeit tobten wir um die Wiesn, hielten nur mal hier und da, um Blätter/Gras/Bäume/andere Hunde/Undefinierbares zu beschnuppern – also der Hund. Nicht ich – und kamen schließlich bei Liams Schule an, um den Sohn abzuholen.

Völlig erledigt hechelte Seal in Schräglage neben mir, die ich auf einer niedrigen Metallumfassung Platz genommen hatte, und ich dachte gerade darüber nach, wie gut es doch ist, dass die Schule nur wenige Gehminuten von unserem Zuhause entfernt liegt, da begrüßte mich die Nachbarin mit dem putzigen braunweißen Hund von nebenan.

Ich hob den Kopf, gewillt den Gruß zu erwidern, sprang aber stattdessen auf, stolperte eine Satz vorwärts, bevor ich mich zur Seite riss und einen weiteren Hopser machte, um dann endlich das, was auf dem obigen Bild ganz harmlos am Strand liegt, wieder unter Kontrolle zu bringen. Ganz offenbar hatte die Töle ihre letzten Energiereserven zusammengekratzt, um den Hundekollegen angemessen zu begrüßen.

Bisher hab‘ ich ja immer heimlich vor mich hingegrinst, wenn ich eine andere Nachbarin morgens auf dem Weg zur Schule gesehen habe, die hinter dem ausgewachsenen Familienlabrador herwehte.
Seal ist jetzt fünf Monate alt.
Ich muss mehr Krafttraining machen.

Sitz! Nicht!

August 16, 2016

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by shesanartist

Wenn dein Hund sich draußen plötzlich hinsetzt und sich weigert, auch nur noch einen Schritt zu gehen, kann das folgende Gründe haben:

Ein anderer Hund ist in sein Blickfeld geraten.

Es nähert sich ein interessanter Jogger.

Weiter hinten röhrt ein Motorrad.

Polizeisirenen.

Es nähert sich ein interessanter Radfahrer.

Ein anderer Hund ist noch nicht zu sehen, bellt aber irgendwo.

Ein Insekt brummt vor seiner Nase.

Schaukelnde Kinder müssen angestarrt werden.

Er ist müde.

Es nähert sich ein interessanter Inlineskater.

Du hast versehentlich mit der Leckerlitüte geraschelt.

Ein anderer Hund ist weder zu sehen noch zu hören, könnte potenziell aber trotzdem demnächst vorbeikommen.

Er möchte jetzt gleich sofort in die andere Richtung gehen.

Es nähert sich ein interessanter Kinderwagen.

Weiter hinten sitzen Krähen.

Einfach nur so.

(Bete, dass du ihm das Kommando ‚Komm‘ beigebracht hast, bevor er die 30-Kilo-Marke sprengt.)